Fünen & Süddänische Inseln
Odense — Andersens Märchenstadt
Odense (180.000 Einwohner) ist Dänemarks drittgrößte Stadt und die Heimat des berühmtesten Dänen aller Zeiten: Hans Christian Andersen (1805–1875). Der Verfasser von „Die kleine Meerjungfrau", „Das hässliche Entlein" und „Die Schneekönigin" wurde hier geboren und wuchs in der malerischen Altstadt auf. Odense hat sich in den letzten Jahren von einer verschlafenen Provinzstadt in eine dynamische Kulturstadt verwandelt — das neue H.C. Andersen Museum ist das Herzstück dieser Transformation.
Sehenswürdigkeiten in Odense
- H.C. Andersens Hus (2021) — Das futuristische Museum von Kengo Kuma (der Architekt des Olympiastadions in Tokio) ist ein immersives Erlebnis, das Andersens Leben und Märchenwelt auf völlig neue Weise erzählt. Unterirdische Gärten, interaktive Installationen, Licht- und Klangwelten — kein verstaubtes Literaturmuseum, sondern ein Kunstwerk, in dem man Andersens Fantasie physisch betritt. Auch für Nicht-Andersen-Fans ein architektonisches Highlight. Eintritt: 175 DKK.
- H.C. Andersens Barndomshjem (Kinderheim) — Das kleine gelbe Häuschen in der Munkemøllestræde, in dem Andersen seine Kindheit verbrachte. Winzige Räume, originale Möbel und die berührende Geschichte eines Jungen aus ärmlichsten Verhältnissen, der zum weltberühmten Dichter wurde. Eintritt: im H.C. Andersens Hus-Ticket enthalten.
- Brandts — Kulturzentrum — In einer ehemaligen Textilfabrik: das Kunstmuseum Brandts 13, das Medienmuseum und wechselnde Ausstellungen. Dazu Cafés, Restaurants und Boutiquen im Brandts-Viertel.
- Sankt Knuds Kirke (Dom) — Odenses gotischer Dom (13. Jahrhundert) mit dem Schrein des Heiligen Knud (Knut IV.) und einer kunstvollen Krypta. Eintritt: kostenlos.
- Odense Zoo — Einer der besten Zoos Skandinaviens, preisgekrönt für artgerechte Haltung. Besonders das Ozeanium und die Afrika-Savanne sind sehenswert. Eintritt: 230 DKK.
Odenses Altstadt
Die Altstadt rund um Overgade und Nedergade bezaubert mit Kopfsteinpflaster, Fachwerkhäusern und charmanten Hinterhöfen. Jeden Sommer wird Odense zum H.C. Andersen Festival — Straßentheater, Paraden und Märchenaufführungen verwandeln die Stadt in eine lebende Märchenwelt. Die Restaurants entlang des Flusses Odense Å bieten im Sommer herrliche Terrassen.
Schloss Egeskov & Fünens Schlösser
Fünen hat den Beinamen „Schlösserinsel" — nirgendwo in Dänemark stehen mehr Herrensitze auf engem Raum. Das absolute Highlight ist Schloss Egeskov.
Schloss Egeskov
Egeskov (1554) ist eines der besterhaltenen Renaissance-Wasserschlösser Europas. Das märchenhafte Schloss steht auf Eichenpfählen (Egeskov = „Eichenwald") in einem See und ist von einem der spektakulärsten Gärten Europas umgeben: Buchsbaumlabyrinthe, Rosengärten, Fuchsiengarten und ein riesiger Baumwipfelpfad. Dazu kommen Oldtimermuseen, ein Spielplatz und ein Bauernhof — perfekt für Familien. Eintritt: 250 DKK (Garten + Museum), nur Garten: 200 DKK. Öffnungszeit: April–Oktober.
Weitere Schlösser auf Fünen
- Schloss Valdemars — Auf der Insel Tåsinge südlich von Svendborg. Barockes Schloss am Wasser mit Privatstrand, Teehaus und Schlossmuseum. Ein romantischer Ort, der oft für Hochzeiten genutzt wird.
- Schloss Broholm — Historisches Herrenhaus bei Gudme, heute als Boutique-Hotel genutzt. Im nahen Gudme liegt der größte Goldschatzfund der dänischen Eisenzeit.
- Schloss Hindsgavl — Bei Middelfart, an der schmalen Stelle des Kleinen Belts. Heute Konferenzzentrum mit herrlichem Park, von dem man bei Glück Schweinswale beobachten kann.
Fünens Gärten
Fünen ist Dänemarks fruchtbarste Insel: milde Temperaturen, fruchtbare Böden und eine jahrhundertealte Gartentradition. Im Sommer blühen die Gärten der Herrensitze in voller Pracht. Die Fynske Landsby (Fünisches Freilichtmuseum) bei Odense zeigt traditionelle Bauernhöfe und Gärten des 18.–19. Jahrhunderts. Die Hofläden (gårdbutikker) entlang der Landstraßen verkaufen frische Erdbeeren, Äpfel, Honig und handgemachten Käse — Slow Food in seiner reinsten Form.
Svendborg & die Süddänischen Inseln
Svendborg ist Fünens maritimes Herz — eine charmante Hafenstadt, Tor zur Süddänischen Inselwelt (Det Sydfynske Øhav) und Heimat einer wachsenden Food-Szene. Von hier aus erreichst du per Fähre und Brücke einige der schönsten und ruhigsten Inseln Dänemarks.
Svendborg entdecken
Die Hafenstadt (27.000 Einwohner) überrascht mit einer Dichte an guten Restaurants, die ihresgleichen sucht. Rund um den Hafen und die Altstadt: das Naturhistorisches Museum, der lebendige Torvet-Markt (Mittwoch und Samstag) und die Svendborg Havn mit historischen Holzschiffen. Im Sommer: Svendborg Classic Regatta — eines der größten Segelschiff-Festivals Nordeuropas.
Die Inseln
- Ærø — Die Perle des süddänischen Inselmeeres. Ærøskøbing mit seinen bunten Häuschen und Kopfsteinpflaster gilt als eine der besterhaltenen Kleinstädte Europas. Dazu: der Hafen von Marstal mit dem Schifffahrtsmuseum, idyllische Strände und eine Brauerei (Rise Bryggeri). Ærø ist autoarm und am besten per Rad zu erkunden. Fähre ab Svendborg (75 Min.).
- Tåsinge — Per Brücke mit Svendborg verbunden. Das maritime Schloss Valdemars, das charmante Dorf Troense und die tragische Liebesgeschichte von Elvira Madigan locken Besucher.
- Langeland — Die „lange Insel" südöstlich von Svendborg: Schloss Tranekær, Wildpferde im Naturreservat, hervorragend zum Vogelbeobachten und Angeln. Im Winter: Seeadler-Beobachtung.
Die süddänische Inselwelt ist Dänemark im Zeitlupentempo: Keine Hektik, keine Massen, nur Meer, Wind, Fahrräder und eine Ruhe, die man in Europa selten findet. Besonders Ærø ist ein magischer Ort, an dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.
Tipp
Ærø ist per Fähre ab Svendborg erreichbar (75 Min., ca. 110 DKK one-way). Miete dir auf der Insel ein Fahrrad und erkunde Ærøskøbing, Marstal und die Strände an einem Tag. Übernachtung empfohlen — die Abendstimmung in Ærøskøbing ist märchenhaft.
Radfahren auf Fünen
Fünen ist Dänemarks beste Radfahrinsel — und das will in einem Land mit 12.000 km Radwegen etwas heißen. Die Kombination aus sanften Hügeln (nie zu steil, aber nie langweilig), gut markierten Radwegen, malerischen Dörfern und der Nähe zum Meer macht Fünen zu einem Radparadies.
Die besten Radrouten
- Østersøruten (Ostsee-Route, Nr. 8) — Teil des nationalen Radwegenetzes. Die fünsche Teilstrecke führt von Nyborg über Kerteminde, Odense und Svendborg nach Faaborg — etwa 220 km durch Fünens schönste Landschaften. Flach bis leicht hügelig, bestens beschildert.
- Schlösser-Route — Eine Rundtour von Odense zu den wichtigsten Schlössern: Egeskov, Broholm, Hesselagergård und zurück. Ca. 80 km, ein bis zwei Tage.
- Ærø-Rundtour — Die gesamte Insel Ærø per Rad: von Ærøskøbing über Marstal nach Søby und zurück. Ca. 60 km, ein Tag reicht aus. Kaum Autoverkehr, herrliche Küstenabschnitte.
- Svendborg–Faaborg Küstenweg — Entlang der Südküste mit Blick auf die Inselwelt: Strände, Hofläden, das Faaborg Museum und charmante Fischerdörfer. Ca. 30 km, halber Tag.
Praktische Tipps
Fahrräder mieten auf Fünen: In Odense, Svendborg und Faaborg gibt es zahlreiche Verleihe (75–150 DKK/Tag, E-Bikes 200–300 DKK/Tag). Die meisten Hotels und Pensionen bieten Leihräder an. Gepäcktransport zwischen Unterkünften kann bei Reiseveranstaltern gebucht werden — perfekt für mehrtägige Touren ohne Gepäck auf dem Rad.
Fünen wurde von Lonely Planet als eine der besten Radregionen Europas ausgezeichnet — zu Recht. Die Insel ist groß genug für eine Woche Radtouring und klein genug, dass man nie weit von einem guten Restaurant, einem Strand oder einem charmanten Dorf entfernt ist.
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