Swahili-Küstenkultur (ab 8. Jh.)
Ab dem 8. Jahrhundert entwickelte sich an der ostafrikanischen Küste eine der faszinierendsten Handelskulturen der Welt: die Swahili-Zivilisation. Arabische, persische und indische Händler segelten mit dem Monsunwind nach Ostafrika und brachten Gewürze, Seide und Porzellan. Sie mischten sich mit der lokalen Bantu-Bevölkerung, und es entstand eine einzigartige Kultur mit eigener Sprache (Kiswahili), Architektur und Lebensweise.
Mächtige Stadtstaaten blühten auf: Mombasa, Malindi, Lamu, Pate und weiter südlich Kilwa. Sie handelten mit Gold, Elfenbein, Sklaven und Gewürzen. Die steinernen Häuser von Lamu und die Ruinen von Gede zeugen noch heute von diesem Reichtum.
Im Jahr 1498 erreichte Vasco da Gama die Küste Kenias auf seinem Weg nach Indien — und markierte den Beginn der europäischen Einmischung. Die Portugiesen bauten Fort Jesus in Mombasa (1593), doch ihre Herrschaft war kurzlebig: Im 18. Jahrhundert übernahmen die Sultane von Oman die Kontrolle über die Küste und regierten von Sansibar aus.