Kolonialstädte: Sucre, Potosí & Santa Cruz
Sucre
Sucre ist die offizielle Hauptstadt Boliviens (der Regierungssitz liegt in La Paz) und seit 1991 UNESCO-Welterbe. Die „weiße Stadt" liegt auf 2.810 m — angenehme Höhe, mild warmes Klima, und viele Reisende verlieben sich hier in Bolivien.
- Plaza 25 de Mayo — zentraler Hauptplatz mit Kathedrale, Rathaus und der Casa de la Libertad, wo 1825 die Unabhängigkeit Boliviens verkündet wurde
- La Recoleta — Aussichtsplatz mit Café und ehemaligem Kloster, ideal für den Sonnenuntergang
- Cal Orck'o — einer der größten Dinosaurier-Fußspurensätze der Welt; ca. 5.000 Spuren aus der Kreidezeit
- Castillo de la Glorieta — exzentrischer Bau eines reichen Industriellen
- Markt Mercado Central — Saft-Bars, indigene Händlerinnen in Pollera-Röcken und Melonenhut
- Tarabuco-Markt (sonntags) — traditioneller indigener Markt ca. 65 km außerhalb, mit Webereien und Trachten
Sucre ist beliebt für Spanisch-Sprachkurse — gute, günstige Schulen und eine angenehme Lebensqualität.
Potosí
Potosí liegt auf 4.090 m — eine der höchstgelegenen Städte der Welt — und war im 16./17. Jahrhundert durch den Silberberg Cerro Rico eine der reichsten Städte der Erde. „Vale un Potosí" (ein Vermögen wert) ist bis heute eine spanische Redewendung.
- Cerro Rico — der „Reiche Berg", aus dem vom 16. bis ins 19. Jh. ein Großteil des weltweiten Silbers kam. Die Bedingungen in den Minen waren brutal; bis heute wird dort unter extrem schweren Bedingungen abgebaut
- Casa Nacional de la Moneda (Königliche Münzstätte) — eines der bedeutendsten Kolonial-Museen Südamerikas, Führung dauert ca. 2 h
- Minentouren — angeboten von ehemaligen Minenarbeitern. Körperlich und emotional anspruchsvoll; die Realität der arbeitenden Minenarbeiter ist harsch. NICHT für klaustrophobische oder gesundheitlich eingeschränkte Personen
- Kirche San Lorenzo, Barockkirchen im Zentrum
- Altstadt — UNESCO-Welterbe seit 1987
Tipp
Potosí liegt höher als La Paz. Wer nicht akklimatisiert ist, kann hier kräftige Höhensymptome bekommen. Idealerweise erst La Paz oder Sucre besuchen.
Santa Cruz de la Sierra
Santa Cruz ist die größte Stadt Boliviens und das wirtschaftliche Zentrum — und ganz anders als das Hochland: tropisches Tiefland (416 m), moderne Architektur, Wohlstand, lateinamerikanisches Lebensgefühl. Mehr Lateinamerika-Feeling und weniger indigen-Anden-Flair.
- Plaza 24 de Septiembre mit Kathedrale Basílica Menor de San Lorenzo
- Zoo de Santa Cruz — beeindruckend gut gemacht, mit endemischen Tieren
- Jesuitenreduktionen im Chiquitania (UNESCO-Welterbe) — östlich von Santa Cruz, Dörfer mit erstaunlich gut erhaltenen Jesuitenkirchen aus dem 18. Jh. (San Javier, Concepción, Santa Ana, San Miguel, San Rafael, San José de Chiquitos)
- Samaipata — UNESCO-Welterbe: prä-kolumbianische Felsenstätte El Fuerte, hübsche Bergstadt
- Gateway zum Amboró-Nationalpark
Santa Cruz ist die logische Eingangspforte, wenn man nicht direkt auf 3.500 m einfliegen will — 6-8 h Bus oder 1 h Flug von hier hoch nach Cochabamba oder La Paz.
Amazonas & Madidi-Nationalpark
Boliviens Amazonas-Region ist eine der biodiversitätsreichsten der Welt. Der Madidi-Nationalpark gilt als der artenreichste Schutzgebiet des Planeten.
- Rurrenabaque — Kleinstadt am Fluss Beni, Basis für Amazonas-Touren. Von La Paz per Flug (ca. 45 Min.) oder per Bus (18-20 h auf abenteuerlichen Straßen) erreichbar
- Pampas-Touren — Flussfahrten im Feuchtland, fast garantierte Sichtungen von Kaimanen, Wasserschweinen (Capybaras), rosa Flussdelfinen und hunderten Vogelarten
- Dschungel-Touren im Madidi — anspruchsvoller, weniger Tierdichte, aber intensiveres Regenwaldgefühl mit Lodges im Park
Tropisches Klima, Mücken, Hitze — Insektenschutz und lange Kleidung unerlässlich. Malaria-Schutzempfehlung ärztlich klären.
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