Praktisches A–Z
Einreise & Visum
Visa on Arrival
Deutsche, Österreicher und Schweizer erhalten ein Visa on Arrival am Flughafen Kathmandu (Tribhuvan International Airport). Der Prozess ist unkompliziert, aber kann bei Hochsaison-Ankünften 1–2 Stunden dauern:
- Am Automaten vor der Passkontrolle das elektronische Visumsformular ausfüllen (oder vorab online unter nepaliport.immigration.gov.np — spart deutlich Zeit!)
- Passkontrolle mit Visumsgebühr (in USD bar oder per Kreditkarte)
- Gepäck abholen
Visumsgebühren
| Dauer | Gebühr |
|---|---|
| 15 Tage | 30 USD |
| 30 Tage | 50 USD |
| 90 Tage | 125 USD |
Bezahlung in USD (bar!) oder per Kreditkarte. Passbilder werden am Automaten digital aufgenommen (kein Passfoto nötig, aber für alle Fälle 2 mitbringen). Der Reisepass muss mindestens 6 Monate gültig sein und mindestens 2 leere Seiten haben.
Verlängerung
Visa können im Department of Immigration in Kathmandu (Kalikasthan) oder Pokhara verlängert werden. Maximal 150 Tage pro Kalenderjahr. Kosten: 3 USD pro Tag Verlängerung (Minimum 15 Tage). Prozess dauert 1–3 Stunden, morgens hingehen.
Wichtig
- Kinder unter 10 Jahren: kostenfreies Visum!
- Das Visum gilt ab dem Einreisetag (nicht ab Ausstellungsdatum)
- Overstay wird mit 5 USD/Tag Strafe belegt — plus mögliche Schwierigkeiten bei zukünftigen Einreisen
- Indische Rupien (Scheine über 100 INR) sind in Nepal NICHT als Zahlungsmittel akzeptiert
- Landgrenze Indien: Visa on Arrival auch an den Grenzübergängen erhältlich (Birgunj/Raxaul, Bhairahawa/Sunauli, Kakarbhitta, Nepalgunj). USD in bar mitbringen!
Geld & Währung
Nepalesische Rupie (NPR)
1 Rupie = 100 Paisa (Paisa-Münzen sind faktisch nicht mehr im Umlauf). Scheine: 5, 10, 20, 50, 100, 500, 1.000 NPR. Die 1.000er-Scheine sind relativ neu und werden manchmal in kleinen Geschäften oder auf dem Trek nicht angenommen — halte immer kleine Scheine (100er und 500er) bereit.
Kurs (Richtwert 2025): 1 EUR ≈ 145 NPR / 1 USD ≈ 135 NPR / 1 CHF ≈ 150 NPR
Die nepalesische Rupie ist an die indische Rupie gekoppelt (1 INR = 1,6 NPR fest).
Geld abheben & tauschen
- Geldautomaten (ATM): In Kathmandu, Pokhara und größeren Städten ausreichend verfügbar. Maximale Abhebung: meist 35.000–50.000 NPR pro Transaktion (manche erlauben 100.000 NPR). Nabil Bank, Standard Chartered, Himalayan Bank und Global IME Bank sind am zuverlässigsten. Auf dem Trek: KEINE ATMs ab einer gewissen Höhe! Die letzten ATMs findest du in Namche Bazaar (EBC) und Chame (Annapurna) — danach nur noch Bargeld
- Gebühren: 500 NPR pro Abhebung bei den meisten nepalesischen Banken + Gebühren deiner Heimatbank. Tipp: Nutze eine Reisekreditkarte ohne Auslandseinsatzgebühr (z.B. DKB, ING, Revolut)
- Wechselstuben: In Thamel und am Flughafen. Der Kurs am Flughafen ist fair (kaum schlechter als in der Stadt). In Thamel vergleiche 2–3 Wechselstuben — die Kurse variieren leicht. Bewahre den Wechselbeleg auf! Du brauchst ihn für den Rücktausch bei der Ausreise (max. 15% des gewechselten Betrags)
- Kreditkarten: Nur in gehobenen Hotels, Restaurants und größeren Geschäften in Kathmandu und Pokhara akzeptiert. Auf dem Trek und in kleinen Städten: NUR BARGELD!
Achtung
Nimm genug Bargeld auf den Trek mit! Ab Lukla (EBC) bzw. Besisahar/Manang (Annapurna) gibt es KEINE Geldautomaten. Rechne mit 25–40€/Tag auf dem Trek. Für einen 14-Tage-Trek brauchst du mindestens 50.000–70.000 NPR in bar. Kleine Scheine sind wichtig — auf 4.000 m kann niemand 1.000er-Scheine wechseln! Verteile das Geld auf verschiedene Taschen und Gepäckstücke (falls ein Rucksack verloren geht). Und: Informiere deine Bank VOR der Reise über die Nepal-Nutzung deiner Karte, sonst wird sie aus Sicherheitsgründen gesperrt.
Gesundheit & Wasser
Impfungen
Keine Pflichtimpfungen für Nepal (außer Gelbfieber bei Einreise aus Endemiegebiet). Empfohlen:
- Standard: Tetanus, Diphtherie, Polio (auffrischen!)
- Hepatitis A: Dringend empfohlen — das Risiko ist in Nepal hoch (kontaminiertes Wasser und Essen)
- Hepatitis B: Bei längerem Aufenthalt oder medizinischem Kontakt
- Typhus: Empfohlen — besonders für Backpacker und Trekker, die Straßenessen essen
- Tollwut: Dringend empfohlen! Nepal hat viele streunende Hunde (geschätzt 3 Millionen!) und Affen (Swayambhunath, Pashupatinath). Tollwut ist zu 100% tödlich nach Symptombeginn, und Impfstoff ist auf dem Trek nicht verfügbar. Die Impfung erfordert 3 Dosen über 3–4 Wochen — rechtzeitig vor der Reise beginnen. Bei einem Biss trotzdem sofort Arzt aufsuchen (Auffrischungsdosen nötig)
- Japanische Enzephalitis: Bei Aufenthalt im Terai während der Monsunzeit (Juni–Oktober)
- Cholera: Oral-Impfung optional bei empfindlichem Magen und Straßenessen-Plänen
Wasser — Das A und O
Leitungswasser in Nepal NIEMALS trinken! Auch nicht zum Zähneputzen. Auch keine Eiswürfel in Getränken (es sei denn, das Restaurant stellt sie aus gefiltertem Wasser her). Optionen:
- UV-Wasserentkeimer (SteriPEN): Die beste Lösung für Trekker — 90 Sekunden UV-Licht tötet 99,9% aller Erreger. Kostet ab 80€, amortisiert sich innerhalb weniger Trek-Tage (kein teures „boiled water" kaufen). Braucht Batterien/Ladung — Powerbank mitnehmen!
- Wasserfilter-Flasche (LifeStraw, Grayl): Kompakt, keine Energie nötig, filtert Bakterien und Protozoen. Ab 30€
- Abgekochtes Wasser: In Tea Houses immer verfügbar. Preise steigen mit der Höhe: 50 NPR im Tal, 200–400 NPR auf 4.000 m
- Wasserreinigungstabletten: Micropur oder Chlortabletten — günstig (2€ für 100 Tabletten in Kathmandu), leicht, aber Geschmack leidet
- Flaschenwasser: In Städten verfügbar. Auf dem Trek: bitte KEIN Plastik kaufen! Müllentsorgung auf Höhe ist ein riesiges Umweltproblem — Tausende Plastikflaschen verschandeln die Trekkingrouten
Magen-Darm — Nepals häufigste Touristenkrankheit
„Delhi Belly" gibt es auch in Nepal: Durchfall, Übelkeit und Bauchkrämpfe treffen 30–50% aller Reisenden mindestens einmal. Prävention:
- Hände regelmäßig waschen oder desinfizieren (besonders vor dem Essen)
- Nur geschältes Obst essen, kein rohes Gemüse in billigen Restaurants
- Straßenessen nur von Ständen, die gut besucht sind (hoher Umsatz = frischere Zutaten)
- Mitbringen: Imodium (Akut-Stopper), Elektrolyte (ORS-Pulver, in jeder Apotheke in Kathmandu für 10 NPR), ggf. ein Breitband-Antibiotikum (Ciprofloxacin — mit dem Reisearzt besprechen)
Medizinische Versorgung
In Kathmandu gibt es gute Privatkliniken:
- CIWEC Hospital: Spezialisiert auf Reisekrankheiten, westliche Ärzte, teuer aber gut. Lazimpat, Kathmandu
- Nepal International Clinic: Ebenfalls auf Reisende spezialisiert. Lal Durbar, Kathmandu
Auf dem Trek: nur einfache Health Posts und die HRA-Stationen (Himalayan Rescue Association) in Manang (Annapurna) und Pheriche (EBC). Reisekrankenversicherung mit Helikopter-Evakuierung ist PFLICHT! Eine Rettung per Heli aus dem Khumbu kostet 5.000–10.000 USD. Prüfe deine Police genau: Deckung für Höhen über 4.000 m? Helikopter-Evakuierung inkludiert? Empfohlene Versicherer: Allianz Global Assistance, World Nomads, DAV (für Clubmitglieder).
Sonnenschutz — Unterschätztes Risiko
Die UV-Strahlung in Nepal ist deutlich intensiver als in Mitteleuropa — pro 1.000 Höhenmeter steigt die UV-Belastung um ca. 10–12%. Auf 4.000 m ist die UV-Strahlung 40% stärker als auf Meereshöhe, und Schnee reflektiert zusätzlich bis zu 80% der Strahlung. Schneeblindheit, schwerer Sonnenbrand und langfristige Hautschäden sind reale Gefahren, die viele Trekker unterschätzen.
- Sonnencreme: Mindestens LSF 50+, wasserfest, großzügig und alle 2 Stunden nachcremen — auch bei bewölktem Himmel (UV durchdringt Wolken). Lippen mit Lippenbalsam LSF 30+ schützen (rissige, verbrannte Lippen auf dem Trek sind extrem unangenehm)
- Sonnenbrille: Kategorie 3 oder 4 mit seitlichem Blendschutz. Auf Höhe ab 3.500 m und besonders auf Schneefeldern ist eine gletschertaugliche Brille mit Seitenschutz empfehlenswert. Schneeblindheit (UV-Keratitis) fühlt sich an wie Sand in den Augen, ist extrem schmerzhaft und kann 24–48 Stunden anhalten — auf dem Trek ein ernstes Problem, das den Weitermarsch unmöglich machen kann
- Kopfbedeckung: Breitkrempiger Hut oder Kappe mit Nackenschutz. Auf dem Trek unverzichtbar — auch bei Wind und Wolken
Reiseapotheke — Was mitnehmen?
In Kathmandu gibt es Apotheken an jeder Straßenecke, die die meisten Medikamente rezeptfrei und günstig verkaufen. Trotzdem solltest du eine Grundausstattung mitbringen, da die Qualität nicht immer gewährleistet ist und auf dem Trek keine Apotheken existieren:
- Durchfall & Magen: Imodium (Loperamid), Elektrolytpulver (ORS), Ciprofloxacin (mit Arzt besprechen), Buscopan gegen Krämpfe
- Schmerzen & Fieber: Ibuprofen 400mg (wirkt auch gegen Höhenkopfschmerz besser als Paracetamol), Paracetamol als Reserve
- Höhenkrankheit: Diamox (Acetazolamid) 250mg — prophylaktisch 125mg morgens und abends ab 3.000 m, oder therapeutisch bei Symptomen. Vorher testen! Nebenwirkungen: Kribbeln in Fingern/Zehen, häufiges Wasserlassen, Geschmacksveränderungen bei kohlensäurehaltigen Getränken. Rezeptpflichtig in Deutschland, in Nepal rezeptfrei für ca. 50 NPR pro Tablette
- Erkältung: Nasenspray, Halstabletten, Hustenstiller — trockene, kalte Luft auf Höhe macht die Atemwege anfällig. Der berüchtigte „Khumbu Cough" (trockener Reizhusten durch kalte, dünne Luft) kann wochenlang anhalten
- Wundversorgung: Desinfektionsspray (Octenisept), Pflaster, Blasenpflaster (Compeed — absolut ESSENZIELL auf dem Trek!), sterile Kompressen, elastische Binde für Verstauchungen
- Augen: Augentropfen gegen trockene Augen (Staub!), ggf. Antibiotika-Augentropfen für Bindehautentzündung
- Sonstiges: Antihistaminikum (Allergien, Insektenstiche), Sonnencreme LSF 50+, DEET-Mückenspray (30–50% für Terai/Chitwan), Kohletabletten, Pinzette für Zecken/Splitter
Tipp: Lasse dir von deinem Hausarzt ein Notfall-Set mit Rezepten zusammenstellen — viele reisemedizinische Praxen bieten das als Paket an. Die Beratung kostet ca. 30–50€ und ist das beste investierte Geld vor einer Nepal-Reise.
Tipp
Investiere in einen UV-Wasserentkeimer (SteriPEN) oder eine Filtersystem-Flasche (Grayl Geopress)! Du sparst Geld (kein teures „boiled water" in Tea Houses), produzierst keinen Plastikmüll und hast jederzeit sauberes Wasser. Eine Grayl-Flasche kostet 60€ und amortisiert sich innerhalb von 5 Trekking-Tagen. Auf einem 14-Tage-Trek sparst du 30–50€ — und du hilfst, Nepals Trekkingrouten sauber zu halten.
Strom, Internet & Infrastruktur
Stromausfälle (Load Shedding)
Nepal hatte jahrelang ein massives Stromproblem mit täglichen, stundenlangen Stromausfällen. Seit dem Ausbau der Wasserkraftwerke (2018+) hat sich die Lage in den Städten deutlich verbessert, aber gelegentliche Ausfälle kommen vor — besonders in der Trockenzeit (Februar–April), wenn die Flüsse wenig Wasser führen. Auf dem Trek: Strom in Tea Houses kommt meist per Solaranlage — Steckdosen sind Gold wert und Laden kostet 200–500 NPR pro Gerät!
- Powerbank mitnehmen! Mindestens 20.000 mAh für den Trek, besser 30.000 mAh. In Kathmandu ab 2.000 NPR kaufbar
- Universaladapter: Nepal nutzt verschiedene Steckdosentypen (C, D, M) — oft abenteuerliche Kombinationen. Ein Universaladapter ist die einfachste Lösung
- 230V, 50Hz — wie in Europa, aber die Spannung schwankt (200–240V). Empfindliche Geräte ggf. mit Spannungsschutz verwenden
Internet & SIM-Karte
- SIM-Karte: Am Flughafen Kathmandu oder in Thamel kaufen. Ncell (beste Netzabdeckung, auch auf dem Trek am längsten) oder NTC (staatlich, etwas günstiger). Preis: 200–500 NPR + Datenpaket (z.B. 5 GB für 500 NPR, 30 GB für 1.000 NPR). Reisepass + Passfoto erforderlich!
- Netzabdeckung: 4G in Kathmandu und Pokhara. Auf dem Trek: Bis Namche Bazaar (EBC) und Manang (Annapurna) meist 3G/4G-Empfang, darüber hinaus oft nichts. Auf dem Poon Hill: überraschend guter Empfang (3G)
- WLAN: In Hotels und Restaurants in den Städten verfügbar (gratis oder Passwort fragen). Auf dem Trek: Wi-Fi in Tea Houses verfügbar (200–500 NPR), aber langsam und unzuverlässig — erwarte nicht, Netflix zu streamen. WhatsApp-Nachrichten und Fotos senden geht meist
Straßen & Transport-Infrastruktur
Nepals Straßen sind... ein Abenteuer. Die Hauptverbindungen (Kathmandu–Pokhara, Kathmandu–Chitwan) sind asphaltiert und in akzeptablem Zustand. Die neue Pokhara-Kathmandu-Schnellstraße (in Bau) soll die Fahrzeit von 7 auf 3,5 Stunden reduzieren. Abseits der Hauptstraßen: unbefestigte Pisten, Erdrutsche im Monsun, Stunden der Wartezeit vor Baustellen.
Wichtig zu wissen: Nepal hat keine Eisenbahn (eine kurze Strecke im Terai existiert, ist aber kaum nutzbar). Es gibt nur einen internationalen Flughafen (Tribhuvan, Kathmandu) — der neue Gautam Buddha International Airport in Bhairahawa und der Pokhara International Airport sind fertiggestellt, haben aber noch kaum internationale Verbindungen.
Sicherheit & Notfälle
Allgemeine Sicherheit
Nepal ist eines der sichersten Länder Asiens für Touristen. Gewaltkriminalität gegen Reisende ist extrem selten. Die Nepali sind ein friedliches, gastfreundliches Volk, und selbst in den ärmsten Gegenden wirst du als Gast respektiert und willkommen geheißen. Die Hauptrisiken:
- Taschendiebstahl: In Thamel, auf Touristenrouten und in überfüllten Bussen — Wertsachen eng am Körper tragen, Rucksack vorne tragen in Menschenmengen
- Straßenverkehr: Nepals Straßen sind GEFÄHRLICH! Chaotischer Verkehr, keine Bürgersteige, Busse, die auf Serpentinen über Klippen rasen, Motorräder in der Gegenrichtung. Als Fußgänger: äußerste Vorsicht, immer in Fahrtrichtung gehen, Blickkontakt mit Fahrern suchen. Busfahrten in Nepal gehören zu den statistisch gefährlichsten der Welt
- Trek-Sicherheit: Höhenkrankheit ist das größte Risiko (→ eigenes Kapitel). Andere Risiken: Verirren bei Nebel/Schnee, Erdrutsche im Monsun, Lawinen im Winter, Kälte auf Höhe
Bandhs (Streiks) — Nepals politische Tradition
Bandhs (Generalstreiks) sind eine nepalesische politische Tradition: Parteien, Gewerkschaften oder ethnische Gruppen rufen Streiks aus, bei denen alles stillsteht — Geschäfte schließen, Busse fahren nicht, Taxis stehen. Manchmal kommt es zu Straßenblockaden und vereinzelt zu Ausschreitungen. Bandhs sind selten gewalttätig gegen Touristen, aber sie können deinen Reiseplan komplett durcheinanderbringen.
Was tun bei einem Bandh:
- Informiere dich morgens bei deinem Hotel oder deiner Trekking-Agentur
- Bleibe im Hotel/Guesthouse — es ist nicht gefährlich, aber Transport ist nicht verfügbar
- Touristenbusse fahren manchmal trotz Bandh (besonders Greenline)
- Flüge sind NICHT betroffen
- Nutze den Tag für Sehenswürdigkeiten in Laufnähe — die Altstadt ist oft menschenleerer als sonst!
Erdbeben — Vorbereitet sein
Nepal liegt in einer der seismisch aktivsten Zonen der Welt. Das Erdbeben von 2015 (Stärke 7,8, fast 9.000 Tote) war eine traumatische Erinnerung daran. Was du wissen musst:
- Während eines Erdbebens: Unter einen stabilen Tisch, Türrahmen oder tragende Wand. Weg von Fenstern, Regalen und schweren Gegenständen. Draußen: Weg von Gebäuden, Strommasten und Mauern. Im Gebirge: Achtung Steinschlag und Lawinen
- Nach dem Beben: Nachbeben sind wahrscheinlich. Gebäude auf Risse prüfen. Kontakt zur Botschaft aufnehmen
- Deutsche Botschaft Kathmandu: +977 1 4412786, Gyaneshwor
- Österreichische Botschaft: +977 1 4410891, Hattisar
- Schweizer Botschaft: +977 1 4449225, Jawalakhel
Handeln — Die Kunst des Verhandelns
In Nepal wird fast überall gehandelt — in Souvenirläden, auf Märkten, bei Taxifahrten, sogar bei manchen Hotels. Festpreise gibt es nur in Supermärkten und gehobenen Restaurants. Grundregeln:
- Beginne bei 50–60% des geforderten Preises und arbeite dich auf 60–75% hoch
- Verhandele freundlich und mit Humor — nie aggressiv oder beleidigend
- Lächle und sei bereit, wegzugehen — das senkt den Preis oft sofort
- Trekking-Ausrüstung in Thamel: Preise sind oft doppelt so hoch wie nötig. Vergleiche 3+ Läden!
- Taxi: IMMER vor dem Einsteigen den Preis verhandeln. Taxameter existieren, werden aber fast nie benutzt. Richtwerte: Flughafen → Thamel: 600–800 NPR; Thamel → Boudhanath: 300–500 NPR; Thamel → Bhaktapur: 800–1.200 NPR
- Nicht handeln: In Restaurants mit gedruckter Speisekarte, bei Eintrittspreisen, in Supermärkten, bei Trek-Permits
Die Namaste-Kultur — Verhaltensregeln
Nepal ist ein zutiefst höfliches und respektvolles Land. Einige Grundregeln, deren Beachtung Türen öffnet:
- Namaste (Hände zusammen, leichte Verbeugung) ist die universelle Begrüßung — und öffnet jede Tür. Verwende es großzügig, es wird IMMER geschätzt
- Rechte Hand: Essen und Geben/Nehmen immer mit der rechten Hand. Die linke gilt als unrein (sie wird zur Körperreinigung verwendet)
- Schuhe ausziehen: Vor Tempeln, Klöstern, Gebetsräumen und oft auch vor Wohnhäusern. Schau, was andere tun
- Kopf nicht berühren: Der Kopf gilt als heilig — berühre nie den Kopf eines Nepali, auch nicht von Kindern (auch wenn sie süß sind!)
- Uhrzeigersinn: Buddhistische Stupas, Chorten und Mani-Steine IMMER im Uhrzeigersinn umrunden. Mani-Mauern IMMER links passieren
- Bescheidenheit: Bedecke Schultern und Knie in Tempeln. Öffentliche Zuneigungsbekundungen zwischen Paaren sind unüblich und werden als unhöflich empfunden
- Fotografieren: Frage immer um Erlaubnis, bevor du Menschen fotografierst. An Verbrennungsghats (Pashupatinath) mit äußerstem Respekt — es sind echte Trauerfeiern
- Sohlen: Zeige niemals die Sohlen deiner Füße auf Personen oder religiöse Objekte — sitze im Schneidersitz, nicht mit ausgestreckten Beinen in Richtung Altar
- Jutha: Etwas, das deine Lippen berührt hat, gilt als „jutha" (rituell verunreinigt). Teile nie deine Trinkflasche direkt (ohne den Mund zu berühren gießen) und biete nie angebissenes Essen an
Tipp
Die wichtigste Sicherheitsregel für Nepal: Informiere IMMER jemanden über deine Reisepläne — dein Hotel, deine Trekking-Agentur, Freunde zu Hause. Registriere dich bei der Deutschen Botschaft (Krisenvorsorgeliste ELEFAND). Auf dem Trek: Schreibe dich in die Registrierbücher der Tea Houses ein und trage deine TIMS-Karte immer bei dir. Bei einem Erdbeben, Erdrutsch oder medizinischen Notfall kann dich so niemand suchen, aber zumindest wissen Retter, wo du sein solltest.
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