Apartheid & Befreiung
Die Apartheid (1948–1994)
1948 kam die Nationale Partei an die Macht und errichtete das System der Apartheid (Afrikaans für „Getrenntheit") — die systematische Rassentrennung, die Südafrika für fast 50 Jahre definieren sollte. Kapstadt war besonders betroffen:
- Group Areas Act (1950) — Menschen wurden nach „Rasse" klassifiziert und in getrennte Wohngebiete gezwungen. Die katastrophalste Folge in Kapstadt: die Zerstörung von District Six. 1966 wurde das multikulturelle Innenstadtviertel zum „whites only"-Gebiet erklärt, über 60.000 Menschen wurden in die Cape Flats verbannt, ihre Häuser abgerissen. Das Trauma wirkt bis heute nach.
- Robben Island — Die Gefängnisinsel wurde zum Symbol des Widerstands: Nelson Mandela, Walter Sisulu, Ahmed Kathrada und Hunderte andere politische Gefangene wurden hier eingesperrt — und brachen nicht.
- Townships — Hunderttausende nicht-weiße Kapstädter wurden in die Cape Flats umgesiedelt — Langa (1927, ältestes Township), Gugulethu, Khayelitsha und andere. Diese Siedlungen prägen das Stadtbild bis heute.
Der Weg zur Freiheit
Am 11. Februar 1990 wurde Nelson Mandela aus dem Drakenstein Prison bei Paarl freigelassen — ein Moment, der die Welt veränderte. Er hielt seine erste Rede als freier Mann vom Balkon des City Hall am Grand Parade in Kapstadt. 1994 fanden die ersten freien Wahlen statt, und die Regenbogennation war geboren. Kapstadt hat den Weg der Versöhnung zwar eingeschlagen, kämpft aber weiterhin mit den Folgen der Apartheid: Ungleichheit, räumliche Segregation und soziale Spannungen bleiben Herausforderungen.