Praktische Infos A-Z
Einreise & eVisa
Deutsche Staatsbürger benötigen ein Visum für Kenia. Seit Januar 2024 hat Kenia das Electronic Travel Authorization (eTA)-System eingeführt, das das bisherige eVisa ersetzt.
eTA (Electronic Travel Authorization)
- Online beantragen: etakenya.go.ke — mindestens 72 Stunden vor Reiseantritt
- Kosten: 30 USD
- Gültigkeit: 90 Tage, einfache Einreise
- Benötigte Dokumente: Reisepass (mind. 6 Monate gültig), Passfoto, Reisedaten, Unterkunftsbuchung
- Bearbeitungszeit: In der Regel 24–72 Stunden
Wichtig
- Reisepass muss bei Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein
- Gelbfieber-Impfnachweis wird bei Einreise aus Gelbfieber-Gebieten verlangt (nicht bei Direktflügen aus Deutschland, aber sicherheitshalber mitnehmen)
- Ausreise: Kein Ausreisevisum nötig
- Transit: Bei Umsteigen in Nairobi (z.B. nach Tansania) brauchst du unter Umständen ein Transit-eTA
Tipp
Die eTA-Website kann langsam sein — geduldig sein und nicht doppelt bezahlen. Speichere die Bestätigung als PDF auf dem Handy und drucke sie zusätzlich aus.
Währung & Geld (KES)
Die Landeswährung ist der Kenianische Schilling (KES). Kurs: 1€ ≈ 160–170 KES (schwankt).
Bargeld
- Geldautomaten (ATMs): In Nairobi, Mombasa und größeren Städten überall verfügbar. Barclays, Equity Bank und KCB haben die meisten ATMs. Maximale Abhebung: meist 40.000 KES (~240€)
- USD: In Safari-Lodges und Nationalparks werden Preise oft in USD angegeben. Parkgebühren müssen per KWS SmartCard (prepaid) bezahlt werden — an den Gates oder vorab online
- EUR: Weniger verbreitet als USD, aber in Wechselstuben in Nairobi und Mombasa akzeptiert
M-Pesa — Mobile Payment
M-Pesa ist Kenias universelles Zahlungsmittel. Fast jeder Kenianer nutzt es — vom Taxifahrer bis zum Gemüsehändler. Als Tourist kannst du eine Safaricom-SIM-Karte kaufen und M-Pesa einrichten lassen. Extrem praktisch für kleine Zahlungen, Uber/Bolt und Trinkgelder.
Kreditkarten
In gehobenen Hotels, Restaurants und Supermärkten akzeptiert (Visa > Mastercard). In kleinen Shops und auf Märkten: nur Bargeld oder M-Pesa. Amex wird selten akzeptiert.
Gesundheit & Impfungen
Kenia erfordert sorgfältige gesundheitliche Vorbereitung — besonders Malaria-Prophylaxe ist wichtig!
Impfungen
| Impfung | Status | Hinweis |
|---|---|---|
| Gelbfieber | Empfohlen | Pflicht bei Einreise aus Endemiegebieten. Impfnachweis sicherheitshalber mitnehmen |
| Hepatitis A | Empfohlen | Standard-Reiseimpfung |
| Hepatitis B | Empfohlen | Bei längerem Aufenthalt |
| Typhus | Empfohlen | Besonders bei Reisen abseits touristischer Pfade |
| Tollwut | Erwägen | Bei Kontakt mit Tieren (Safari!) |
| Tetanus/Diptherie/Polio | Auffrischen | Standard-Grundimmunisierung |
🦟 Malaria-Prophylaxe — WICHTIG!
Malaria ist in Kenia ein ernstes Risiko, besonders an der Küste, am Victoriasee und in tiefer gelegenen Gebieten (unter 1.500 m). Nairobi und das Hochland gelten als malariafrei.
- Medikamentöse Prophylaxe: Malarone (Atovaquon/Proguanil) ist die beste Option — gut verträglich, 1 Tag vorher beginnen, 7 Tage nach Rückkehr weiternehmen. Alternativ: Doxycyclin (günstiger) oder Lariam (Mefloquin, nur bei Unverträglichkeit der anderen)
- Mückenschutz: DEET-haltiges Spray (mind. 30%), lange, helle Kleidung abends, imprägniertes Moskitonetz. Safari-Lodges stellen Netze bereit
- Symptome: Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen nach der Reise? Sofort Arzt aufsuchen und auf Kenia-Reise hinweisen!
Reiseapotheke
- Malaria-Prophylaxe (verschreibungspflichtig!)
- Durchfallmittel (Imodium + Elektrolytpulver)
- Sonnenschutz LSF 50 (Äquatorsonne!)
- Insektenschutz (DEET 30%+)
- Pflaster, Desinfektionsmittel, Fieberthermometer
- Reiseübelkeit-Tabletten (für holprige Safari-Pisten)
- Antibiotika (vom Reisemediziner verschreiben lassen)
Achtung
Malaria-Prophylaxe ist kein optionaler Luxus, sondern PFLICHT für Küste, Masai Mara und alle Tieflandgebiete. Geh rechtzeitig zum Reise- oder Tropenmediziner (mindestens 4 Wochen vor Abflug)!
Sicherheit
Kenia ist für Touristen grundsätzlich sicher, aber nicht sorglos. Die allermeisten Safari-Reisenden erleben keinerlei Probleme. Einige Vorsichtsmaßnahmen sind aber wichtig:
In Nairobi
- Nachts nicht zu Fuß im CBD oder abgelegenen Vierteln — immer Uber/Bolt nutzen
- Wertsachen: Kein teurer Schmuck, Kameras nur im Auto/Bus zeigen, Handy nicht offen in der Hand halten
- Sichere Viertel: Westlands, Karen, Gigiri, Lavington — hier kann man auch abends essen gehen
- Taxis: Nur Uber/Bolt oder vom Hotel bestellte Taxis. Keine Straßentaxis
Auf Safari
- Im Fahrzeug bleiben! Außer an ausgewiesenen Stellen (Picknick-Spots) nie aussteigen
- Mindestabstand: 25 Meter zu den meisten Tieren, bei Elefanten und Nashörnern mehr — dein Guide weiß Bescheid
- Nachts: Nie ohne Begleitung vom Zelt/Zimmer zur Lodge laufen — Wildtiere sind im Camp!
- Flusspferde: Nie zwischen ein Flusspferd und das Wasser kommen — tödlich!
An der Küste
- Nachts nicht alleine am Strand — gilt für alle Strände
- Beach Boys (Strandverkäufer) können hartnäckig sein — freundlich aber bestimmt ablehnen
- Lamu und die nördliche Küstenregion: Reisehinweise des Auswärtigen Amts beachten
Generell
- Kopien von Reisepass und eTA immer dabeihaben (digital + Papier)
- Notrufnummern: Polizei 999/112, Ambulanz 999, Tourist Police Nairobi: +254 20 2722346
- Reiseversicherung: Unbedingt mit Rücktransport-Deckung abschließen!
M-Pesa — Mobile Payment
M-Pesa (M für Mobile, Pesa für Geld auf Swahili) ist Kenias genialste Erfindung und revolutioniert, wie du als Tourist bezahlst. Über 90% der kenianischen Erwachsenen nutzen M-Pesa — es ist die unsichtbare Infrastruktur des Landes.
Wie du es als Tourist nutzt
- Safaricom-SIM kaufen: Am Flughafen oder in jedem Safaricom-Shop (Reisepass nötig). SIM kostet ca. 1 USD
- M-Pesa registrieren: Der Verkäufer richtet es für dich ein (dauert 5 Minuten)
- Geld aufladen: An jedem M-Pesa-Agenten (grüne Safaricom-Schilder überall!) mit Bargeld. Oder per Kreditkarte in der App
- Bezahlen: Händler hat eine M-Pesa-Nummer (Paybill/Till-Number), du tippst den Betrag ein — fertig!
Wofür du M-Pesa brauchst
- Uber/Bolt-Fahrten (schneller als Kreditkarte)
- Kleine Restaurants und Shops
- Trinkgelder
- Matatu-Fahrten
- Eintritte und Touren
Tipp: Lade am Anfang 5.000–10.000 KES (30–60€) auf — das reicht für eine Woche Kleinausgaben. M-Pesa-Agenten findest du wirklich überall, sogar in kleinsten Dörfern.
SIM-Karte & Internet
Safaricom ist Kenias größter und bester Mobilfunkanbieter — das Netz deckt über 95% des Landes ab, inklusive der meisten Nationalparks. Airtel Kenya ist die Alternative.
Safaricom Tourist SIM
- Wo kaufen: Safaricom-Shops am JKIA-Flughafen, in Nairobi (Westgate, Sarit Centre) oder in jeder Stadt
- Kosten: SIM ca. 100 KES, Datenpakete ab 500 KES (~3€) für 1 GB / 7 Tage
- Registrierung: Reisepass nötig, wird vor Ort erledigt
- M-Pesa: Wird automatisch mit der Safaricom-SIM aktiviert
Internet in den Parks
Die meisten Safari-Lodges und -Camps haben WLAN — allerdings oft langsam und unzuverlässig. In der Masai Mara und Amboseli funktioniert 4G von Safaricom erstaunlich gut. In abgelegenen Gebieten (Turkana, Samburu) ist das Netz lückenhaft.
Tipp: Offline-Karten auf Google Maps herunterladen und WhatsApp-Nachrichten statt Anrufe nutzen — das spart Datenvolumen auf Safari.
Steckdosen & Strom
Kenia verwendet Steckertyp G (britischer Drei-Pin-Stecker, rechteckig). Die Spannung beträgt 240V, 50Hz.
- Adapter nötig! Deutsche Stecker (Typ C/F) passen nicht. Kaufe vorher einen Reiseadapter (UK-Adapter / Universaladapter)
- Viele Safari-Lodges haben Universalsteckdosen oder leihen Adapter aus — darauf verlassen solltest du dich aber nicht
- In günstigen Unterkünften kann die Stromversorgung unregelmäßig sein — eine Powerbank (20.000 mAh) ist für die Safari Pflicht
- In abgelegenen Camps wird der Strom oft nur zu bestimmten Zeiten per Generator erzeugt (z.B. 6:00–22:00 Uhr)
Safari-Packliste
Die richtige Ausrüstung macht den Unterschied zwischen einer guten und einer großartigen Safari:
Kleidung
- Erdtöne: Khaki, Beige, Olive, Braun — keine grellen Farben (schrecken Tiere nicht, aber du fällst weniger auf). KEIN Tarn-Muster (reserviert für Militär!)
- Schichten: Morgens auf dem Game Drive ist es KALT (8–12°C) — Fleecejacke oder warmer Pullover Pflicht! Mittags wird es warm (25–30°C)
- Lange Hosen/Ärmel: Gegen Mücken abends und Sonne tagsüber
- Bequeme geschlossene Schuhe: Für Game Drives und Camps (keine Flip-Flops im Busch!)
- Sonnenhut/Cap
- Regen-Windbreaker: Leicht, packbar
Ausrüstung
- Fernglas: Unverzichtbar! 8×42 oder 10×42 — ohne Fernglas verpasst du die Hälfte
- Kamera + Teleobjektiv: Mindestens 200mm, ideal 100–400mm
- Powerbank: 20.000 mAh — Strom ist in Camps knapp
- Stirnlampe/Taschenlampe: Camps sind nachts stockdunkel
- Weiche Reisetasche: Für Buschflüge Pflicht (keine Hartschalenkoffer!), max. 15 kg
- Staubschutz: Ziplock-Beutel für Kamera und Elektronik
Gesundheit
- Malaria-Tabletten
- DEET-Insektenspray (30%+)
- Sonnencreme LSF 50
- Lippenpflege mit LSF
- Durchfalltabletten + Elektrolyte
- Reiseapotheke (siehe Gesundheitskapitel)
Tipp
Pack leicht! Auf Buschflügen gilt: max. 15 kg in einer weichen Tasche. Safari-Lodges bieten Wäscheservice (oft kostenlos oder günstig) — du brauchst weniger Kleidung als du denkst.
Trinkgeld-Guide
Trinkgeld ist in Kenias Tourismus-Branche erwartet und wichtig — es macht für viele Mitarbeiter einen erheblichen Teil des Einkommens aus.
Safari-Trinkgeld
| Empfänger | Empfehlung |
|---|---|
| Safari-Guide/Fahrer | 10–20 USD pro Person und Tag |
| Lodge/Camp-Personal | 10–15 USD pro Person und Tag (in Tip Box) |
| Gepäckträger | 1–2 USD pro Tasche |
| Koch (Camping-Safari) | 5–10 USD pro Person und Tag |
Außerhalb der Safari
| Empfänger | Empfehlung |
|---|---|
| Restaurant | 10% der Rechnung (wenn nicht inkludiert) |
| Hotelzimmer | 1–2 USD pro Nacht (auf dem Kopfkissen) |
| Taxifahrer | Aufrunden |
| Masai-Dorf | 20–30 USD pro Gruppe (inklusive im Besuchspreis) |
Tipp: Bringe kleine USD-Scheine (1er, 5er, 10er) von zu Hause mit — sie sind als Trinkgeld Gold wert. Oder nutze M-Pesa!
War dieses Kapitel hilfreich?
