Das Königreich Ayutthaya (1351–1767)
Ayutthaya war über 400 Jahre lang eine der prächtigsten Städte der Welt — größer als London zur gleichen Zeit, mit über einer Million Einwohner auf dem Höhepunkt seiner Macht. Europäische Reisende berichteten staunend von vergoldeten Tempeltürmen, schwimmenden Märkten und einem kosmopolitischen Treiben, das Paris und Amsterdam in den Schatten stellte.
Aufstieg zur Großmacht
Gegründet 1351 von König U Thong (Ramathibodi I.) auf einer Flussinsel am Zusammenfluss dreier Flüsse, war Ayutthaya strategisch perfekt gelegen: eine natürliche Festung und ein idealer Handelsknoten. Das Königreich expandierte rasch und unterwarf schließlich Sukhothai, die Khmer-Gebiete und Teile der malaiischen Halbinsel.
In seinen 416 Jahren hatte Ayutthaya 33 Könige in fünf Dynastien. Die Stadt wurde zum Zentrum eines gewaltigen Handelsnetzes: Japanische, chinesische, portugiesische, persische und holländische Händler unterhielten eigene Viertel. Portugiesische Missionare brachten die Chilischote mit — ohne die die Thai-Küche heute nicht denkbar wäre.
Der Fall von Ayutthaya (1767)
Das Ende kam brutal: Nach jahrelangem Krieg eroberten birmanische Truppen am 7. April 1767 die Stadt. Sie wurde systematisch geplündert und niedergebrannt. Tempel wurden zerstört, Buddhastatuen geköpft (die berühmten kopflosen Buddhas, die man heute in den Ruinen sieht), Goldschätze geraubt, Bibliotheken verbrannt. Zehntausende wurden verschleppt. Es war eine kulturelle Katastrophe, von der sich Thailand nie ganz erholt hat — unzählige Schriften, Kunstwerke und historische Dokumente gingen für immer verloren.
Die Ruinenstadt ist heute UNESCO-Welterbe und ein eindrucksvolles Mahnmal. Der berühmte Buddhakopf in den Baumwurzeln im Wat Mahathat ist eines der meistfotografierten Motive Thailands.
Achtung
In Ayutthaya: Setze dich niemals auf eine Buddhastatue oder posiere respektlos vor den Ruinen. Buddhastatuen — auch kopflose — sind heilige Objekte. Beim Fotografieren neben dem Buddhakopf im Wat Mahathat: Immer niedriger als der Kopf knien!