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Regionen · Kapitel 7

Norden — Nosy Be, Diego Suarez & Ankarana

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Norden — Nosy Be, Diego Suarez & Ankarana

Der Norden ist Madagaskars tropisches Paradies: Nosy Be mit seinen Trauminseln, die atemberaubende Smaragdbucht von Diego Suarez und die Tsingy-Kathedralen des Ankarana-Nationalparks. Hier verbinden sich Strand, Abenteuer und Unterwasserwelt.

Nosy Be — Parfüminsel

Nosy Be (madagassisch: „große Insel") ist Madagaskars beliebtestes Strandziel — eine 320 km² große Vulkaninsel im Nordwesten, umgeben von einem Archipel aus Dutzenden kleinen Inseln. Nosy Be wird auch „Parfüminsel" genannt, wegen der Ylang-Ylang-Plantagen, deren süßer Duft die Luft durchzieht.

Strände & Inseln

  • Nosy Iranja: Die Trauminsel schlechthin — zwei Inseln, verbunden durch eine schneeweiße Sandbank, die bei Ebbe aus dem türkisen Wasser auftaucht. 90 Min. per Boot von Nosy Be. Schildkröten nisten hier, und die Unterwasserwelt ist spektakulär. Tagesausflug: 40–70€ inkl. Lunch.
  • Nosy Komba: Die „Lemureninsel", 30 Min. per Boot. Im Dorf Ampangorina leben halbwilde Mohrenmakis, die dir auf die Schulter klettern (süß, aber umstritten — Wildtiere anfüttern fördert Abhängigkeit). Schnorcheln an den Korallenriffen, Handwerksmarkt im Dorf.
  • Nosy Tanikely: Meeresschutzgebiet mit dem besten Schnorcheln in ganz Madagaskar: Meeresschildkröten, Rochen, Clownfische, intakte Korallenformationen in kristallklarem Wasser. Eintritt: ca. 5€. Halbtagesausflug von Nosy Be.
  • Nosy Sakatia: Ruhige Insel westlich von Nosy Be, perfekt zum Tauchen und Kajakfahren. Weniger Touristen, mehr Natur.
  • Andilana Beach: Der schönste Strand auf Nosy Be selbst — puderweißer Sand, türkises Wasser, Sonnenuntergangsseite.

Tauchen & Schnorcheln

Die Gewässer um Nosy Be gehören zu den besten Tauchgebieten des Indischen Ozeans. Sichtweiten von 20–40 Metern, Wassertemperaturen von 25–30°C und eine Vielfalt von Mantarochen über Walhaie bis zu Nacktschnecken. Tauchschulen gibt es reichlich — ein Tauchgang kostet 35–60€, ein PADI Open Water-Kurs 300–400€. Von Oktober bis Dezember sind die Chancen auf Walhaie am höchsten.

Praktisches

Nosy Be hat einen eigenen Flughafen (Fascene, NOS) mit Direktflügen von Tana (1h, 100–200€), saisonal auch aus Europa (Air France, Edelweiss). Der Hauptort Hell-Ville (Andoany) hat Banken, einen bunten Markt, Restaurants und eine Kolonialarchitektur, die an bessere Tage erinnert. Die Infrastruktur ist für madagassische Verhältnisse gut, die Preise aber deutlich höher als auf dem Festland.

Tipp

Nosy Iranja ist die schönste Insel Madagaskars — und der Tagesausflug lohnt jeden Cent. Buche über dein Hotel, bringe Schnorchelausrüstung mit und bleibe bis zum Nachmittag, wenn die Sandbank bei Ebbe komplett freigelegt ist. Sonnenschutz nicht vergessen — es gibt keinen Schatten!

Diego Suarez & Smaragdbucht

Diego Suarez (offiziell Antsiranana) liegt an der Nordspitze Madagaskars und besitzt die zweitgrößte natürliche Bucht der Welt — nach Rio de Janeiro. Die Stadt ist ein lebendiger Schmelztiegel mit Einflüssen aus Frankreich, Arabien, Indien und Ostafrika, umgeben von einer Landschaft, die vom Regenwald über Trockensavannen bis zu spektakulären Buchten reicht.

Smaragdbucht (Baie des Dunes / Mer d'Émeraude)

Die Mer d'Émeraude (Smaragdmeer) ist eine Lagune von solch unwirklichem Türkis, dass man seinen Augen nicht traut. Geschützt durch eine vorgelagerte Korallenbarriere, ist das Wasser kristallklar, flach und warm — perfekt zum Schwimmen, Schnorcheln und Picknicken auf einer einsamen Sandinsel. Die Tour per Boot von Diego aus dauert 30 Min. und kostet 20–40€ pro Person inkl. Lunch (frischer Fisch am Strand gegrillt).

Montagne d'Ambre (Amber Mountain)

Der Parc National Montagne d'Ambre, 30 km südlich von Diego, ist ein feuchter Bergregenwald auf 1.000–1.400 m — eine grüne Oase inmitten der trockenen Nordhälfte. Hier leben Chamäleons in allen Größen (vom winzigen Brookesia bis zum Panther-Chamäleon), der Sanford-Braunschwanzmaki, der Kronenmaki und über 75 Vogelarten. Wasserfälle, Kraterseen und gut markierte Trails machen den Park zum perfekten Tagesausflug.

Die Drei Buchten (Trois Baies)

Südlich von Diego liegen drei aufeinanderfolgende Traumstrände: Baie des Dunes, Baie des Pigeons und Baie des Sakalava. Letztere ist ein weltweit bekannter Kite-Spot — von Mai bis November bläst der Varatraza-Wind zuverlässig und macht die Bucht zu einem Paradies für Kitesurfer. Auch ohne Kite: Die weißen Strände und die türkise See sind traumhaft.

Anreise

Flug von Tana nach Diego (Arrachart Airport, ca. 1,5h, Air Madagascar, 100–200€). Per Straße ist Diego über die RN6 von Ambanja (7–8h) erreichbar — eine abenteuerliche Route durch den Norden. Von Nosy Be: Speedboot nach Ankify (45 Min.), dann Taxi-Brousse nach Diego (6–8h).

Ankarana-Nationalpark

Eintritt: 45.000 MGA (~9€), Guide: 40.000–80.000 MGA (~8–16€) pro Gruppe

Der Ankarana-Nationalpark liegt auf halbem Weg zwischen Diego Suarez und Ambanja — ein 18.225 Hektar großes Kalksteinplateau, das die zweitgrößten Tsingy-Formationen Madagaskars beherbergt (nach Bemaraha). Aber Ankarana bietet mehr als nur Tsingy: Höhlen, unterirdische Flüsse, Krokodilseen und eine überraschend reiche Tierwelt.

Tsingy & Höhlen

  • Tsingy Meva & Tsingy Rary: Weniger hoch als in Bemaraha, aber ebenso faszinierend — und deutlich einfacher zu erreichen. Kurze Wanderungen (1–3 Stunden) führen durch das Nadelkarst-Labyrinth.
  • Grotte des Chauves-Souris: Eine riesige Höhle, in der Tausende Fledermäuse kopfüber an der Decke hängen. Der Geruch ist intensiv, das Schauspiel beim Ausflug in der Dämmerung spektakulär.
  • Lac Vert (Grüner See): Ein smaragdgrüner See, tief in einer Tsingy-Schlucht verborgen, in dem Nilkrokodile leben. Schwimmen: definitiv nicht empfohlen.

Tierwelt

Ankarana ist überraschend artenreich: 11 Lemurarten (darunter der seltene Ankarana-Sportmaki), Fossas (Madagaskars größtes Raubtier, eine Art Riesenmarder), Chamäleons, Boas und unzählige Vögel. Die Guides kennen die besten Stellen für Sichtungen.

Praktisches

Der Park liegt an der RN6 zwischen Diego Suarez und Ambanja. Der Haupteingang ist bei Mahamasina (Campingplatz vorhanden). Die Trails sind gut markiert und in der Trockenzeit (Mai–November) problemlos begehbar. Ein Guide ist obligatorisch. Ankarana lässt sich gut als Stopp auf dem Weg zwischen Diego und Nosy Be einplanen (1–2 Tage genügen).

Tipp

Ankarana ist die entspanntere, zugänglichere Alternative zu den Tsingy de Bemaraha — keine tagelange Anreise, keine extremen Kletterpassagen, und trotzdem spektakulär. Perfekt für alle, die Tsingy erleben wollen, ohne die strapaziöse Fahrt nach Bemaraha.

Unterwasserwelt des Nordens

Der Norden Madagaskars bietet die beste Unterwasserwelt des Landes — und eine der besten im gesamten Indischen Ozean. Die Kombination aus warmem Wasser, nährstoffreichen Strömungen und geschützten Meeresgebieten sorgt für eine Vielfalt, die Taucher und Schnorchler aus aller Welt anzieht.

Walhaie (Oktober–Dezember)

Die Walhaie vor Nosy Be gehören zu den absoluten Highlights: Die sanften Riesen (bis 12 m lang) kommen von Oktober bis Dezember in die planktonreichen Gewässer. Schnorcheln neben einem Walhai ist ein Erlebnis, das sich in dein Gedächtnis einbrennt. Spezielle Whale-Shark-Touren werden von den Tauchschulen angeboten (50–80€ pro Person). Wichtig: Seriöse Anbieter halten Abstand und verbieten das Berühren der Tiere.

Manta-Rochen

An der Manta Point genannten Stelle vor Nosy Be werden regelmäßig Mantarochen gesichtet — besonders zwischen September und November. Ihre Spannweite von bis zu 4 Metern und die eleganten Bewegungen sind ein Unterwasser-Ballett.

Korallenriffe

Die Riffe um Nosy Tanikely, Nosy Sakatia und die Mitsio-Inseln (nördlich von Nosy Be) gehören zu den gesündesten Madagaskars. Hier tummeln sich Napoleonfische, Muränen, Nacktschnecken, Zackenbarsche und mit Glück sogar Weißspitzen-Riffhaie. Die Mitsio-Inseln sind ein Geheimtipp für erfahrene Taucher — abgelegen, unberührt und mit dramatischen Unterwasserlandschaften.

Tauchbasen

Nosy Be hat ein Dutzend professionelle Tauchschulen, die meisten in Ambatoloaka und Madirokely. PADI-zertifiziert, mit moderner Ausrüstung und erfahrenen Guides. Preise: Schnuppertauchen ab 50€, Fun-Dive ab 35€, PADI Open Water ab 300€. Schnorchelausrüstung kann fast überall für 5–10€ pro Tag gemietet werden.

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