Santo Spirito & das Handwerkerviertel
Piazza Santo Spirito
Die Piazza Santo Spirito ist das Herz des Oltrarno und Florenz' authentischster Platz: Hier sitzen Studenten, Handwerker, Familien und Künstler auf den Stufen der Basilika, trinken Aperitivo in den Bars und genießen den Abend. Kein Touristenplatz — ein Lebensplatz. Am Morgen: kleiner Markt (Mo–Sa, Obst, Gemüse, Blumen). Am Abend: Aperitivo-Stimmung in der Volume Bar, der Osteria dell'Enoteca und dem Caffè Ricchi.
Basilica di Santo Spirito
Die Kirche Santo Spirito (1444–1487) ist Brunelleschis letztes Meisterwerk — eine Studie in Harmonie und Proportion. Die schlichte Fassade täuscht: Das Innere ist ein Meisterwerk der Renaissance-Architektur mit 38 Seitenkapellen, die jeweils Kunstwerke beherbergen, darunter ein Kruzifix, das dem jungen Michelangelo zugeschrieben wird (er soll es als Dank für die Erlaubnis, Leichen zu sezieren, geschnitzt haben). Eintritt: 2€.
Das Handwerkerviertel
Das Oltrarno ist Florenz' letztes Handwerkerviertel: In den Gassen der Via Maggio, Via Santo Spirito und Borgo San Frediano arbeiten noch immer Vergolder, Buchbinder, Restauratoren, Rahmenmacher und Mosaikkünstler in ihren Botteghe (Werkstätten). Du kannst in die offenen Werkstätten hineinschauen und den Handwerkern bei der Arbeit zusehen — ein lebendiges Museum des Artigianato fiorentino (Florentiner Kunsthandwerk). In der Via di Santo Spirito findest du auch einige der besten Antiquitätengeschäfte der Stadt.
Giardino Bardini
Der Bardini-Garten ist das bestgehütete Geheimnis des Oltrarno: ein terrassierter Renaissance-Garten mit spektakulärem Blick auf den Dom, weniger besucht als der Boboli-Garten und mit einer berühmten Glyzinien-Terrasse, die im April/Mai in violettem Regen blüht. Im Palazzo Bardini: wechselnde Kunstausstellungen. Eintritt: 10€ (oder im Boboli-Kombiticket enthalten).
💡 Tipp
Der Oltrarno ist abends am schönsten: Aperitivo auf der Piazza Santo Spirito (Negroni: 8€), dann durch die Gassen schlendern und in einer der versteckten Trattorien essen (Trattoria 4 Leoni, Il Latini, Sabatino). Hier essen die Florentiner — keine Touristenfallen.