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San José & Zentraltal

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RegionenKapitel 3: San José & Zentraltal
Regionen · Kapitel 3

San José & Zentraltal

Die Hauptstadt San José ist für die meisten Reisenden nur Durchgangsstation — aber das Zentraltal mit seinen Vulkanen, Kaffeeplantagen und dem charmanten Orosi-Tal verdient mehr als nur eine Nacht. Und der Mercado Central allein ist die Reise wert.

San José entdecken

Seien wir ehrlich: San José ist keine Schönheit. Die Hauptstadt Costa Ricas mit ihren 350.000 Einwohnern ist laut, chaotisch und architektonisch wenig reizvoll. Die meisten Reisenden übernachten eine Nacht nach der Ankunft und fahren am nächsten Morgen weiter — und das ist auch völlig in Ordnung.

Aber wer einen Tag investiert, findet durchaus Perlen: Der Mercado Central ist ein Fest für alle Sinne, das Nationalmuseum erzählt die faszinierende Geschichte des Landes, und das Goldmuseum beherbergt präkolumbische Schätze. Und das Zentraltal rund um San José — das Valle Central — ist mit seinen Vulkanen und Kaffeeplantagen ein eigenständiges Highlight.

Plane 1–2 Tage für San José und Umgebung ein. Die Stadt selbst braucht einen halben Tag, die Vulkane Poás und Irazú jeweils einen Tagesausflug.

Sehenswürdigkeiten in San José

★★★ Museo Nacional de Costa Rica

Im ehemaligen Bellavista-Kaserne untergebracht — dem Gebäude, in dem 1949 die Abschaffung der Armee beschlossen wurde. Die Einschusslöcher in der Fassade sind noch sichtbar! Das Museum zeigt die Geschichte Costa Ricas von den präkolumbischen Kulturen über die Kolonialzeit bis zur modernen Demokratie. Besonders sehenswert: die mysteriösen Steinkugeln (Esferas de Piedra) der Diquís-Kultur, die zum UNESCO-Welterbe gehören.

Im Innenhof steht ein wunderschöner Schmetterlingsgarten, und von der oberen Etage bietet sich ein Panoramablick über die Stadt bis zu den umliegenden Bergen. Das Museum hat auch wechselnde Ausstellungen zu Themen wie Ökologie und indigene Kulturen.

Calle 17, Avenidas Central/2, San José. 2.500 CRC (ca. 4 USD), sonntags kostenlos! Di–Sa 8:30–16:30, So 9:00–16:30. Mo geschlossen.

★★★ Mercado Central

Seit 1880 das kulinarische Herz San Josés — und der beste Ort, um authentische Tico-Küche zu erleben. In den engen Gängen drängen sich Obststände, Fleischtheken, Gewürzhändler und kleine Sodas, die dampfende Casados für 3.000 CRC (5 USD) servieren. Der schwarze Kaffee hier kostet 500 CRC (weniger als 1 USD) und ist besser als in manchem Hipster-Café.

Der Markt ist ein Labyrinth auf einem halben Stadtblock — über 200 Stände verteilen sich auf verschlungene Gänge. Hier gibt es wirklich alles: frische Heilkräuter, handgefertigte Ledergürtel, Tico-Souvenirs, tropische Früchte, die man noch nie gesehen hat (probiere unbedingt Guanábana, Cas und Mamón Chino), und natürlich die besten Sodas der Stadt.

Empfohlene Stände:

  • Soda Tapia: Eine der ältesten Sodas im Markt, berühmt für ihren Casado mit Carne en Salsa. 3.000–4.500 CRC.
  • Marisquería La Princesa del Mar: Frische Ceviche und Fischgerichte mitten im Markt. Die „Copa de Mariscos" (Meeresfrüchte-Cocktail) für 4.000 CRC ist ein Festmahl.
  • Café Central: Der traditionellste Kaffeestand — schwarzer Café Chorreado für 500 CRC, serviert in einer Tasse, die wahrscheinlich schon 1000 Hände gesehen hat.

Avenida Central, Calles 6–8. Mo–Sa 6:00–18:00. Sonntags geschlossen. Wertsachen sicher verstauen!

★★ Museo del Oro Precolombino

Unter der Plaza de la Cultura liegt dieses unterirdische Museum mit über 1.600 Goldobjekten aus der präkolumbischen Zeit. Figuren, Schmuck, Zeremonialgerät — die Handwerkskunst der indigenen Völker war erstaunlich. Das Museum gehört zur Zentralbank und ist klimatisiert — ein willkommener Kontrast zur Hitze draußen.

Besonders beeindruckend sind die Adlerfiguren und Froschanhänger, die als Talismane getragen wurden, sowie die detaillierten Erklärungen zur Goldverarbeitung der Diquís- und Chiriquí-Kulturen. Im selben Gebäude befindet sich auch das Museo de Numismática (Münzmuseum) — im Ticket enthalten.

Plaza de la Cultura, Calle 5/Avenida Central. 7.000 CRC (ca. 12 USD). Täglich 9:15–17:00.

★★ Teatro Nacional

Costa Ricas prächtigstes Gebäude, 1897 erbaut und vom Pariser Opernhaus inspiriert. Die Kaffeebarone finanzierten den Bau mit einer Sondersteuer auf Kaffeeexporte — damit endlich auch erstklassige Opernensembles nach San José kamen. Die Innenausstattung mit Marmor, Fresken und Blattgold ist beeindruckend. Das berühmteste Gemälde im Foyer zeigt ironischerweise eine Kaffeeernte-Szene mit Bananen im Hintergrund — gemalt in Italien von einem Künstler, der Costa Rica nie besucht hat und Kaffeepflanzen offenbar nicht von Bananenbäumen unterscheiden konnte.

Regelmäßig finden Konzerte, Ballett und Theateraufführungen statt — und die Tickets sind überraschend günstig (ab 5.000 CRC / 9 USD). Das Café im Theater serviert exzellenten Kaffee in prachtvollem Ambiente.

Plaza de la Cultura, Avenida 2. Führungen: 3.000 CRC (5 USD). Mo–Sa 9:00–16:00.

★★ Barrio Escalante

Das hipste Viertel San Josés hat sich in den letzten Jahren vom verschlafenen Wohnviertel zum gastronomischen und kreativen Hotspot gewandelt. Alte viktorianische Herrenhäuser beherbergen heute Craft-Beer-Bars, Specialty-Coffee-Shops, Fusion-Restaurants und Galerien. Die Calle 33 ist das Epizentrum: Hier reiht sich ein Restaurant an das nächste, und an Wochenenden pulsiert das Viertel vor Energie.

Die beste Zeit für einen Besuch ist Samstag- oder Sonntagvormittag — dann findet der Feria Gastronómica statt, ein Streetfood-Markt mit Dutzenden Ständen, an denen man sich durch die kulinarische Vielfalt Costa Ricas und der Welt essen kann.

Nordöstlich des Stadtzentrums, rund um Calle 33 und Avenida 11. Uber ab Zentrum: 2.000 CRC (3 USD).

★★ Museo de Jade

Das größte Jademuseum der Welt beherbergt über 7.000 Objekte — Jade war für die präkolumbischen Völker Costa Ricas wertvoller als Gold. Das Museum zeigt kunstvoll geschliffene Anhänger, Äxte und Zeremonialgerät, die bis zu 2.000 Jahre alt sind. Das moderne, fünfstöckige Gebäude an der Plaza de la Democracia ist selbst ein architektonisches Highlight mit seiner jadegrünen Fassade.

Avenida Central, Calle 13. 5.000 CRC (ca. 9 USD). Täglich 8:00–17:00.

★ Parque La Sabana

San Josés grüne Lunge am westlichen Stadtrand — hier befand sich bis 1955 der alte Flughafen. Heute ist der Park das Naherholungsgebiet der Josefinos: Jogger, Fußballspieler, Familien und Verliebte teilen sich die weitläufigen Grünflächen. Am Wochenende herrscht fröhliches Treiben. Im ehemaligen Terminal befindet sich das Museo de Arte Costarricense (MACC) mit einer sehenswerten Sammlung costa-ricanischer Kunst.

Western San José. Park: kostenlos, 24h. MACC: 3.000 CRC, Di–So 9:00–16:00.

★ Iglesia de la Merced

Die schönste Kirche San Josés steht etwas versteckt an der Calle 12. Die neogotische Backsteinfassade stammt aus dem späten 19. Jahrhundert und wirkt wie aus Europa hierher verpflanzt. Im Inneren finden regelmäßig Messen statt, die von einem beeindruckenden Chor begleitet werden. Ein Ort der Ruhe inmitten des städtischen Chaos.

Tipp

Der Mercado Central ist der sicherste Ort für ein günstiges, authentisches Mittagessen — aber achte auf deine Wertsachen. Rucksack nach vorne, Handy in der Hosentasche. Bestelle einen „Casado" mit „Jugo natural" und erlebe, warum die Ticos so gerne hier essen.

Stadtrundgang: San José zu Fuß

Dauer: 3–4 Stunden | Distanz: Ca. 4 km | Beste Zeit: Vormittags ab 8:00 Uhr (kühler, weniger voll)

1. Mercado Central (Start)
Beginne am Mercado Central mit einem Gallo Pinto und einem Café Chorreado. Tauche ein in das geschäftige Treiben und probiere exotische Früchte an den Obstständen.

2. Avenida Central (Fußgängerzone)
Die autofreie Hauptstraße führt vom Markt nach Osten. Straßenmusiker, Schuhputzer, Blumenverkäufer und das alltägliche Leben der Josefinos. Hier bekommt man ein Gefühl für den Puls der Stadt.

3. Teatro Nacional
An der Plaza de la Cultura. Führung oder Kaffee im Theater-Café. Der Platz davor ist ein beliebter Treffpunkt — hier sitzen immer Leute auf den Stufen und beobachten das Treiben.

4. Museo del Oro (unter der Plaza)
Abstieg in die unterirdische Goldschatzkammer. Plan 45 Minuten ein — die Sammlung ist erstaunlich.

5. Parque Nacional
5 Minuten Fußweg nach Osten. Der größte Park im Zentrum mit dem eindrucksvollen Monumento Nacional — einer Bronzeskulptur, die den zentralamerikanischen Sieg über den US-Filibuster William Walker 1856 zeigt. Faultiere leben in den Bäumen des Parks!

6. Museo Nacional
Direkt am Parque Nacional in der ehemaligen Kaserne. Die Einschusslöcher in der Fassade erzählen von der Revolution 1948. Innen: die mysteriösen Steinkugeln und der Schmetterlingsgarten.

7. Museo de Jade
3 Minuten nördlich. Das modernste Museum der Stadt mit der größten Jadesammlung der Welt. Die Aussicht vom oberen Stockwerk über die Stadt lohnt sich.

8. Barrio Amón (Abstecher)
Nördlich des Zentrums: Das ehemalige Viertel der Kaffeebarone mit verfallenen viktorianischen Villen, Street Art und einer morbiden Eleganz. Hier sieht man, was San José einmal war — und was es sein könnte. Einige der alten Häuser wurden zu Boutique-Hotels umgebaut (Hotel Don Carlos, Costa Rica Guesthouse).

9. Barrio Escalante (Ende)
Weiter nach Osten: San Josés Food-Viertel. Perfekt für ein Mittagessen in einem der zahlreichen Restaurants auf der Calle 33. Empfehlung: Al Mercat für Tapas oder Sikwa für indigene Fusion-Küche.

Tipp

San José ist am Morgen am angenehmsten — ab 14 Uhr wird es oft heiß und schwül, und in der Regenzeit kommen die Nachmittagsschauer pünktlich um 14–15 Uhr. Plane den Rundgang vormittags und verbringe den Nachmittag in einem Museum oder Café.

Essen & Trinken in San José

San José ist überraschend kulinarisch — besonders Barrio Escalante hat sich zum gastronomischen Epizentrum Zentralamerikas entwickelt. Von authentischen Sodas bis Fine Dining ist alles vertreten.

€ Budget — Sodas & Streetfood

Soda Tapia (Mercado Central) · Avenida Central — Die Institution im Markt. Casado mit Carne en Salsa oder Pollo für 3.000–4.500 CRC. Authentischer geht es nicht. Riesige Portionen.

La Sorbetera de Lolo Mora · Avenida Central/Calle 4 — Handgemachtes Eis aus tropischen Früchten seit 1920. Eine Kugel Cas oder Guanábana für 1.000 CRC — die beste Erfrischung in San José.

Restaurante Tin Jo · Calle 11, Avenida 6/8 — Überraschend gutes asiatisches Restaurant (chinesisch, thailändisch, japanisch) zu fairen Preisen. Pad Thai für 5.000 CRC, Sushi-Rollen ab 4.000 CRC. Seit über 30 Jahren eine Institution.

€€ Mittelklasse

Al Mercat · Calle 33, Barrio Escalante — Spanische Tapas-Bar mit costa-ricanischem Twist. Die Croquetas und die Patatas Bravas sind exzellent. Lebhafte Atmosphäre, gute Weinauswahl. 8.000–15.000 CRC pro Person.

Kalú · Calle 31, Barrio Escalante — Café, Bistro und Galerie in einem. Fantastisches Frühstück und Brunch, hervorragender Kuchen. Der Innenhof ist eine grüne Oase. 5.000–12.000 CRC.

La Criollita · Avenida 7, Calle 7 — Traditionelle Tico-Küche in einem Haus mit über 60 Jahren Geschichte. Der beste Casado der Stadt für 5.500 CRC, serviert von Kellnern, die hier seit Jahrzehnten arbeiten.

Mantras Veggie Café · Calle 35, Barrio Escalante — Das beste vegetarische Restaurant Costa Ricas. Kreative pflanzliche Küche mit lokalen Zutaten. Die „Buddha Bowl" und die veganen Tacos sind hervorragend. 6.000–10.000 CRC.

€€€ Gehoben

Sikwa · Calle 33, Barrio Escalante — Das außergewöhnlichste Restaurant Costa Ricas. Küchenchef Pablo Bonilla kocht mit vergessenen indigenen Zutaten: Insekten, wilde Kräuter, Kakao, Yuca-Blüten. Das Degustationsmenü (35.000 CRC / ca. 60 USD) ist eine kulinarische Zeitreise in die präkolumbische Küche. Reservierung Pflicht!

Silvestre · Barrio Escalante — Fine Dining mit Fokus auf costa-ricanische Zutaten und innovative Techniken. Saisonales Menü, das sich nach der Ernte richtet. 40.000–60.000 CRC pro Person mit Weinbegleitung.

Craft Beer & Bars

Costa Rica Beer Factory · Barrio Escalante — Hauseigene Craft Beers in industriellem Ambiente. Die „Segua Red Ale" und die „Libertas Tropical Blonde" sind hervorragend. Pint ab 3.000 CRC.

Club del Mar · Barrio Escalante — Cocktailbar mit exzellenten Guaro-Cocktails und einer Mezcal-Auswahl, die in Mexiko nicht besser wäre. Der „Tico Sour" (Guaro, Limette, Eiweiß, Salsa Lizano) ist ein Muss. Cocktails ab 4.500 CRC.

Stiefel Pub · San Pedro — Deutsches Bierhaus (ja, wirklich!) mit importiertem deutschem Bier und erstaunlich gutem Schnitzel. Beliebt bei Expats und Studenten der nahen Universität.

Achtung

In San José abends nicht allein durch schlecht beleuchtete Straßen gehen — besonders rund um den Mercado Central und den Parque Central nach 21 Uhr. Uber ist die sicherste Art, sich nachts fortzubewegen (günstiger als Taxis und zuverlässiger).

Übernachten in San José

Die meisten Reisenden verbringen nur 1–2 Nächte in San José, bevor es weitergeht. Die beste Gegend zum Übernachten ist Barrio Escalante (sicher, gute Restaurants) oder Barrio Amón (historisch, zentrumsnah). Meide das direkte Stadtzentrum nachts.

€ Budget

Hostel Casa del Parque · Barrio Amón — In einer wunderschönen viktorianischen Villa, mitten im historischen Viertel. Dorms ab 12 USD, Privatzimmer ab 35 USD. Gemeinsame Küche, tolle Atmosphäre, hilfsbereites Personal.

Costa Rica Backpackers · Avenida 6, Calle 21 — Pool, Bar, Gemeinschaftsküche. Der Treffpunkt für Backpacker in San José. Dorms ab 14 USD.

€€ Mittelklasse

Hotel Don Carlos · Barrio Amón — Historisches Boutique-Hotel in einem 1930er-Villa mit Innenhof, prä-kolumbischer Kunstsammlung und einem charmanten Restaurant. DZ ab 75 USD.

Hotel Presidente · Avenida Central, Calle 7 — Zentrale Lage direkt an der Fußgängerzone. Modern, sauber, Rooftop-Bar mit Stadtblick. DZ ab 85 USD.

€€€ Gehoben

Hotel Grano de Oro · Calle 30, Avenida 2 — Das vielleicht schönste Hotel San Josés: Zwei viktorianische Häuser, liebevoll restauriert, mit tropischem Garten, Jacuzzi auf der Dachterrasse und einem exzellenten Restaurant. DZ ab 150 USD. Frühstück inklusive.

Finca Rosa Blanca · Heredia (20 Min. nördlich von San José) — Luxuriöse Kaffee-Hacienda inmitten von Kaffeeplantagen. Jedes Zimmer ist ein Kunstwerk. Pool mit Vulkanblick, eigene Kaffee-Tour. DZ ab 250 USD. Wenn du dir ein einziges Luxus-Erlebnis gönnst — dieses hier.

Tipp

Wenn dein Flug spät abends ankommt oder früh morgens abfliegt: Übernachte in Alajuela (nahe dem Flughafen SJO) statt in San José. Hotels wie das Adventure Inn oder das Buena Vista Hotel sind 10 Minuten vom Terminal entfernt und sparen den stressigen Nacht-Transfer in die Stadt.

Vulkane Poás & Irazú

★★★ Volcán Poás

Der Poás ist Costa Ricas zugänglichster aktiver Vulkan — vom Parkplatz sind es nur 300 Meter bis zum Kraterrand. Der Hauptkrater hat einen Durchmesser von 1,3 km und ist einer der größten aktiven Krater der Welt. Wenn die Wolken sich lichten (morgens am wahrscheinlichsten!), blickt man auf einen säuregelbgrünen Kratersee, aus dem schweflige Dampfschwaden aufsteigen.

Seit dem Ausbruch 2017 ist der Zugang reguliert: Maximal 20 Minuten am Kraterrand, Tickets müssen online vorab über das SINAC-System gebucht werden. Gasmasken liegen für Notfälle bereit.

37 km nördlich von Alajuela. Eintritt: 15 USD (Ausländer). Täglich 8:00–14:00. Online-Reservierung Pflicht! Fahrt ab San José ca. 1,5h.

★★ Volcán Irazú

Mit 3.432 Metern der höchste aktive Vulkan Costa Ricas. An klaren Tagen (selten, aber möglich — am besten morgens vor 10 Uhr) sieht man vom Gipfel gleichzeitig den Pazifik und die Karibik. Der Kratersee schimmert in einem unwirklichen Grün. Der letzte große Ausbruch war 1963 — ausgerechnet während des Besuchs von US-Präsident Kennedy.

Die Fahrt zum Gipfel führt durch unwirkliche Mondlandschaften. Oben ist es kalt (5–10°C) und oft neblig — warme Kleidung ist Pflicht!

31 km nördlich von Cartago. Eintritt: 15 USD. Täglich 8:00–15:30. Fahrt ab San José ca. 1,5h.

Orosi-Tal & Kaffeeplantagen

★★ Orosi-Tal & Cartago

Das Orosi-Tal südöstlich von Cartago ist eines der schönsten Täler Costa Ricas — und erstaunlich wenig besucht. Üppig grüne Hänge, Kaffeeplantagen, heiße Quellen und die älteste noch genutzte Kirche Costa Ricas (Iglesia de San José de Orosi, erbaut 1743). Eine Rundfahrt um den Stausee Cachí bietet spektakuläre Ausblicke.

Cartago, die ehemalige Hauptstadt, ist vor allem für die Basílica de Nuestra Señora de los Ángeles bekannt — Costa Ricas wichtigstes Heiligtum. Am 2. August pilgern Hunderttausende von San José hierher. Die Basilika beherbergt die „La Negrita", eine kleine schwarze Madonna-Figur.

Orosi-Tal: 35 km südöstlich von San José. Cartago: 22 km östlich von San José. Beides als Tagesausflug machbar.

★★ Kaffeeplantagen-Touren

Costa Rica produziert ausschließlich Arabica-Kaffee — per Gesetz darf keine andere Sorte angebaut werden. Die Plantagen im Zentraltal (1.200–1.700 m Höhe) profitieren von vulkanischem Boden, gleichmäßigem Klima und Handpflücking. Das Ergebnis: einer der besten Kaffees der Welt.

Die beliebtesten Touren:

  • Doka Estate (Alajuela): Eine der ältesten Plantagen, familiengeführt. Kompletter Prozess von der Pflanze bis zur Tasse. 2,5h Tour inkl. Verkostung. 25 USD.
  • Café Britt (Heredia): Der bekannteste Kaffee-Exporteur mit einer unterhaltsamen, theatralisch inszenierten Tour. 32 USD mit Mittagessen.
  • Hacienda Alsacia (Alajuela): Starbucks Reserve-Farm — ja, Starbucks besitzt eine Plantage in Costa Rica, und die Tour ist erstaunlich gut. 25 USD.

Tipp

Die beste Kaffee-Tour ist Doka Estate: familiär, authentisch und mit einer Verkostung, die zeigt, warum costa-ricanischer Kaffee so besonders ist. Morgens hingehen — dann sind die Ausblicke auf das Zentraltal am klarsten.

Kaffee-Wissen: Vom Baum zur Tasse

Costa Rica ist das einzige Land der Welt, das per Gesetz den Anbau von Robusta-Kaffee verbietet — nur Arabica darf angebaut werden. Das Ergebnis: konstant hohe Qualität, die auf dem Weltmarkt Spitzenpreise erzielt.

Der Kaffee-Gürtel

Die besten Anbauregionen liegen zwischen 1.200 und 1.800 Metern Höhe im Zentraltal, den Hängen der Vulkane Poás und Barva, und im Tarrazú-Tal südlich von San José. Die Kombination aus vulkanischem Boden, Höhenlage, Äquatornähe und gleichmäßiger Feuchtigkeit ist einzigartig. Costa Rica hat acht offizielle Kaffeeregionen:

RegionProfilBesonderes
TarrazúVollmundig, schokoladig, citrusDie bekannteste und teuerste Region
West ValleyHonig, karamell, nussigNavarrete und San Ramón
Central ValleyAusgewogen, süß, fruchtigHeredia, Alajuela, Doka Estate
BruncaIntensiv, schokoladigSüdliche Bergregion
TurrialbaWeich, blumigNiedrigere Höhenlage, milder
Tres RíosElegant, süßKleinste Region, nahe San José
OrosiFruchtig, samtigOrosi-Tal südöstlich von Cartago
GuanacasteKräftig, erdigTrockenere Bedingungen, robusterer Geschmack

Verarbeitungsmethoden

Die Art der Verarbeitung nach der Ernte beeinflusst den Geschmack mindestens so stark wie die Sorte:

  • Washed (gewaschen): Die traditionelle Methode in Costa Rica. Das Fruchtfleisch wird entfernt, die Bohnen werden fermentiert und gewaschen. Ergebnis: klarer, sauberer Geschmack mit ausgeprägter Säure.
  • Honey Process: Ein Teil des Fruchtfleischs bleibt an der Bohne und trocknet mit. Je nach Menge: Yellow, Red oder Black Honey. Ergebnis: süßer, vollmundiger, weniger Säure. Costa Rica ist der Pionier dieser Methode.
  • Natural (trocken): Die ganze Kirsche trocknet in der Sonne. Ergebnis: intensiv fruchtig, beerig. In Costa Rica weniger verbreitet.

Kaffee-Touren im Vergleich

TourPreisDauerBesonderes
Doka Estate25 USD2,5hTraditionell, familiengeführt, authentisch
Café Britt32 USD (mit Lunch)3hProfessionell, theatralisch, gut für Gruppen
Hacienda Alsacia (Starbucks)25 USD2hÜberraschend gut, Forschungsfarm
Don Juan Coffee Tour35 USD3hKombination Kaffee + Schokolade + Zuckerrohr
Coopedota (Tarrazú)20 USD2hKooperative, direkter Handel, Carbon Neutral

Tagesausflüge: Sarchí, Grecia & La Paz

★★ Sarchí — Handwerkskunst & Carretas

Das Dorf Sarchí (30 km nordwestlich von San José) ist das Zentrum der Carreta-Tradition (die bunten Ochsenkarren, UNESCO-Welterbe). In der Fábrica de Carretas Eloy Alfaro (seit 1923!) kann man den Handwerkern beim Bemalen zusehen und Miniatur-Carretas als Souvenir kaufen (ab 5.000 CRC). Vor dem Ort steht die größte Carreta der Welt — Guinness-Buch-Eintrag inklusive.

Sarchí hat auch einen lebhaften Kunsthandwerks-Markt mit Holzarbeiten, Lederwaren und Keramik. Die Kirche im Ortszentrum mit ihrer bunt bemalten Fassade ist ein weiteres Fotomotiv.

Fahrt ab San José: 45 Min. Kombination mit Volcán Poás als Tagesausflug ideal.

★ Grecia — Die sauberste Stadt

Grecia wurde mehrfach als sauberste Stadt Costa Ricas ausgezeichnet. Die Hauptattraktion: die Iglesia de la Nuestra Señora de las Mercedes — eine Kirche, die komplett aus importierten Stahlplatten aus Belgien gebaut wurde (1897). Ja, eine Kirche aus Metall. In tropischem Rot. Einzigartig.

★★ La Paz Waterfall Gardens

Einer der meistbesuchten privaten Parks Costa Ricas: Fünf Wasserfälle in einer Reihe, verbunden durch gepflegte Wanderwege. Dazu ein Schmetterlingsgarten, eine Vogelstation (Tukane zum Anfassen!), ein Schlangengarten, ein Froschexhibit und ein Jaguar-Gehege. Es ist nicht „wild" — eher ein hervorragend gestalteter Naturpark — aber die Fotomöglichkeiten sind erstklassig.

La Paz Waterfall Gardens: 52 USD Erwachsene, 36 USD Kinder. 35 km nördlich von Alajuela. Täglich 8:00–17:00. Kombination mit Volcán Poás ideal (liegt auf dem Weg).

Wer es wilder mag: Die Cataratas de Bajos del Toro (1,5h nördlich von San José) sind weniger bekannt, aber atemberaubend — 90 Meter hoher Wasserfall in eine Dschungelschlucht, deutlich weniger besucht.

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