Praktisches A–Z
Visum & Einreise
e-Visa (Pflicht!)
Deutsche, Österreicher und Schweizer benötigen ein Visum für die Einreise nach Tansania. Seit 2024 ist das e-Visa der Standardweg:
- Online-Antrag: Über visa.immigration.go.tz (offizielle Seite der tansanischen Immigration)
- Kosten: 50 USD (Touristenvisum, Single Entry, 90 Tage)
- Bearbeitungszeit: 3–10 Werktage (rechtzeitig beantragen!)
- Benötigt: Reisepass (mind. 6 Monate gültig, 2 freie Seiten), Passfoto (digital), Rückflugticket, Hotelbuchung/Safari-Bestätigung
- Visa on Arrival: War früher möglich, wird seit Ende 2023 nicht mehr empfohlen (lange Wartezeiten, Ablehnung möglich). Immer vorher online beantragen!
Einreise
Bei der Ankunft: e-Visa-Bestätigung (ausgedruckt oder digital), Reisepass, Rück-/Weiterflugticket. Fingerabdrücke und Foto werden genommen. Der Prozess dauert 15–30 Minuten.
Sansibar-Besonderheit
Sansibar ist Teil Tansanias — das Visum gilt für Festland UND Sansibar. Bei Einreise über Sansibar gelten die gleichen Bestimmungen. Die Gelbfieber-Impfung kann bei Einreise über Sansibar kontrolliert werden (besonders bei Zwischenstopp in Endemiegebieten wie Addis Abeba).
Achtung
Beantrage das e-Visa mindestens 2–4 Wochen vor Abreise! Die Bearbeitungszeit kann schwanken, und ohne gültiges Visum wird das Boarding verweigert. Die offizielle Website ist manchmal langsam — Geduld und Screenshots der Bestätigung sind ratsam.
Geld & Währung
Tansania-Schilling (TZS)
Kurs (Richtwert 2025): 1 EUR ≈ 2.800 TZS / 1 USD ≈ 2.600 TZS
Scheine: 500, 1.000, 2.000, 5.000, 10.000 TZS. Münzen: 50, 100, 200, 500 TZS (selten im Umlauf).
Zwei-Währungs-System
In Tansania existiert de facto ein Zwei-Währungs-System: Für lokale Dinge (Essen, Transport, Märkte) zahlst du in TZS, für touristische Leistungen (Safari, Nationalparks, Hotels, Tauchkurse, Kilimanjaro) meist in US-Dollar. Safari-Veranstalter, gehobene Hotels und Parkgebühren werden fast immer in USD berechnet.
Bargeld & Geldautomaten
- Geldautomaten (ATM): In allen größeren Städten (Dar es Salaam, Arusha, Moshi, Stone Town). CRDB und NMB haben die meisten ATMs. Maximum pro Abhebung: 400.000 TZS (ca. 140€). Gebühren: 5.000–10.000 TZS + Gebühren deiner Heimatbank.
- US-Dollar mitbringen! Bringe 200–500 USD in bar mit (Scheine ab 2006, größere Scheine = besserer Wechselkurs). Viele Safari-Trinkgelder und kleine Zahlungen werden in USD erwartet.
- Kreditkarten: Visa und Mastercard in gehobenen Hotels, Restaurants und Safari-Lodges akzeptiert. Auf Märkten, in lokalen Restaurants und auf dem Land: nur Bargeld!
- Mobile Money (M-Pesa): Tansanias beliebtestes Zahlungsmittel. Als Tourist schwer zu nutzen (erfordert tansanische SIM), aber einige Anbieter akzeptieren M-Pesa von Touristen.
Tipp
Führe immer ausreichend Bargeld mit — sowohl TZS für den Alltag als auch USD für Trinkgelder und touristische Zahlungen. Außerhalb der Städte gibt es keine ATMs, und auf Safari bist du tagelang ohne Zugang zu Banken. 100–200 USD in kleinen Scheinen (1, 5, 10, 20 USD) für Trinkgelder bereithalten.
Gesundheit & Impfungen
Impfungen
| Impfung | Empfehlung | Hinweis |
|---|---|---|
| Gelbfieber | Dringend empfohlen | Pflicht bei Einreise über Endemiegebiet (z.B. Äthiopien, Kenia). Kann bei Einreise über Sansibar kontrolliert werden. Impfung mind. 10 Tage vor Einreise. |
| Hepatitis A | Empfohlen | Übertragung durch Lebensmittel/Wasser |
| Hepatitis B | Bei längerem Aufenthalt | Übertragung durch Blut/Körperflüssigkeiten |
| Typhus | Empfohlen | Besonders bei Reisen außerhalb touristischer Gebiete |
| Tollwut | Bei längerem Aufenthalt | Streunende Hunde, Fledermäuse. Auf Safari-Camps gelegentlich relevant. |
| Standard | Auffrischen | Tetanus, Diphtherie, Polio, Masern |
Malaria — Das größte Gesundheitsrisiko
Tansania ist Malaria-Gebiet. Das Risiko besteht ganzjährig im gesamten Land, ist aber regional unterschiedlich:
- Hohes Risiko: Küstenregion (Dar es Salaam, Sansibar), Südliche Parks (Nyerere, Ruaha)
- Mittleres Risiko: Serengeti, Tarangire (1.000–1.500 m Höhe)
- Niedriges Risiko: Ngorongoro-Kraterrand (2.200 m), Arusha, Kilimanjaro (ab 2.000 m)
Prophylaxe: Dringend empfohlen! Die gängigen Optionen:
- Malarone (Atovaquon/Proguanil): Am besten verträglich, ab 1 Tag vor bis 7 Tage nach der Reise. Teurer (ca. 4–6€/Tag).
- Doxycyclin: Günstiger (ca. 0,50€/Tag), aber Sonnenempändlichkeit erhöht — problematisch in Afrika! Außerdem: kein Alkohol.
- Lariam (Mefloquin): Wocheneinnahme, aber häufige psychische Nebenwirkungen. Wird selten empfohlen.
Mückenschutz ist entscheidend:
- Mückenspray mit DEET 50% (z.B. Anti Brumm Forte, NoBite) auf Haut und Kleidung
- Lange, helle Kleidung ab Dämmerung
- Unter dem Moskitonetz schlafen (alle Safari-Camps und Hotels haben eines)
- Ventilator/Klimaanlage nutzen (Mücken mögen keinen Wind)
Weitere Gesundheitstipps
- Leitungswasser: NIEMALS trinken! Nur Flaschenwasser (auch zum Zähneputzen in einfachen Unterkünften).
- Sonnenschutz: LSF 50+, Hut, Sonnenbrille. Am Äquator ist die UV-Strahlung extrem.
- Reisekrankenversicherung: PFLICHT! Mit Rücktransport-Option. Kosten für eine Evakuierung per Rettungshubschrauber vom Kilimanjaro: 5.000–10.000 USD.
- Höhenkrankheit (Kilimanjaro): Siehe Kapitel Kilimanjaro. Diamox als Prophylaxe besprechen.
Achtung
Malaria ist in Tansania ein ernstes Risiko und kann tödlich sein! Sprich unbedingt VOR der Reise mit einem Tropenmediziner über die Prophylaxe. Beginne die Medikamente rechtzeitig (Malarone: 1 Tag vorher, Doxycyclin: 1–2 Tage vorher). Und: Auch MIT Prophylaxe konsequent Mückenspray und Moskitonetz nutzen!
Sicherheit
Allgemeine Sicherheitslage
Tansania ist eines der sichersten Reiseländer Afrikas. Es gibt keine Bürgerkriege, keine politische Instabilität und die Kriminalitätsrate gegenüber Touristen ist gering. Die Tansanier sind überwiegend freundlich, hilfsbereit und stolz darauf, Gäste in ihrem Land zu empfangen.
Sicherheitszonen
| Zone | Bewertung | Hinweis |
|---|---|---|
| Safari-Parks | Sehr sicher | Gut organisiert, Ranger präsent, zuverlässige Veranstalter |
| Sansibar | Sicher | Petty Crime möglich, nachts in Stone Town aufpassen |
| Arusha / Moshi | Sicher | Normale Stadtvorsicht, Flycatcher meiden |
| Dar es Salaam | Vorsicht | Taschendiebstahl, nachts nicht allein in bestimmten Vierteln |
| Grenzgebiete Burundi/Kongo | Meiden | Auswärtiges Amt warnt |
Tipps
- Wertsachen: Im Hotelsafe lassen. Keine teuren Uhren, Schmuck oder offen sichtbare Kameras auf der Straße.
- Nachts: Taxi nehmen, nicht zu Fuß gehen (auch in Touristengebieten).
- Betrug: „Flycatcher" in Arusha (vermeintliche Freunde, die Safari verkaufen wollen) und überhöhte Taxipreise sind die häufigsten Probleme. Freundlich aber bestimmt ablehnen.
- Wildtiere: Auf Safari IMMER im Fahrzeug bleiben. Flusspferde (tödlichstes Großtier Afrikas!) und Elefanten können aggressiv werden. Abstand halten.
Safari-Packliste
Die perfekte Safari-Packliste
Weniger ist mehr! Safari-Fahrzeuge und Buschflugzeuge haben begrenzt Platz. Die meisten Camps waschen Wäsche kostenlos oder günstig.
Kleidung
- Farben: Khaki, Beige, Oliv, Grau, Braun. KEIN Weiß (wird schnell schmutzig, reflektiert Licht), KEIN Schwarz (zieht Tsetsefliegen an), KEIN Camouflage (in manchen Ländern Afrikas für Zivilisten verboten).
- 2–3 langärmlige Hemden/Blusen (Sonnenschutz + Mücken)
- 2–3 lange Hosen (zip-off ideal)
- 1 Fleece/Pullover (morgens auf dem Fahrzeug ist es KALT, besonders Ngorongoro)
- 1 leichte Regenjacke
- Bequeme geschlossene Schuhe (keine offenen Sandalen auf Safari!)
- Breiter Hut/Cap mit Sonnenschutz
- Buff/Halstuch (gegen Staub)
Ausrüstung
- Fernglas: DAS wichtigste Safari-Utensil! 8×42 oder 10×42. Leihferngläser in Lodges möglich, aber eigenes ist besser.
- Kamera: Mit Teleobjektiv (200–400 mm ideal). Genug Akkus und Speicherkarten!
- Bohnensack: Als Kamerastabilisierung auf dem Fahrzeugdach. Besser als jedes Stativ.
- Stirnlampe/Kopflampe: Nachts im Camp unverzichtbar (Wege sind nicht beleuchtet).
- Powerbank: In einfachen Camps ist Strom begrenzt (Solar/Generator).
- Staubdichte Tasche: Für Elektronik. Der Staub auf Safari ist allgegenwärtig!
Apotheke
- Malaria-Prophylaxe (verschreibungspflichtig)
- DEET-Mückenspray (50%)
- Sonnencreme LSF 50+
- Durchfall-Medikament (Imodium + Elektrolyte)
- Pflaster, Desinfektionsmittel
- Kopfschmerztabletten
Tipp
Pack eine weiche Reisetasche statt einem Hartschalenkoffer! Buschflugzeuge (Cessna Caravan) haben ein striktes Gepäcklimit von 15 kg und nur kleine Ladeluke. Weiche Taschen lassen sich quetschen, Koffer nicht. Die meisten Safari-Veranstalter weisen explizit darauf hin.
Trinkgeld-Guide für Safari
Trinkgeld auf Safari — Ein Muss!
Trinkgeld ist auf Safari keine Kür, sondern Pflicht. Es macht einen erheblichen Teil des Einkommens von Guides, Köchen und Camp-Personal aus. Die folgenden Richtwerte sind für den Northern Circuit (Serengeti, Ngorongoro) — in den südlichen Parks kann es etwas weniger sein.
| Person | Betrag pro Tag | Hinweis |
|---|---|---|
| Safari-Guide/Fahrer | 15–25 USD | Der wichtigste Trinkgeldempfänger! Guter Guide = unvergessliche Safari |
| Koch (Camping-Safari) | 8–15 USD | Pro Gruppe, nicht pro Person. Er kocht 3× am Tag unter schwierigen Bedingungen |
| Camp-/Lodge-Personal | 5–10 USD | In eine Gemeinschafts-Tip-Box oder direkt an Zimmermädchen/Kellner |
| Porter/Träger (Kilimanjaro) | 8–12 USD | Pro Träger pro Tag! Die härteste Arbeit am Berg |
| Kilimanjaro-Guide | 20–30 USD | Pro Tag. Mehr bei Gipfelerfolg! |
| Kilimanjaro-Koch | 10–15 USD | Pro Tag, pro Gruppe |
| Bootsführer (Sansibar) | 5–10 USD | Pro Tour |
| Massai-Dorfbesuch-Guide | 5–10 USD | Zusätzlich zur Dorfgebühr |
Wie Trinkgeld geben?
- Währung: USD (bevorzugt!) oder TZS. Kleine Scheine (1, 5, 10, 20 USD) bereithalten.
- Zeitpunkt: Am letzten Tag der Safari, in einem Umschlag mit kurzem Dankeschreiben. Persönlich überreichen, nicht einfach auf den Tisch legen.
- Gruppen-Safari: Den Gesamtbetrag kann die Gruppe sammeln und gemeinsam übergeben. Guide separat, Rest in die Tip-Box.
- Kilimanjaro: Trinkgelder werden am letzten Tag in Moshi/Marangu Gate übergeben. Der Veranstalter gibt meist Umschläge. Plane 200–350 USD pro Person für das gesamte Team (6–8 Tage).
Tipp
Bereite die Trinkgelder VOR der Reise vor: 200–400 USD in kleinen Scheinen (1, 5, 10, 20 USD), verteilt auf Umschläge. Beschrifte die Umschläge (Guide, Koch, Porter). So vermeidest du hektisches Geldzählen am letzten Tag. Und: Ein persönliches Dankeschreiben (auch auf Englisch) wird mehr geschätzt als jeder Geldschein.
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