Donauknie & Szentendre
Das Donauknie (Dunakanyar)
Das Donauknie (Dunakanyar) ist der spektakulärste Abschnitt der Donau in Ungarn: Etwa 40 km nördlich von Budapest macht der Fluss eine dramatische 90°-Biegung zwischen bewaldeten Hügeln. An den Ufern: mittelalterliche Burgruinen, historische Städte und ein Panorama, das an den Rhein erinnert — nur wilder und weniger touristisch.
Visegrád
Visegrád war im 14.–15. Jahrhundert die königliche Residenz Ungarns. König Matthias Corvinus baute hier einen Renaissance-Palast, der zu den prächtigsten Europas zählte — heute sind nur Ruinen übrig, aber sie thronen dramatisch über der Donau.
- Oberburg (Fellegvár): Die mittelalterliche Burg auf dem 330-Meter-Hügel bietet den besten Blick auf das Donauknie — die Biegung des Flusses, die Hügel, die Stille. Der Aufstieg (20 Minuten) oder die Fahrt mit dem Minibus lohnt sich absolut. Eintritt: 2.000 HUF (5€).
- Königspalast: Die Ausgrabungen des Renaissance-Palastes am Flussufer zeigen die einstige Pracht: Marmorbrunnen, Säulengänge, Gartenanlagen. Eintritt: 1.800 HUF (4,50€).
Esztergom
Esztergom ist die Wiege des ungarischen Staates: Hier wurde der Heilige Stephan I. im Jahr 1000 zum ersten König Ungarns gekrönt. Die Stadt ist der Sitz des Erzbischofs und die religiöse Hauptstadt des Landes.
- Esztergomer Basilika: Die größte Kirche Ungarns und eine der größten Europas: 118 Meter lang, 40 Meter breit, Kuppelhöhe 71,5 Meter. Im Inneren: die Bakócz-Kapelle (1507), ein Meisterwerk der Renaissance-Architektur aus rotem Marmor. Die Kuppel ist begehbar — der Blick über die Donau und die Slowakei (auf der anderen Seite!) ist atemberaubend. Eintritt: Basilika kostenlos, Kuppel: 800 HUF (2€), Schatzkammer: 1.200 HUF (3€).
- Donaubrücke nach Štúrovo: Über die Maria-Valeria-Brücke kannst du zu Fuß in die Slowakei spazieren — ein kurioser Grenzübertritt mitten auf der Brücke. Auf der slowakischen Seite: ein Kaffee für die Hälfte des ungarischen Preises.
Anfahrt
Das Donauknie ist ein perfekter Tagesausflug ab Budapest:
- Schiff: MAHART-Donauschiff ab Budapest (Vigadó tér) nach Visegrád (1,5h) und Esztergom (3h). Die schönste Art, das Donauknie zu erleben. Nur April–September, Fahrplan beachten.
- Zug: Nach Esztergom ab Budapest-Nyugati (1,5h, stündlich, ab 1.200 HUF / 3€).
- Bus: Nach Visegrád ab Budapest Árpád híd (1h, stündlich).
- Mietwagen: Flexibelste Option — Visegrád + Esztergom + Szentendre an einem Tag.
Szentendre — Das Künstlerstädtchen
Szentendre (ausgesprochen: „Sent-endre") liegt nur 20 km nördlich von Budapest an der Donau und ist das malerischste Städtchen der Region: bunte Barockfassaden, kopfsteingepflasterte Gassen, serbisch-orthodoxe Kirchen (die Stadt wurde im 18. Jahrhundert von serbischen Flüchtlingen geprägt) und eine lebendige Künstler- und Galerienszene.
Sehenswürdigkeiten
- Fő tér (Hauptplatz): Der charmante Hauptplatz mit dem Pestkreuz (1763), bunten Häusern und der serbisch-orthodoxen Blagoveštenska-Kirche. Hier konzentrieren sich Cafés, Galerien und Souvenirshops.
- Margit Kovács Museum: Keramik-Museum der berühmten ungarischen Künstlerin — ihre Figuren und Reliefs sind bezaubernd und einzigartig. Eintritt: 2.000 HUF (5€).
- Skanzen (Freilichtmuseum): 3 km außerhalb — das größte Freilichtmuseum Ungarns mit originalen Bauernhäusern, Kirchen und Werkstätten aus allen Regionen des Landes. Ein lebendiges Museum mit Handwerksvorführungen, Brotbacken und Volksfesten. Perfekt für Familien. Eintritt: 2.600 HUF (6,50€).
- Marzipan-Museum (Szamos): Ein Museum voller Marzipan-Skulpturen — das Parlament, Michael Jackson, die Stephanskrone — alles aus Marzipan. Kitschig, aber einzigartig. Eintritt: 800 HUF (2€).
Anfahrt
Szentendre ist der einfachste Tagesausflug ab Budapest:
- HÉV (Vorortzug): Ab Batthyány tér (M2 Metro) direkt nach Szentendre — 40 Minuten, alle 15–20 Minuten, mit Budapest-Card oder ÖPNV-Tageskarte kostenlos (innerhalb Zone 1 + Aufpreis).
- Schiff: MAHART ab Budapest Vigadó tér — 1,5 Stunden, die schönste Option (April–September).
Tipp
Szentendre ist tagsüber touristisch (besonders am Wochenende). Komm unter der Woche oder am frühen Morgen. Die schönsten Gassen liegen ABSEITS des Hauptplatzes — geh in die Nebenstraßen oberhalb der Kirchen. Und: Probiere unbedingt die „Rétes" (ungarische Strudel) — die besten gibt es bei „Rétesház" am Fő tér.
Weitere Ausflugsziele
Gödöllő — Schloss der Kaiserin Sisi
Das Schloss Gödöllő (30 km östlich) ist das zweitgrößte Barockschloss Europas (nach Versailles) und war das Lieblingsdomizil von Kaiserin Elisabeth (Sisi). Die Räume sind im Originalzustand restauriert — Sisis Privatgemächer, der Ballsaal und der Parkgarten. Fans der österreichisch-ungarischen Geschichte: ein Muss. Eintritt: 3.200 HUF (8€). Anfahrt: HÉV ab Örs vezér tere (M2) — 45 Minuten.
Balaton (Plattensee)
Der Balaton (100 km südwestlich) ist der größte See Mitteleuropas und das beliebteste Sommerurlaubsziel der Ungarn: flaches, warmes Wasser (bis 28°C im Sommer), Weinberge am Nordufer, Segelboote und lebhafte Badeorte. Im Sommer ein Muss, im Herbst zur Weinlese am Nordufer (Badacsony, Tihany). Anfahrt: Zug ab Budapest-Déli: 1,5–2 Stunden nach Siófok oder Balatonfüred.
Hollókő
Hollókő (80 km nordöstlich) ist ein UNESCO-Welterbe-Dorf: ein vollständig erhaltenes Dorf im Palóc-Stil mit weißgetünchten Häusern und Schieferdächern. Zu Ostern findet hier das berühmteste ungarische Osterfest statt — mit traditionellen Trachten, Volksmusik und dem Brauch des „Begießens" (locsolkodás), bei dem Männer Parfüm auf Frauen spritzen. Abseits von Ostern: ein stiller, atmosphärischer Ort mit einer kleinen Burg und Wanderwegen in den bewaldeten Hügeln.
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