Praktisches A–Z
Einreise & Visum
EU-Bürger
Deutsche, Österreicher und Schweizer brauchen kein klassisches Visum, müssen sich aber vor der Einreise online registrieren. Seit 2019 gilt das EASE-System (Electronic Pre-Arrival System): Du füllst vor dem Flug ein Online-Formular aus (ease.gov.cv) und bezahlst eine Gebühr von derzeit 3.400 CVE (ca. 31€). Die Bestätigung ausdrucken oder auf dem Smartphone vorweisen.
Reisepass erforderlich — der Personalausweis reicht nicht. Der Pass muss bei Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein. Aufenthalt: bis 30 Tage (Verlängerung vor Ort möglich).
Zoll
Freigrenzen: 200 Zigaretten, 1l Spirituosen, persönliche Gegenstände. Keine lebenden Tiere, keine verderblichen Lebensmittel einführen. Bei Ausreise: Korallen, Muscheln und Sand dürfen nicht mitgenommen werden — Naturschutz!
Flughafensteuer
Die Flughafensteuer (TSA) von 3.400 CVE (ca. 31€) ist seit dem EASE-System in der Registrierungsgebühr enthalten. Bei Inlandsflügen fällt eine separate, geringere Gebühr an (150–350 CVE, ca. 1,50–3€), die im Ticketpreis enthalten ist.
Gesundheit & Sicherheit
Gesundheit
Die Kapverden sind ein relativ gesundes Reiseziel für Westafrika. Keine Impfungen sind vorgeschrieben (außer Gelbfieber bei Einreise aus Endemiegebieten). Empfohlen: Hepatitis A, Typhus, Tetanus, Diphtherie — die Standardimpfungen für tropische Länder. Malaria ist auf den Kapverden praktisch ausgerottet — 2024 erklärte die WHO die Inseln für malariafrei. Prophylaxe ist daher nicht nötig.
Dengue-Fieber: Gelegentliche Ausbrüche, besonders in der Regenzeit. Mückenschutz (tagsüber!) mit DEET-haltigem Spray empfohlen. Lange Kleidung am Morgen und Abend.
Trinkwasser
Leitungswasser ist nicht trinkbar — immer abgefülltes Wasser (Água) kaufen. In Restaurants ist Wasser meist nicht im Preis enthalten. In abgelegenen Gebieten (Santo Antão, Fogo) Wasser-Vorräte mitbringen. Vermeide Eiswürfel in einfachen Lokalen — in touristischen Restaurants ist es meist unbedenklich.
Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung ist einfach, aber grundlegend vorhanden. In Praia und Mindelo gibt es Krankenhäuser (Hospital Agostinho Neto in Praia), auf den kleineren Inseln Gesundheitszentren. Für ernsthafte Notfälle ist eine Evakuierung nach Portugal oder auf die Kanaren nötig. Eine Reisekrankenversicherung mit Rücktransport ist daher dringend empfohlen.
Apotheken: In allen größeren Orten vorhanden. Grundmedikamente verfügbar, spezielle Medikamente mitbringen.
Sicherheit
Die Kapverden sind eines der sichersten Länder Afrikas. Gewaltkriminalität gegen Touristen ist extrem selten. Taschendiebstahl kann in Praia (Sucupira-Markt) und Santa Maria vorkommen — normale Vorsichtsmaßnahmen genügen. Abends in Praia die Hauptstraßen nicht verlassen. Auf den kleineren Inseln (Santo Antão, Fogo, Brava) gibt es praktisch keine Kriminalität — hier lässt man die Haustür offen.
| Risiko | Bewertung | Hinweis |
|---|---|---|
| Kriminalität | Niedrig | Normale Vorsicht in Praia und Santa Maria |
| Straßenverkehr | Mittel | Bergstraßen, frei laufende Tiere, wenig Beleuchtung |
| Naturgefahren | Niedrig–Mittel | Vulkanausbrüche (Fogo), starke Strömungen (Strände) |
| Gesundheit | Niedrig | Dengue möglich, Malaria ausgerottet |
Achtung
Achtung an den Stränden: Viele Strände auf den Kapverden haben starke Unterströmungen (Rip Currents), besonders an der Ost- und Nordküste. Schwimme nur an bewachten Stränden oder dort, wo Einheimische schwimmen. Jedes Jahr ertrinken Touristen — die Brandung sieht oft harmloser aus, als sie ist.
Packliste & Kleidung
Grundausstattung
- Leichte Kleidung: T-Shirts, Shorts, Kleider — das Klima ist ganzjährig warm. Baumwolle oder Funktionsmaterial.
- Sonnenschutz: Sonnencreme (LSF 50 — die Sonne ist hier intensiver als in Europa), Sonnenbrille, Hut oder Cap. Die UV-Strahlung auf den Kapverden ist extrem — Sonnenbrand gibt es in 20 Minuten.
- Windjacke: Der Passatwind kann an exponierten Stellen (Sal, Boa Vista) und auf Berggipfeln empfindlich kühl werden. Eine leichte, windabweisende Jacke ist Pflicht.
- Badekleidung: Für Strand und Meer — an den Stränden ist alles relaxed, in den Städten sollte man bedeckter sein.
- Reisepass: Personalausweis reicht nicht! Pass mindestens 6 Monate gültig.
Für Wanderer (Santo Antão, Fogo, Santiago)
- Wanderschuhe: Feste, knöchelhohe Wanderschuhe mit guter Sohle. Die Pfade auf Santo Antão und Fogo sind steinig, steil und teilweise rutschig. Flip-Flops reichen nicht!
- Rucksack (20–30l): Für Tageswanderungen mit Wasser, Snacks und Regenkleidung.
- Wasserflasche (2l): Auf Wanderungen gibt es unterwegs keine Shops. Immer genug Wasser mitnehmen.
- Regenjacke: Besonders in der Regenzeit und auf den Höhen von Santo Antão kann es plötzlich regnen.
- Warme Schicht: Für die Vulkanbesteigung auf Fogo (0–5°C am Gipfel) und kühle Abende im Hochland.
Für Windsurfer & Kitesurfer
- Neopren-Shorty (2/3mm): Von Dezember bis April, wenn der Wind kühlt.
- Boardshorts/Bikini: Von Mai bis November reicht es ohne Neopren.
- Rash Guard: Gegen Sonnenbrand — auf dem Wasser verbrennt man schneller.
- Eigenes Material: Kite und Board können mitgebracht werden (Airlines-Aufpreis: 30–80€), aber Verleih auf Sal ist gut und günstiger als der Transport.
Was du NICHT brauchst
- Malaria-Prophylaxe: Kapverden sind seit 2024 malariafrei.
- Reiseadapter: Deutsche Stecker (Typ C/F) passen in kapverdische Steckdosen.
- Formelle Kleidung: Die Kapverden sind maximal casual. Selbst in gehobenen Restaurants reichen saubere Shorts und ein Hemd.
Tipp
Packe leicht! Auf Inlandsflügen gilt oft ein Gepäcklimit von 20 kg, und auf den Fähren trägst du dein Gepäck selbst. Ein Rucksack ist praktischer als ein Koffer — besonders auf Santo Antão und Fogo, wo du möglicherweise über unebene Wege zu deiner Unterkunft gehst.
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