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Geschichte Australiens · Abschnitt 2/3

Europäische Besiedlung & Sträflingskolonie

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Europäische Besiedlung & Sträflingskolonie

Am 26. Januar 1788 landete Captain Arthur Phillip mit der First Fleet — 11 Schiffe mit 778 Sträflingen, 252 Marines und Besatzung — in Sydney Cove. Australien wurde zur Sträflingskolonie Großbritanniens, einem gigantischen Gefängnis am anderen Ende der Welt. Der 26. Januar ist heute der australische Nationalfeiertag — und gleichzeitig der umstrittenste Tag des Landes, weil Aboriginal People ihn als „Invasion Day" bezeichnen.

Die britische Krone erklärte Australien zu „terra nullius" (Niemandsland) — eine juristische Fiktion, die die Existenz der Aboriginal-Bewohner ignorierte. Die Folgen waren katastrophal:

  • Krankheiten: Pocken, Grippe, Masern — die Aboriginal-Bevölkerung brach innerhalb weniger Jahrzehnte um 80–90% ein.
  • Vertreibung: Aboriginal People wurden von ihrem Land vertrieben, in Reservate gedrängt und kulturell unterdrückt.
  • Frontier Wars: Über 150 Jahre gewaltsame Konflikte zwischen Siedlern und Aboriginal People — geschätzte 20.000–60.000 Aboriginal-Tote, die lange aus der offiziellen Geschichte getilgt wurden.
  • Stolen Generations (1910–1970): Systematische Entführung von Aboriginal-Kindern, die in weißen Familien oder kirchlichen Institutionen „erzogen" wurden. Über 100.000 Kinder wurden ihren Familien entrissen. 2008 sprach Premierminister Kevin Rudd die offizielle Entschuldigung aus.

Zwischen 1788 und 1868 wurden insgesamt 162.000 Sträflinge nach Australien deportiert — für Vergehen, die von Diebstahl bis zu politischem Aktivismus reichten. Viele Australier tragen dieses Erbe mit Stolz: Einen Sträfling im Stammbaum zu haben gilt als ehrenhaft.

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