Kolonialzeit & Sklaverei
Bevor die Europäer kamen, lebten die Khoikhoi (Hirten) und San (Jäger und Sammler) seit Zehntausenden von Jahren am Kap. Sie nannten den Tafelberg „Hoerikwaggo" — Berg im Meer. Ihre Geschichte wurde durch die Kolonialisierung fast vollständig ausgelöscht.
Die Niederländer (1652–1795)
Jan van Riebeeck landete am 6. April 1652 am Kap — nicht um zu siedeln, sondern um eine Versorgungsstation für die Schiffe der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) auf dem Weg nach Asien zu errichten. Der Company's Garden in Kapstadt ist der historische Ort dieses ersten Gemüsegartens. Was als Versorgungsstützpunkt begann, wurde schnell zur Kolonie: Die VOC holte Sklaven aus Indonesien, Malaysia, Madagaskar, Mosambik und Indien — ihre Nachkommen bilden heute die kapmalaiische und „Coloured"-Gemeinschaft Kapstadts. Die Khoikhoi wurden vertrieben, getötet oder als Arbeitskräfte versklavt.
Die Briten (1795–1910)
Die Briten übernahmen das Kap 1795 (endgültig 1806) und brachten englische Sprache, Rechtssystem und — entscheidend — die Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1834. Die ehemaligen Sklaven blieben jedoch weitgehend ohne Land, Bildung und politische Rechte. Viele Buren (niederländische Siedler) verließen die Kapkolonie im „Großen Trek" nach Norden, um der britischen Kontrolle zu entgehen — der Beginn einer Spaltung, die Südafrika bis heute prägt.