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Regionen · Kapitel 6

Stadtviertel

Amsterdam Reiseführer

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RegionenKapitel 6: Stadtviertel
Regionen · Kapitel 6

Stadtviertel

Amsterdams wahre Seele liegt in seinen Vierteln — vom verwinkelten Jordaan mit seinen Hofjes über das multikulturelle De Pijp bis zum kreativen Amsterdam-Noord auf der anderen Seite des IJ. Jedes Viertel hat seinen eigenen Charakter, seinen eigenen Rhythmus und seine eigene Version von Amsterdam.

Jordaan

Der Jordaan ist Amsterdams charmantestes Viertel — und fragt man Einheimische, sagen die meisten: „Hier würde ich am liebsten wohnen." Was als Arbeiterviertel im 17. Jahrhundert begann (der Name kommt wahrscheinlich vom französischen „jardin" — Garten), ist heute ein Labyrinth aus schmalen Grachten, versteckten Innenhöfen, Vintage-Läden und gemütlichen Cafés.

Highlights

  • Hofjes: Amsterdams bestgehütetes Geheimnis sind die Hofjes — historische Innenhöfe, ursprünglich als Almshouses (Armenhäuser) für alleinstehende Frauen oder Witwen gebaut. Im Jordaan gibt es über ein Dutzend, die meisten sind kostenlos zugänglich (Stille respektieren!). Die schönsten: Karthuizerhof (Karthuizerstraat 21–131), Sint Andrieshofje (Egelantiersgracht 107) und Claes Claeszhofje (1. Egelantiersdwarsstraat).
  • Lindengracht-Markt: Jeden Samstag von 9–16 Uhr: Amsterdams bester Wochenmarkt — Obst, Gemüse, Käse, Blumen, Kleidung, Vintage und Street Food. Weniger touristisch als der Albert Cuyp.
  • Noordermarkt: Samstags Bauernmarkt (Bio-Produkte) und montags Antiquitätenmarkt auf dem Platz vor der Noorderkerk (1623). Der beste Ort für ein Bio-Frühstück.
  • Westerkerk: Die höchste Kirche Amsterdams (85 m Turm, besteigbar für Panoramablick!). Rembrandt ist hier begraben (irgendwo — das genaue Grab ist unbekannt). Direkt neben dem Anne Frank Haus.
  • Grachten-Spaziergänge: Die Egelantiersgracht, Bloemgracht und Brouwersgracht gehören zu den schönsten Grachten der Stadt — kleiner, ruhiger und fotogener als die großen drei.

Tipp

Der Jordaan ist am schönsten am Samstagmorgen: Lindengracht-Markt, Noordermarkt, Kaffee in einem der Cafés und dann durch die Hofjes spazieren. Unter der Woche ist es ruhiger und ebenso schön. Abends: Brown Cafés! Café 't Smalle (Egelantiersgracht 12) ist eines der ältesten und schönsten der Stadt.

De Pijp

De Pijp (die Pfeife) ist Amsterdams multikulturellstes und lebendigstes Viertel. Was einst ein dicht bebautes Arbeiterviertel war, ist heute ein Schmelztiegel aus Kulturen, Küchen und Lebensstilen. Hier wohnen Studenten, junge Familien, Künstler und Einwanderer aus aller Welt nebeneinander — und genau das macht den Charme aus.

Highlights

  • Albert Cuyp Markt: Amsterdams größter und berühmtester Straßenmarkt (seit 1905). Über 260 Stände auf einer Straße, die über einen Kilometer lang ist: Käse, Hering, Stoffe, Kleidung, Elektronik und vor allem Street Food aus aller Welt — surinamische Roti, türkische Pizza, Kibbeling (frittierter Fisch), frische Stroopwafels. Montag bis Samstag, 9–17 Uhr. Kostenlos.
  • Heineken Experience: Die ehemalige Brauerei (1867–1988) an der Stadhouderskade ist heute ein interaktives Museum. Tour durch den Brauprozess, Verkostung und ein Bier mit Blick auf die Gracht. Eintritt: 23€ (online günstiger).
  • Sarphatipark: De Pijps kleiner, grüner Ruhepol — ein hübscher Park mit Springbrunnen und Bänken. Perfekt für ein Picknick nach dem Albert-Cuyp-Besuch.
  • Essen & Trinken: De Pijp hat die höchste Restaurant-Dichte Amsterdams. Surinamisch (Spang Makandra), indonesisch, äthiopisch, mexikanisch — hier isst du dich einmal um die Welt. Die Gerard Doustraat und Frans Halsstraat sind die gastronomischen Hauptachsen.

Amsterdam-Noord

Amsterdam-Noord ist das, was Berlin-Kreuzberg vor 15 Jahren war: rau, kreativ, im Umbruch und unglaublich spannend. Auf der anderen Seite des IJ (kostenlose Fähre ab Centraal Station, 5 Min.) liegt ein ehemaliges Industriegebiet, das sich zum kreativsten Viertel der Stadt gewandelt hat.

Highlights

  • NDSM-Werft: Die ehemalige Schiffswerft ist heute ein riesiges Kreativ-Areal: Streetart an jeder Wand, Restaurants in Industriehallen (Pllek, IJ-Kantine), Festivals, Flohmärkte und das Gefühl, am Puls einer Stadt zu sein, die sich ständig neu erfindet. Am Wochenende: IJ-Hallen Flohmarkt (einer der größten Europas!).
  • A'DAM Lookout: Der Aussichtsturm im ehemaligen Shell-Tower bietet den besten Panoramablick über Amsterdam. Auf dem Dach: die Schaukel „Over the Edge" — du schaukelst 100 m über dem IJ, die Stadt unter deinen Füßen. Eintritt: 14,50€, Schaukel: 6€ extra. Unten: die Sky Bar Madam mit Cocktails und Blick.
  • EYE Filmmuseum: Das futuristische weiße Gebäude am Wasser ist Amsterdams Filmmuseum — mit Ausstellungen über Filmgeschichte, einem Kino mit Arthouse-Programm und einem Café mit der besten Terrasse am IJ. Die Terrasse und das Foyer sind kostenlos zugänglich.
  • Nachtleben: Noord hat die besten Clubs der Stadt: Shelter (Techno in einem Bunker unter dem A'DAM Tower), Tolhuistuin (Garten-Bühne für Konzerte und DJ-Sets) und wechselnde Pop-up-Events auf der NDSM-Werft.

Tipp

Die kostenlosen GVB-Fähren ab Amsterdam Centraal Station nach Noord sind selbst ein Erlebnis — die Überfahrt dauert 5 Minuten und bietet den besten Blick auf die Skyline. Zwei Linien: die Buiksloterweg-Fähre (zum EYE und A'DAM Tower) und die NDSM-Fähre (zur Werft, 15 Min.). Fahrräder können kostenlos mitgenommen werden!

Weitere Viertel

Oud-West & Westerpark

Das Oud-West rund um die Overtoom und die Kinkerstraat ist Amsterdams entspanntestes Wohnviertel: großartige Restaurants (die Foodhallen — ein Indoor-Food-Markt in einer ehemaligen Straßenbahn-Remise!), gemütliche Cafés und der Westerpark mit dem Westergasfabriek-Gelände (umgebaute Gasfabrik mit Kultur-Events, Restaurants und dem Bogen-Kino).

Plantage & Oost

Das Plantage-Viertel ist grün und ruhig: der Artis Zoo (ältester Zoo der Niederlande, 1838), der Hortus Botanicus (einer der ältesten Botanischen Gärten der Welt, seit 1638) und das Tropenmuseum. Das angrenzende Oost (Ost) mit dem Dappermarkt (multikultureller Straßenmarkt, günstiger als Albert Cuyp) und dem Oosterpark ist das am wenigsten touristische zentrale Viertel.

Nieuwmarkt & Chinatown

Der Nieuwmarkt mit der imposanten Waag (Stadtwaage, 15. Jh.) ist ein lebhafter Platz am Rand des Rotlichtviertels. Amsterdams kleines Chinatown (Zeedijk) mit asiatischen Restaurants und Shops liegt direkt daneben. Die Nam Kee ist legendär für ihre Austern in schwarzer Bohnensauce.

Waterlooplein & Joods Historisch Kwartier

Das jüdische historische Viertel rund um den Waterlooplein erinnert an die einst blühende jüdische Gemeinde Amsterdams. Das Joods Historisch Museum (15€), die Portugiesische Synagoge (1675, eine der schönsten in Europa) und der Waterlooplein-Flohmarkt (täglich außer sonntags) liegen hier.

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