Die Regenbogennation
Südafrika nennt sich Regenbogennation — ein Begriff, den Erzbischof Desmond Tutu prägte, um die Vielfalt der Bevölkerung nach dem Ende der Apartheid zu beschreiben. Kapstadt spiegelt diese Vielfalt wie kaum eine andere Stadt:
- „Coloured" Community (ca. 42%) — Die größte Bevölkerungsgruppe Kapstadts: Nachkommen der Khoikhoi, der Sklaven aus Asien und Afrika und der europäischen Kolonisten. Sie sprechen meist Afrikaans und haben eine reiche, eigenständige Kultur mit Kap-Jazz, Klopse-Karneval und kapmalaiischer Küche.
- Schwarze Südafrikaner (ca. 39%) — Vor allem isiXhosa-Sprecher aus dem Eastern Cape, die seit der Industrialisierung nach Kapstadt kamen. Sie leben überwiegend in den Townships der Cape Flats.
- Weiße Südafrikaner (ca. 16%) — Sowohl englischsprachig als auch afrikaanssprachig, historisch privilegiert und auch heute überproportional in Wirtschaft und in wohlhabenden Vierteln vertreten.
- Internationale Community — Zunehmend international: Simbabwer, Nigerianer, Somalier, Europäer und Amerikaner haben Kapstadt zu einer der kosmopolitischsten Städte Afrikas gemacht.
Die Ungleichheit bleibt Kapstadts größte Herausforderung: Luxusvillen in Constantia und informelle Siedlungen in Khayelitsha liegen keine 20 Kilometer auseinander. Wer Kapstadt besucht, sollte beide Seiten sehen — ein Township-Besuch (mit einem lokalen Guide, nicht als „Armuts-Safari") gehört zu einem verantwortungsvollen Kapstadt-Besuch dazu.