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Geschichte · Abschnitt 2/3

Hussiten, Habsburger & Fenstersturz

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Hussiten, Habsburger & Fenstersturz

Jan Hus und die Hussitenkriege (1415–1436)

Der Prager Prediger und Reformator Jan Hus kritisierte die Korruption der Kirche — 100 Jahre vor Martin Luther. 1415 wurde er in Konstanz als Ketzer verbrannt. Seine Anhänger, die Hussiten, erhoben sich in einem erbitterten Glaubenskrieg, der Böhmen und ganz Mitteleuropa erschütterte. Die Hussitenkriege prägten Tschechiens Identität als Land des Widerspruchs gegen autoritäre Macht — ein Thema, das sich durch die Jahrhunderte zieht.

Der Prager Fenstersturz (1618)

Am 23. Mai 1618 warfen protestantische böhmische Adlige zwei kaiserliche Statthalter und ihren Sekretär aus dem Fenster der Prager Burg — 17 Meter in die Tiefe. Die Opfer überlebten (sie landeten auf einem Misthaufen, sagen die Protestanten; Engel retteten sie, sagen die Katholiken). Dieser Zweite Prager Fenstersturz löste den Dreißigjährigen Krieg aus — den verheerendsten Konflikt Europas bis zum Ersten Weltkrieg.

Die Habsburger-Herrschaft

Nach der verlorenen Schlacht am Weißen Berg (1620) unterwarfen die Habsburger Böhmen für 300 Jahre. Die protestantische Elite wurde vertrieben oder hingerichtet (27 Anführer wurden auf dem Altstädter Ring enthauptet — noch heute markieren 27 Kreuze im Pflaster die Stelle). Tschechisch wurde als Amtssprache verboten, die Gegenreformation erzwungen. Die barocken Kirchen und Paläste Prags — so schön sie sind — sind auch Monumente der Habsburger-Unterdrückung.

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