Seidenweberei & Kunsthandwerk
Thai-Seide ist weltberühmt — schwerer, glänzender und farbintensiver als chinesische oder japanische Seide. Die Wiederentdeckung und Vermarktung der Thai-Seide ist eng mit einem der faszinierendsten Mysterien des 20. Jahrhunderts verbunden.
Jim Thompson — der Seidenkönig
Der amerikanische Geschäftsmann und Ex-CIA-Agent Jim Thompson entdeckte in den 1950er Jahren die Schönheit der fast vergessenen Thai-Seidenweberei und baute ein Imperium auf. Sein Teakholzhaus am Khlong Saen Saep in Bangkok (heute das Jim Thompson House Museum) ist eine der besten Sehenswürdigkeiten der Stadt — eine Sammlung südostasiatischer Kunst in einem atmosphärischen Ensemble traditioneller Thai-Häuser.
1967 verschwand Thompson spurlos während eines Spaziergangs in den Cameron Highlands (Malaysia). Trotz massiver Suchaktion wurde er nie gefunden — bis heute eines der größten ungelösten Rätsel der Region.
Wo Thai-Seide kaufen & erleben
- Isan: Die Provinzen Surin und Khon Kaen sind das Herz der Seidenweberei. In vielen Dörfern kannst du Weberinnen bei der Arbeit zusehen. Mudmee-Seide (mit Ikat-Technik gefärbte Seide) ist die aufwändigste und teuerste Variante.
- Bangkok: Jim Thompson Shops (hochwertig, fair gehandelt), Chatuchak Weekend Market (günstigere Qualitäten), Pahurat (Little India — Stoffmarkt).
- Chiang Mai: San Kamphaeng (Seidenstraße östlich der Stadt) — hier kannst du die gesamte Produktion von der Raupe bis zum fertigen Stoff sehen.
Weiteres Kunsthandwerk
- Celadon-Keramik: Seladongrüne Glasur auf Steinzeug — eine Tradition aus der Sukhothai-Ära. Bester Kauf in Chiang Mai (Baan Celadon).
- Lack- und Goldarbeit: Schwarze Lackarbeit mit Goldblatt (Lai Rod Nam) — auf Schränken, Tempeltüren, Manuskript-Behältern.
- Silberschmuck: Die Karen und Hmong-Bergvölker in Nordthailand stellen exquisiten Silberschmuck her — am besten direkt in den Dörfern um Chiang Mai kaufen (authentischer und fairer als in Touristenläden).
- Holzschnitzerei: Teakholzmöbel und -figuren aus Chiang Mai sind weltberühmt. Achtung: Export von Antiquitäten (über 100 Jahre) und Buddhastatuen ist ohne Genehmigung verboten!
Achtung
Die Ausfuhr von Buddhastatuen aus Thailand ist ohne Genehmigung des Kultusministeriums (Department of Fine Arts) verboten — das gilt auch für Repliken, die alt aussehen. Im Zweifel: Frag den Händler nach einem Exportzertifikat. Zuwiderhandlung wird am Flughafen bestraft.