FAQ · 10 Fragen beantwortet

Reisen und Gesundheit — Spezialwissen: Fragen & Antworten

Die häufigsten Fragen zu Reisen und Gesundheit — Spezialwissen — kurz, konkret und direkt beantwortet.

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Wie schütze ich mich vor Magen-Darm-Infektionen auf Reisen?

Die goldene Regel lautet „Cook it, peel it or leave it" — iss nur durchgegartes Essen, schäle Obst selbst und vermeide rohes Gemüse und Salate in Ländern mit unsicherer Wasserversorgung. Trinke ausschließlich Wasser aus versiegelten Flaschen und verzichte auf Eiswürfel in Getränken, da diese oft aus Leitungswasser hergestellt werden. Wasche deine Hände regelmäßig mit Seife oder nutze Handdesinfektionsmittel mit mindestens 60 % Alkoholgehalt. Packe Elektrolytpulver und Loperamid in die Reiseapotheke — bei Durchfall ist Flüssigkeitsersatz wichtiger als Medikamente gegen die Symptome.

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Weitere Fragen & Antworten

Was muss ich bei Reisen mit chronischen Erkrankungen beachten?

Konsultiere deinen Arzt mindestens sechs Wochen vor der Reise und lass dir eine englischsprachige Bescheinigung über deine Erkrankung und Medikation ausstellen. Nimm die doppelte Menge deiner Dauermedikamente mit, verteilt auf Hand- und Aufgabegepäck, damit bei Gepäckverlust nicht alles weg ist. Informiere dich über die medizinische Versorgung am Reiseziel und notiere die Adressen von Krankenhäusern und Apotheken in der Nähe deiner Unterkunft. Trage eine medizinische Notfallkarte mit Diagnose, Medikamentenliste und Notfallkontakten in der Landessprache bei dir.

Wie vermeide ich Thrombose auf Langstreckenflügen?

Stehe mindestens alle zwei Stunden auf und gehe ein paar Schritte durch den Gang — auch einfache Fußübungen im Sitzen (Zehenwippen, Kreiselbewegungen) aktivieren die Wadenmuskelpumpe. Trage Kompressionsstrümpfe der Klasse 1 oder 2, die das Thromboserisiko nachweislich um 60–70 % senken. Trinke pro Flugstunde mindestens 250 ml Wasser und vermeide Alkohol und Koffein, die den Körper dehydrieren. Risikopatienten (Raucher, Übergewicht, Pille, frühere Thrombosen) sollten vor Langstreckenflügen ihren Arzt konsultieren und gegebenenfalls eine Heparin-Injektion erhalten. Mehr zu Gesundheit auf Reisen.

Welche Reiseziele sind für Allergiker besonders geeignet?

Kanarische Inseln und Madeira bieten ganzjährig pollenarmes Meeresklima und sind ideal für Heuschnupfen-Geplagte. Hochgebirgsregionen über 1.500 Meter (Schweizer Alpen, Südtirol, norwegische Fjorde) sind hausstaubmilbenarm und pollenreduziert. Küstenregionen mit ständigem Seewind wie die norddeutsche und dänische Nordseeküste filtern Pollen aus der Luft. Informiere dich vorab über die Pollensaison deines Reiseziels — der pollenfreie Zeitraum variiert je nach Region und Pflanzenwelt erheblich.

Wie gehe ich mit Reisekrankheit (Kinetose) um?

Setze dich in Fahrtrichtung im vorderen Bereich des Fahrzeugs, Schiffs oder Busses, wo die Bewegungen am geringsten sind. Fixiere den Blick auf den Horizont oder einen festen Punkt in der Ferne — das Lesen oder Starren auf Bildschirme verschlimmert die Übelkeit erheblich. Ingwer in Form von Kapseln, Tee oder Bonbons wirkt nachweislich gegen Übelkeit und ist nebenwirkungsarm. Medikamente wie Dimenhydrinat (Vomex) oder Scopolamin-Pflaster helfen zuverlässig, machen aber müde — nimm sie 30–60 Minuten vor Reisebeginn ein.

Was tun bei Insektenstichen und wie schütze ich mich?

DEET-haltige Repellents (30–50 % Konzentration) bieten den zuverlässigsten Schutz und wirken 6–8 Stunden gegen Mücken, Zecken und Sandfliegen. Icaridin (20 %) ist eine hautfreundlichere Alternative mit ähnlicher Wirksamkeit und eignet sich besonders für Kinder ab zwei Jahren. Trage ab der Dämmerung lange, helle Kleidung und nutze imprägnierte Moskitonetze über dem Bett — die Imprägnierung mit Permethrin hält bis zu 30 Wäschen. Bei Stichen hilft ein elektronischer Stichheiler (Bite Away), der durch lokale Hitze das Juckprotein zerstört — wirkt in Sekunden und ohne Chemie.

Wie bereite ich mich auf große Höhen vor?

Akklimatisiere dich langsam: Über 2.500 Metern solltest du maximal 300–500 Höhenmeter pro Tag aufsteigen und alle drei Tage einen Ruhetag einlegen. Die Symptome der Höhenkrankheit (Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlafstörungen) treten typischerweise 6–12 Stunden nach dem Aufstieg auf und bessern sich bei richtiger Akklimatisierung innerhalb von ein bis zwei Tagen. Trinke mindestens drei bis vier Liter Wasser täglich und ernähre dich kohlenhydratreich, da der Körper in der Höhe mehr Energie und Flüssigkeit benötigt. Diamox (Acetazolamid) kann prophylaktisch eingenommen werden und beschleunigt die Akklimatisierung — besprich die Einnahme vorab mit einem Reisemediziner.

Wann brauche ich eine tropenmedizinische Beratung?

Eine tropenmedizinische Beratung ist empfehlenswert bei Reisen nach Subsahara-Afrika, Südostasien, Indien, Zentral- und Südamerika sowie in ländliche Gebiete mit eingeschränkter medizinischer Versorgung. Plane den Termin mindestens sechs bis acht Wochen vor Abreise, da manche Impfungen mehrere Dosen im Abstand von Wochen erfordern (Hepatitis B, Tollwut, Japanische Enzephalitis). Tropeninstitute und reisemedizinische Beratungsstellen findest du in allen größeren deutschen Städten — die Kosten von 20–50 Euro pro Beratung werden von vielen Krankenkassen erstattet. Neben Impfungen beraten sie auch zu Malaria-Prophylaxe, Durchfallprävention und reisespezifischen Gesundheitsrisiken.

Wie finde ich im Ausland einen guten Arzt?

Die Website der deutschen Botschaft im Reiseland listet empfohlene Ärzte und Krankenhäuser mit Fremdsprachenkenntnissen. Deine Auslandskrankenversicherung bietet in der Regel eine 24-Stunden-Hotline, die dich an geprüfte Ärzte vor Ort vermittelt und bei der Kommunikation hilft. In Großstädten und touristischen Gebieten gibt es häufig internationale Kliniken mit englischsprachigem Personal und westlichen Standards. Google Maps zeigt Arztpraxen und Krankenhäuser mit Bewertungen in der Nähe — filtere nach „hospital" oder „doctor" und prüfe die Bewertungen anderer internationaler Patienten.

Was gehört in eine erweiterte Reiseapotheke für Fernreisen?

Neben den Basics (Schmerzmittel, Durchfallmedikamente, Pflaster) gehören für Fernreisen hinzu: Breitband-Antibiotikum (nach ärztlicher Verordnung), Malaria-Standby-Medikament (Eurartesim oder Malarone), sterile Einmalspritzen und -nadeln, Augentropfen und eine Pinzette zur Zecken- und Splitterentfernung. Sonnenschutz mit LSF 50+, Insektenschutzmittel mit DEET, Elektrolytpulver und ein digitales Fieberthermometer dürfen nicht fehlen. Packe alle Medikamente im Originalbehälter mit Beipackzettel ein und führe eine Bescheinigung deines Arztes auf Englisch mit, die die Notwendigkeit verschreibungspflichtiger Medikamente bestätigt. Bewahre die Reiseapotheke im Handgepäck auf, damit du auch bei Gepäckverlust sofort handlungsfähig bist. Nutze unsere Packliste für die Zusammenstellung.

Welche Fragen beantworten wir noch?

In unserem FAQ-Bereich findest du Antworten zu vielen weiteren Reisethemen.