Praktische Infos A–Z
Visum — eVisitor & ETA
Deutsche, Österreicher und Schweizer brauchen für Australien ein Visum — es gibt aber keine Botschaftstermine, alles läuft online und ist unkompliziert.
Zwei Optionen
- eVisitor (Subclass 651): Für EU-Bürger (inkl. Deutschland, Österreich). Kostenlos, online beantragen über die australische Immigrations-Website. Genehmigung meist innerhalb von 24 Stunden. Gültig für 12 Monate, mehrfache Einreise, maximal 3 Monate pro Aufenthalt. Für Tourismus und Geschäftsreisen.
- ETA (Electronic Travel Authority, Subclass 601): Für Nicht-EU-Bürger (z. B. Schweizer). Über die Australian ETA App beantragen. Kosten: 20 AUD. Gleiche Bedingungen wie eVisitor.
Wichtig
- Das Visum ist elektronisch an den Reisepass gekoppelt — kein Sticker, kein Dokument. Die Airline prüft beim Check-in.
- Working Holiday Visa (Subclass 417): Für 18–30-Jährige (Deutsche bis 35). 1 Jahr Aufenthalt + Arbeitserlaubnis. 640 AUD. Sehr beliebt — Australien ist das #1-Ziel für Work & Travel.
- Einreise mit Vorstrafen kann Probleme machen — bei Unsicherheit vorab klären.
- Biosecurity: Australien hat die strengsten Einfuhrkontrollen der Welt. KEINE frischen Lebensmittel, Pflanzen, Holz, Erde oder tierische Produkte einführen. Alles deklarieren! Die Strafen sind drastisch (bis 420.000 AUD) und die Spürhunde am Flughafen sind unbestechlich.
Achtung
Australiens Biosecurity ist kein Scherz: Deklariere ALLES auf der Einreisekarte (auch wenn du dir unsicher bist). Nicht deklarierte Lebensmittel führen zu Sofortstrafen ab 420 AUD. Auch verpackte Snacks, Nüsse und sogar schmutzige Wanderschuhe können beschlagnahmt werden.
Geld & Währung (AUD)
Die Währung ist der Australische Dollar (AUD, $). Australien ist weitgehend bargeldlos — Kreditkarte funktioniert fast überall, selbst für einen Kaffee.
Wechselkurs & Abheben
- Kurs (Stand 2026): ca. 1 € ≈ 1,60 AUD
- Kreditkarten: Visa und Mastercard werden quasi überall akzeptiert (auch für Kleinbeträge ab 1 AUD). Amex etwas eingeschränkter. Kontaktloses Zahlen (Tap & Pay) ist Standard.
- Geldabheben: ATMs an jeder Ecke, in Supermärkten und Tankstellen. Manche ATMs berechnen 2–3 AUD Gebühr. Commonwealth Bank und Westpac ATMs sind am verbreitetsten.
- Bargeld: Für Märkte, manche kleine Restaurants und Outback-Tankstellen gut, aber insgesamt wenig nötig. Australien bewegt sich Richtung bargeldlose Gesellschaft.
- Reisekreditkarte: Eine Karte ohne Auslandsgebühren (z. B. DKB, N26, Revolut) spart 1,5–2% bei jedem Kauf. Unbedingt vor der Reise besorgen!
Trinkgeld
Trinkgeld ist in Australien NICHT erwartet — der Mindestlohn ist einer der höchsten der Welt (23,23 AUD/Std.), und Servicekräfte verdienen deutlich besser als in den USA oder Europa. Trotzdem:
- In gehobenen Restaurants: 10% sind willkommen, aber nicht Pflicht
- In Cafés und Pubs: Nicht nötig
- Taxifahrer: Auf den nächsten Dollar aufrunden ist nett
- Tourguides: 5–10 AUD für einen ganzen Tag ist angemessen
Gesundheit & Versicherung
Australien hat ein erstklassiges Gesundheitssystem — aber als Tourist hast du keinen Zugang zu Medicare (Australiens gesetzliche Krankenversicherung). Eine Auslandskrankenversicherung ist daher absolut unverzichtbar.
Versicherung
- Reisekrankenversicherung: PFLICHT. Medizinische Behandlung in Australien ist teuer — ein Arztbesuch ab 80 AUD, Krankenhausaufenthalt ab 2.000 AUD/Tag, Hubschrauberrettung im Outback: 20.000+ AUD. Gute Versicherungen: HanseMerkur, ADAC, Allianz (Jahrespolice ab 15–30 €).
- Deckung prüfen: Stelle sicher, dass die Versicherung Such- und Rettungskosten (Outback!), Rücktransport und Adventure-Aktivitäten (Tauchen, Bungee) abdeckt.
- Reciprocal Health Care Agreement: Zwischen Australien und einigen Ländern (UK, Irland, NL, Belgien, Schweden, Finnland, Norwegen, Italien, Malta, Slowenien, Neuseeland) gibt es Gesundheitsabkommen. Deutschland, Österreich und die Schweiz haben KEIN solches Abkommen.
Apotheken & Medikamente
- Pharmacies (Apotheken): Priceline Pharmacy und Chemist Warehouse sind die großen Ketten. Paracetamol, Ibuprofen und Sonnencreme rezeptfrei. Viele verschreibungspflichtige Medikamente aus Europa sind in Australien ohne Rezept erhältlich.
- Eigene Medikamente: In Originalverpackung mitbringen, idealerweise mit ärztlichem Attest (auf Englisch). Strenge Einfuhrregeln für Betäubungsmittel und Pseudoephedrin.
Sonnenschutz
Die UV-Strahlung in Australien ist 2–3x intensiver als in Deutschland — das Ozonloch über der Südhalbkugel ist real. Australien hat die höchste Hautkrebsrate der Welt. Das nationale Mantra: Slip, Slop, Slap, Seek, Slide (Hemd anziehen, Creme auftragen, Hut aufsetzen, Schatten suchen, Sonnenbrille aufsetzen).
- Sonnencreme: Mindestens LSF 50+, alle 2 Stunden nachcremen
- Zwischen 10 und 15 Uhr: Schatten suchen oder bedecken
- Auch an bewölkten Tagen: 80% der UV-Strahlen durchdringen Wolken
Achtung
Unterschätze die australische Sonne NICHT — ein schwerer Sonnenbrand ist innerhalb von 30 Minuten möglich, selbst bei bewölktem Himmel. Die Hautkrebsrate ist die höchste der Welt. Immer eincremen, Hut und Sonnenbrille tragen, Mittagssonne meiden.
Sicherheit
Australien ist eines der sichersten Reiseländer der Welt. Die Kriminalitätsrate ist niedrig, die Infrastruktur erstklassig, und die Australier sind Besuchern gegenüber freundlich und hilfsbereit. Die größten Gefahren sind natürlicher Art:
Natürliche Gefahren
- UV-Strahlung & Hitze: Die #1-Gefahr für Touristen. Sonnenstich und Dehydrierung sind häufig. Immer Wasser dabeihaben, Sonnencreme nutzen, Hut tragen. Bei Hitze (über 35 °C) keine anstrengenden Aktivitäten zur Mittagszeit.
- Rip Currents: Gefährliche Strömungen an Stränden. Ertrinken ist die häufigste unnatürliche Todesursache für Touristen. IMMER zwischen den rot-gelben Flaggen schwimmen (patrouillierter Bereich). Wenn du in eine Strömung gerätst: Ruhe bewahren, parallel zum Strand schwimmen, Hand heben.
- Wildtiere: → Ausführlich im Kapitel „Natur & Tierwelt". Grundregel: Nichts anfassen, was du nicht kennst. Im tropischen Norden: Krokodil-Warnschilder beachten!
- Outback-Gefahren: Entfernungen, Hitze, Isolation. IMMER ausreichend Wasser (min. 5 Liter/Person/Tag), Benzin und Notfallausrüstung dabei. Dem Fahrzeug bei Pannen NICHT weglaufen — es ist leichter zu finden als eine Person.
- Buschbrände: In der Feuersaison (Okt–Feb) aktuelle Warnungen beachten (Fires Near Me App). Total Fire Ban Days: Kein offenes Feuer.
Notrufnummern
- 000 (Triple Zero): Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst — der zentrale Notruf
- 112: Funktioniert auch mit gesperrtem Handy und ohne SIM (internationaler Notfall)
- 1800 022 222: Poisons Information (Vergiftungen)
- 13 11 14: Lifeline (psychische Krise)
Internet & SIM-Karte
Australien hat gutes Mobilfunknetz in den Städten und entlang der Küste, aber große Funklöcher im Outback. Internet ist teurer als in Europa.
SIM-Karte (empfohlen)
- Telstra: Bestes Netz, beste Abdeckung (auch im Outback). Prepaid SIM am Flughafen: 40 AUD für 35 GB/28 Tage. Telstra ist die einzige Option für viele abgelegene Gebiete.
- Optus: Zweitbestes Netz, günstiger. Prepaid: 30 AUD für 45 GB/28 Tage. Gute Abdeckung in Städten und an der Küste.
- Vodafone: Günstig, aber schlechteste Abdeckung. Nur für Stadtreisende. Prepaid: 30 AUD für 40 GB/28 Tage.
eSIM
Die einfachste Option für moderne Smartphones. Vor der Reise über Airalo (ab 8 USD/1 GB), Holafly (unbegrenztes Daten, ab 19 €/5 Tage) oder direkt über Telstra/Optus kaufen. Am Flughafen aktivieren.
WLAN
- Hotels und Hostels: Fast immer kostenlos (manchmal langsam)
- Cafés: Meist kostenlos mit Bestellung
- Flughäfen: Kostenloses WLAN (zeitbegrenzt)
- Öffentliche Bibliotheken: Kostenloses WLAN und Computer
Tipp
Wenn du ins Outback fährst, ist Telstra die einzige echte Option — Optus und Vodafone haben dort kaum Empfang. Kaufe die Telstra-SIM am Flughafen (Kioske im Ankunftsbereich). Lade Offline-Karten in Google Maps herunter, bevor du in abgelegene Gebiete fährst.
Strom & Steckdosen
Australien verwendet Typ-I-Steckdosen — zwei schräge Flachstifte und ein Erdungsstift. Deutsche Stecker passen NICHT.
- Spannung: 230V, 50Hz (gleich wie Deutschland)
- Adapter: Einen Australien-Adapter (Typ I) vor der Reise kaufen (ab 5 €). Am Flughafen in Australien: 15–25 AUD (teurer). Universaladapter empfohlen.
- USB-Ladung: Viele Hotels, Hostels und Flughäfen haben USB-Steckdosen — damit brauchst du keinen Adapter fürs Handyladen.
Autofahren — Linksverkehr
In Australien herrscht Linksverkehr — das Lenkrad ist rechts, und du fährst auf der linken Straßenseite. Für die meisten Europäer die größte Umstellung der Reise.
Tipps für Linksverkehr-Anfänger
- Erster Schritt: Am Flughafen auf einem ruhigen Parkplatz üben (Blinker, Scheibenwischer sind vertauscht!).
- Kreisverkehr: Im Uhrzeigersinn fahren (umgekehrt wie in Deutschland). Vorfahrt für Fahrzeuge von RECHTS.
- Mantra: „Links halten, rechts schauen" beim Abbiegen.
- Überholen: Auf der rechten Seite überholen (umgekehrt).
Führerschein
- Deutscher/österreichischer/Schweizer Führerschein wird akzeptiert (plus internationaler Führerschein empfohlen)
- Internationaler Führerschein beim ADAC/ÖAMTC/TCS beantragen (ca. 15–20 €)
Outback-Fahren
- Roadtrains: Bis zu 53 Meter lange LKW-Züge. Beim Überholen 1 km freie Sicht nötig. Nicht provozieren, Platz machen.
- Wildtiere: NICHT in der Dämmerung oder nachts auf Landstraßen fahren. Kängurus, Wombats und sogar Kamele sind die größte Unfallgefahr im Outback.
- Benzin: Tank IMMER voll füllen. Im Outback können 300+ km zwischen Tankstellen liegen. Preise: 1,80–2,20 AUD/Liter an der Küste, bis zu 2,50–3,00 AUD im Outback.
- Geschwindigkeit: Autobahn 110 km/h (NT: 130 km/h), Ortschaft 50 km/h, Schulzone 40 km/h. Blitzer sind allgegenwärtig.
Achtung
Alkohol am Steuer: Der Grenzwert liegt bei 0,05 Promille (strenger als in Deutschland!). Polizeikontrollen sind häufig und die Strafen drastisch: Ab 0,05 Promille Fahrverbot, ab 0,15 Promille Freiheitsstrafe möglich. Random Breath Tests (RBT) jederzeit und überall.
Zeitzonen
Australien hat drei Zeitzonen — und es wird kompliziert, weil nicht alle Bundesstaaten auf Sommerzeit umstellen:
| Zeitzone | Bundesstaaten | Differenz zu MEZ | Sommerzeit? |
|---|---|---|---|
| AEST (Australian Eastern) | NSW, VIC, QLD, TAS, ACT | +9 Std. | Ja (außer QLD) |
| ACST (Australian Central) | SA, NT | +8,5 Std. | Ja (SA), Nein (NT) |
| AWST (Australian Western) | WA | +7 Std. | Nein |
Sommerzeit: Die südlichen Bundesstaaten (NSW, VIC, SA, TAS, ACT) stellen von Oktober bis April auf Sommerzeit um (+1 Stunde). Queensland und NT NICHT. Das bedeutet: Im australischen Sommer hat Queensland die gleiche Zeit wie NSW, obwohl es daneben liegt — im Winter ist es eine Stunde Unterschied.
Zeitverschiebung zu Deutschland:
- Sydney/Melbourne (Sommer): MEZ +10 Stunden (wenn Deutschland Winterzeit hat: +10h)
- Sydney/Melbourne (Winter): MEZ +8 Stunden (wenn Deutschland Sommerzeit hat: +8h)
- Perth: Ganzjährig MEZ +7 Stunden
Tipp
Der Jetlag nach Australien ist hart (8–10 Stunden Verschiebung). Strategie: Im Flugzeug nach australischer Zeit schlafen, am ersten Tag draußen im Sonnenlicht verbringen (hilft beim Umstellen der inneren Uhr), und kein Mittagsschlaf, egal wie müde du bist. Nach 2–3 Tagen bist du umgestellt.
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