Gueliz — Die Neustadt
Jardin Majorelle
Der Jardin Majorelle ist Marrakechs berühmteste Sehenswürdigkeit nach dem Djemaa el-Fna — und sein genaues Gegenteil: Stille statt Chaos, Blau statt Rot, Ordnung statt Labyrinth. Der Garten wurde in den 1920er Jahren vom französischen Maler Jacques Majorelle angelegt und 1980 von Yves Saint Laurent und Pierre Bergé gekauft, restauriert und vor dem Abriss gerettet.
Was macht den Garten besonders?
- Bleu Majorelle: Das intensive Kobaltblau, das Majorelle für seine Villa und die Architekturelemente verwendete, ist so einzigartig, dass es einen eigenen Namen hat. Es strahlt zwischen Kakteen, Bougainvillea und Bambus wie ein Gemälde.
- Botanischer Garten: Über 300 Pflanzenarten aus fünf Kontinenten — gigantische Kakteen, Palmen, Bambus, Seerosen und blühende Kletterpflanzen. Eine Oase der Ruhe.
- Musée Yves Saint Laurent: Direkt neben dem Garten (separater Eintritt): das Museum zeigt Haute-Couture-Kreationen des Designers, der Marrakech zu seiner Wahlheimat machte. Das Gebäude selbst — ein Meisterwerk moderner Architektur — ist den Besuch wert.
- Berbermuseum: In der blauen Villa: eine Sammlung berberischer Kunst, Textilien, Schmuck und Alltagsgegenstände — klein, aber fein kuratiert.
Tipp
Komm zur Öffnung um 8 Uhr — der Garten ist dann fast leer und das Licht perfekt für Fotos. Mittags ist er überfüllt und die Hitze drückend. Kombiniere den Besuch mit dem YSL-Museum nebenan — zusammen brauchst du 2–3 Stunden.
Gueliz entdecken
Gueliz (Ville Nouvelle) wurde während der französischen Protektoratszeit (1912–1956) als europäische Neustadt angelegt — ein Kontrast zur Medina: breite Boulevards, Art-déco-Gebäude, Bürgersteigcafés und Boutiquen. Hier fühlt sich Marrakech fast europäisch an — und genau das ist manchmal willkommen nach dem Souk-Chaos.
Was tun in Gueliz?
- Avenue Mohammed V: Die Hauptachse von Gueliz — Banken, Geschäfte, Cafés und die schönsten Art-déco-Fassaden der Stadt. Perfekt für einen Nachmittagsspaziergang.
- Café-Kultur: In Gueliz trinkt man Kaffee an europäisch anmutenden Terrassen — Café du Livre (mit Buchhandlung), Grand Café de la Poste (koloniales Flair) und Pâtisserie Al Jawda (die besten marokkanischen Süßigkeiten der Stadt).
- Galerien & Kunst: MACMA (Musée d'Art et de Culture de Marrakech), Galerie 127 (Fotografie), David Bloch Gallery — Marrakechs Kunstszene wächst und Gueliz ist ihr Zentrum.
- Shopping (mit Festpreisen!): Wer genug vom Feilschen hat: In Gueliz gibt es Boutiquen und Concept Stores mit festen Preisen. 33 Rue Majorelle, Lalla (Mode) und Atelier Moro (Keramik) bieten hochwertiges marokkanisches Design.
Menara-Gärten & Agdal
Menara-Gärten
Die Menara-Gärten liegen 2 km westlich der Medina — ein riesiger Olivenhain (100 Hektar!) mit einem Wasserbecken und einem Pavillon aus dem 16. Jahrhundert. Bei klarer Sicht spiegelt sich der schneebedeckte Atlas im Wasser — das Postkartenmotiv Marrakechs. Der Eintritt ist kostenlos (Pavillon: 10 MAD). Am schönsten bei Sonnenuntergang.
Agdal-Gärten
Südlich des Königspalastes: ein historischer Garten (12. Jh.) mit Orangen-, Oliven- und Aprikosenbäumen und einem riesigen Wasserbecken. Weniger besucht als Menara, aber genauso friedlich. Nur freitags und sonntags geöffnet (wenn der König nicht in Marrakech ist). Eintritt frei.
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