Josefov — Das Jüdische Viertel
Das Josefov ist das ehemalige jüdische Ghetto Prags — und eine der am besten erhaltenen jüdischen Erinnerungslandschaften Europas. Seit dem 10. Jahrhundert lebten Juden in Prag, zeitweise die größte jüdische Gemeinde Europas. Die Geschichte schwankt zwischen Duldung und Verfolgung, zwischen kultureller Blüte und Pogromen.
Das Jüdische Museum
Das Židovské muzeum umfasst sechs Synagogen, den Alten Jüdischen Friedhof und eine der umfangreichsten Sammlungen jüdischer Kunst und Geschichte weltweit. Das Besondere: Die Nazis plünderten die Synagogen nicht, sondern planten ein „Museum einer ausgerotteten Rasse" — deshalb blieben die Sammlungen erhalten. Eine grausame Ironie der Geschichte.
- Altneu-Synagoge (Staronová synagoga): Die älteste noch aktive Synagoge Europas (1270). Gotischer Bau mit einzigartiger Doppelschiff-Konstruktion. Hier soll der Golem des Rabbi Löw auf dem Dachboden ruhen — die berühmteste Prager Legende. Separater Eintritt: 200 CZK.
- Alter Jüdischer Friedhof: Zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert bestattet — auf engstem Raum, weil der Friedhof nicht erweitert werden durfte. 12.000 Grabsteine stehen dicht an dicht, übereinander geschoben, schief, mit Moos bedeckt. Darunter liegen schätzungsweise 100.000 Verstorbene in bis zu zwölf Schichten. Einer der ergreifendsten Orte Europas.
- Pinkas-Synagoge: An den Wänden stehen die Namen aller 77.297 tschechischen und mährischen Holocaust-Opfer — handgeschrieben, Name für Name, Geburtsdatum, Todesdatum, Deportationsziel. Im Obergeschoss: Kinderzeichnungen aus dem KZ Theresienstadt. Es gibt wenige Orte auf der Welt, die so sprachlos machen.