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Regionen · Kapitel 4

Altstadt: Stradun & Stadtmauern

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Regionen · Kapitel 4

Altstadt: Stradun & Stadtmauern

Dubrovniks Altstadt ist ein UNESCO-Welterbe auf engstem Raum: mächtige Festungsmauern, der marmorne Stradun, barocke Kirchen, versteckte Klöster und Cliff Bars über dem offenen Meer. Alles ist zu Fuß erreichbar — und jeder Schritt ist Geschichte.

Die Stadtmauern — Dubrovniks Krone

Sommer: 8–19:30 Uhr, Winter: 9–15 Uhr
35€ (Erwachsene), 15€ (Kinder 5–18), im Dubrovnik Card enthalten

Die Stadtmauern von Dubrovnik gehören zu den am besten erhaltenen Festungsanlagen Europas und sind das absolute Highlight jedes Besuchs. Auf einer Länge von 1.940 Metern umschließen sie die gesamte Altstadt, mit Türmen, Bastionen und Festungen — teils bis zu 25 Meter hoch und 6 Meter dick.

Der Rundgang

Der Mauerrundgang führt einmal komplett um die Altstadt und dauert 1,5 bis 2,5 Stunden, je nach Tempo und Fotostopps. Du startest entweder am Pile-Tor (Westeingang, am Stradun-Beginn) oder am Ploče-Tor (Osteingang). Der Weg führt über Treppen, schmale Gänge und Aussichtsplattformen — immer mit dem Wechsel zwischen dem Blick auf die Altstadt-Dächer (rote Ziegel, Kirchtürme, versteckte Gärten) und dem Adriatischen Meer (Klippen, Lokrum, die offene See).

  • Westseite: Blick auf das Fort Lovrijenac und den Hafen. Hier siehst du die mächtigste Partie der Mauer — die Bokar-Festung mit ihren runden Türmen.
  • Nordseite: Blick auf den Berg Srđ und die Minceta-Festung, den höchsten Punkt der Mauer. Von hier überblickst du die gesamte Stadt.
  • Ostseite: Blick auf den alten Hafen, die Insel Lokrum und die Revelin-Festung. Der stimmungsvollste Abschnitt bei Sonnenuntergang.
  • Südseite: Direkt über dem Meer — Klippen, Wellen und die Buža-Bars tief unter dir. Spektakuläre Fotomotive.

Tipp

Komm zur Öffnung um 8 Uhr (Sommer) — dann hast du die Mauer fast für dich allein. Ab 10 Uhr wird es voll mit Kreuzfahrtgruppen. Alternative: ab 17 Uhr, wenn die Tagesbesucher weg sind und das Abendlicht die Dächer golden färbt. Im Hochsommer Sonnenschutz und Wasser mitbringen — es gibt keinen Schatten auf der Mauer!

Stradun & die Hauptplätze

Der Stradun (Placa)

Der Stradun (auch Placa genannt) ist Dubrovniks Hauptstraße und Lebensader — eine 300 Meter lange, schnurgerade Marmorpromenade, die das Pile-Tor im Westen mit dem Ploče-Tor im Osten verbindet. Der glatt polierte Kalkstein glänzt unter den Füßen wie ein Spiegel. An beiden Seiten: barocke Fassaden in warmem Ocker, Cafés, Eisdielen und Souvenirläden. Der Stradun entstand nach dem Erdbeben von 1667, das die mittelalterliche Stadt zerstörte — der Wiederaufbau im Barockstil erklärt die einheitliche, elegante Architektur.

Onofrio-Brunnen

Am westlichen Ende des Stradun steht der Große Onofrio-Brunnen (1438) — ein gewaltiger, 16-seitiger Kuppelbrunnen, der einst das Wasser aus einer 12 km entfernten Quelle in die Stadt brachte. Ein technisches Meisterwerk des Mittelalters. Die 16 Maskarons (Gesichterreliefs) speien bis heute frisches, trinkbares Wasser — fülle deine Flasche auf!

Luža-Platz

Am östlichen Ende des Stradun öffnet sich der Luža-Platz — das gesellschaftliche Zentrum der Altstadt. Hier stehen:

  • Sponza-Palast (1516): Der einzige Palast, der das Erdbeben von 1667 überstand — ein Mix aus Gotik und Renaissance. Heute Stadtarchiv mit einer bewegenden Ausstellung über den Kroatienkrieg 1991–92.
  • Orlandosäule: Die Statue des Ritters Roland (1418) ist Dubrovniks Freiheitssymbol. Der Unterarm Orlandos diente als offizielles Längenmaß der Republik Ragusa (51,2 cm, der „Dubrovniker Ellen").
  • Uhrenturm: Seit 1444 schlägt die Glocke die Stunden — die grünen Bronzefiguren (Zelenci) schlagen den Hammer.
  • Kirche des Heiligen Blasius: Die Barockkirche (1715) ist dem Schutzpatron Dubrovniks gewidmet. Die silberne Statue des Heiligen Blasius hält ein Modell der Stadt vor dem Erdbeben — das einzige Zeugnis, wie Dubrovnik vor 1667 aussah.

Festungen & Game of Thrones

Fort Lovrijenac — Dubrovniks Gibraltar

Die Festung Lovrijenac thront auf einem 37 Meter hohen Felsen westlich der Altstadt und ist Dubrovniks beeindruckendste Befestigung. Die Mauern zur Seeseite sind bis zu 12 Meter dick — nach innen nur 60 cm, damit ein rebellischer Kommandant die Festung nicht gegen die eigene Stadt richten konnte. Von den Zinnen hast du den besten Blick auf den Altstadthafen und die Stadtmauern. Im Sommer finden hier die Hamlet-Aufführungen des Dubrovnik Summer Festival statt — Theater in einer Festung über dem Meer, unter Sternen.

Minceta-Turm

Der mächtige Minceta-Turm an der Nordwestecke der Stadtmauer ist der höchste Punkt der Befestigung und Dubrovniks Wahrzeichen. Der runde Turm (1461, entworfen von Michelozzo und Juraj Dalmatinac) bietet einen 360°-Panoramablick über die Altstadt und den Berg Srđ. Game-of-Thrones-Fans erkennen ihn als das Haus der Unsterblichen.

Game of Thrones — Drehorte

Dubrovnik war der Hauptdrehort für Kings Landing in Game of Thrones (ab Staffel 2). Die wichtigsten Drehorte:

  • Fort Lovrijenac: Der Rote Bergfried — Sitz des Eisernen Throns. Cersei und Littlefinger philosophierten hier über Macht.
  • Jesuitentreppe (Baroque Staircase): Cerseis berüchtigter Walk of Shame führte diese Treppe hinunter — von der Jesuitenkirche zum Gundulićeva-Platz.
  • Stadtmauern: Szenen der Blackwater-Schlacht und unzählige Panorama-Shots von Kings Landing.
  • Rektorspalast: Der Palast des Gewürzehändlers in Qarth.
  • Ethnographisches Museum (Rupe): Littlefingers Bordell.
  • Insel Lokrum: Die Gärten von Qarth und der Empfang bei Xaro Xhoan Daxos.
  • Trsteno Arboretum: Die Gärten von Hochgarten — 20 km nördlich, mit einer 500 Jahre alten Platane.

Geführte GoT-Touren dauern 2–3 Stunden und kosten 25–40€. Viele Guides tragen Kostüme und zeigen Szenen-Vergleiche auf Tablets. Auch ohne Tour sind die Orte leicht zu finden — aber die Hintergrundgeschichten machen den Unterschied.

Tipp

Der Eintritt für Fort Lovrijenac ist im Stadtmauer-Ticket enthalten — nutze das Kombi-Ticket. Die beste Zeit für GoT-Fotos ohne Menschenmassen: früher Morgen oder später Nachmittag. Die Jesuitentreppe ist tagsüber voller Selfie-Touristen — komm um 8 Uhr morgens.

Kajak, Lokrum & Cliff Bars

Seekajak um die Stadtmauern

Die Stadtmauern vom Wasser aus zu sehen ist ein völlig anderes Erlebnis als der Rundgang auf der Mauer. Seekajak-Touren starten meist am Banje-Strand (östlich der Altstadt) und führen entlang der Südmauer, vorbei an Klippen und Höhlen, mit Badestopp an Betina Cave oder auf der Insel Lokrum. Die beliebteste Tour: die Sunset-Tour (3 Stunden, 40–55€), die im goldenen Abendlicht entlang der Mauern paddelt.

Insel Lokrum

Die Insel Lokrum liegt nur 600 Meter vor der Altstadt und ist in 10 Minuten per Fähre erreichbar (Abfahrt vom alten Hafen, alle 30 Min., 15€ hin/rück). Lokrum ist ein Naturschutzgebiet: keine Hotels, keine Autos, keine Bebauung — nur Natur, Geschichte und kristallklares Wasser.

  • Botanischer Garten: Exotische Pflanzen aus aller Welt, angelegt von Erzherzog Maximilian von Habsburg (dem späteren Kaiser von Mexiko) im 19. Jahrhundert. Pfauen stolzieren frei herum.
  • Mrtvo More (Totes Meer): Ein kleiner, natürlicher Salzsee im Inneren der Insel — das Wasser ist wärmer als das Meer und hat einen höheren Salzgehalt. Perfekt zum Schwimmen.
  • Felsbadeplätze: Die Südseite der Insel bietet spektakuläre Felsplattformen zum Sonnenbaden und Schwimmen im kristallklaren Wasser. Einige Bereiche sind FKK.
  • Game of Thrones: Im Benediktinerkloster steht eine Nachbildung des Eisernen Throns — Selfie-Pflicht für Fans. Die Gärten dienten als Drehort für Qarth.
  • Kaninchen: Die Insel ist voller zahmer Kaninchen — Nachkommen einer Population, die Maximilian mitbrachte. Besonders Kinder lieben es.

Cliff Bars: Buža I & Buža II

Dubrovniks legendäre Cliff Bars sind in die Felsen der Südmauer eingelassen — ohne Dach, ohne Schild, ohne Pomp. Nur Felsen, Cocktails und der Blick aufs offene Meer.

  • Buža II (Café Buža): Die bekanntere der beiden — durch ein Loch in der Stadtmauer (mit dem Schild „Cold Drinks") gelangt man auf die Felsenterrasse. Bierbänke auf Klippen, Cocktails (8–15€), Klippenspringer, Sonnenuntergang. Kein Reservierungssystem — einfach kommen und Platz suchen.
  • Buža I: Etwas versteckter, etwas ruhiger, ähnlich spektakulär. Weniger Touristen, mehr lokales Publikum.

Von beiden Bars kannst du direkt ins Meer springen — die Klippen sind 3–10 Meter hoch. Achtung: Nur springen, wo andere springen — die Unterwasserfelsen sind nicht überall ungefährlich.

Achtung

Klippenspringen in der Buža-Bar: Nur an den markierten Stellen springen! Die Felsen unter Wasser sind tückisch. Nicht alkoholisiert springen. Kinder nur unter Aufsicht.

Seilbahn & Berg Srđ

Sommer: 9–24 Uhr, Winter: 9–16 Uhr (wetterabhängig)
27€ hin/rück (Erwachsene), 10€ (Kinder)

Die Seilbahn

Die Dubrovnik Cable Car bringt dich in 4 Minuten von der Talstation oberhalb der Altstadt (Ploče-Seite) auf den Gipfel des Bergs Srđ (412 m). Die Fahrt selbst ist spektakulär — durch die Glaswände der Kabine siehst du die Altstadt, den Hafen und die Elaphiten-Inseln immer kleiner werden.

Auf dem Gipfel

Vom Gipfel des Srđ hast du den besten Panoramablick auf Dubrovnik — die gesamte Altstadt liegt dir zu Füßen, das Meer erstreckt sich bis zum Horizont, bei klarer Sicht siehst du bis nach Montenegro und zur italienischen Küste. Auf dem Gipfel findest du:

  • Panorama-Restaurant: Cocktails und Essen mit dem vielleicht besten Blick der Adria. Preisig (Cocktail 15€, Hauptgericht 20–35€), aber das Setting ist einmalig.
  • Fort Imperial: Die napoleonische Festung (1806) beherbergt ein Museum über den Kroatienkrieg — Dubrovnik wurde 1991–92 von serbisch-montenegrinischen Truppen belagert und beschossen. Die Ausstellung ist bewegend und erklärt, wie die Stadt zerstört und mühsam wiederaufgebaut wurde. Eintritt: 5€.
  • Wanderwege: Vom Gipfel führen Wanderwege nach Bosanka (1,5h) und entlang des Bergkamms. Spektakuläre Aussichten, wenig begangen.

Tipp

Für den Sonnenuntergang auf dem Srđ: Nimm die Seilbahn 1–1,5 Stunden vor Sonnenuntergang, genieße die goldene Stunde und fahre nach Einbruch der Dunkelheit zurück — die beleuchtete Altstadt von oben ist magisch. Alternative: Den Srđ zu Fuß besteigen (ca. 1h, steil aber machbar) — kostenlos und die Belohnung umso größer.

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