Casa Batlló
Die Casa Batlló (1904–1906) ist Gaudís verrücktestes Meisterwerk — ein Wohnhaus am Passeig de Gràcia, das aussieht, als wäre es lebendig. Keine gerade Linie, keine rechten Winkel, dafür eine Fassade aus schillernden Keramikscherben, knochenförmige Balkone und ein Dach, das an den Rücken eines Drachen erinnert. UNESCO-Welterbe seit 2005.
Die Fassade
Die Fassade ist Gaudís Interpretation der Legende des Heiligen Georg (Sant Jordi, Schutzpatron Kataloniens): Das schuppenartige Dach ist der Drachenrücken, das Turmkreuz die Lanze des Ritters, die knochenartigen Balkone die Gebeine der Opfer, und die blau-grüne Keramik das schimmernde Meer. Die Interpretation ist umstritten — manche sehen Wasser und Seerosen, andere Knochen und Totenschädel. Gaudí äußerte sich nie dazu. Nachts wird die Fassade beleuchtet — ein Spektakel.
Das Innere
Das Innere ist eine Reise in eine Unterwasserwelt: Der Lichtschacht ist von oben nach unten in verschiedenen Blautönen gefliest — dunkelblau oben (wo viel Licht einfällt), hellblau unten (wo wenig Licht hinkommt). Gaudí dachte in Lichtverteilung, nicht in Dekoration. Die Hauptwohnung der Familie Batlló (Noble Floor) hat pilzförmige Kamine, Fenster wie Schildkrötenpanzer und Decken, die an Meereswellen erinnern.
Die Augmented-Reality-Tour
Seit 2022 bietet Casa Batlló eine immersive AR-Erfahrung: Mit einem Tablet siehst du Gaudís Visionen zum Leben erwachen — Schmetterlinge fliegen durch den Lichtschacht, Drachen klettern über das Dach, Konfetti regnet vom Himmel. Klingt kitschig, ist aber brillant umgesetzt und macht den Besuch zu einem Erlebnis auch für Kinder und Architektur-Muffel. Im Ticket inbegriffen.