Die blaue Stadt Chefchaouen★★★
Chefchaouen (gesprochen: „Schäf-schauen") ist einer der fotogensten Orte der Welt — und das ist keine Übertreibung. Die gesamte Medina ist in unzähligen Blautönen gestrichen, von zartem Himmelblau über Indigo bis zu tiefem Kobalt. In Kombination mit den terrakottafarbenen Dächern, den bunten Blumentöpfen und dem Licht des Rif-Gebirges entsteht eine Szenerie, die auch nach dem hundertsten Foto noch verzaubert.
★★★ Die Medina
Chefchaouens Medina ist ein Labyrinth aus blauen Gassen, das sich den Berghang hinaufzieht. Anders als in Marrakesch oder Fès ist sie überschaubar, sicher und entspannt — man kann stundenlang ziellos umherstreifen, ohne je aufdringlich angesprochen zu werden. Die schönsten Ecken liegen im nordöstlichen Teil, wo die Gassen schmaler und die Blautöne intensiver werden. Überall hängen handgewebte Wolldecken, stehen bunt glasierte Töpferwaren und trocknen Kräuter an den Hauswänden.
★★ Plaza Uta el-Hammam
Der zentrale Platz der Medina, gesäumt von Cafés mit Dachterrassen — der perfekte Ort, um bei einem Minztee das Treiben zu beobachten. An der einen Seite die restaurierte Kasbah (Museum, kleiner Garten, Aussichtsturm: 60 MAD), an der anderen die Große Moschee mit ihrem ungewöhnlichen achteckigen Minarett.
★★ Ras el-Maa
Am nordöstlichen Rand der Medina sprudelt die Quelle Ras el-Maa aus dem Fels — hier waschen die Berberinnen Wolle und Wäsche, Kinder planschen, und man hat den schönsten Blick zurück auf die blaue Stadt. Oberhalb führen Wanderwege in die Berge. Der Ort ist besonders bei Sonnenuntergang magisch.
Warum Blau?
Die Erklärungen variieren: Jüdische Flüchtlinge aus Spanien (ab 1492) brachten angeblich die Tradition mit, Häuser blau zu streichen (Symbol des Himmels/Gottes). Pragmatischer: Blau hält Mücken fern. Am wahrscheinlichsten: Die Stadt strich irgendwann auf Blau um, Touristen liebten es, und heute ist das Nachstreichen Bürgerpflicht — wer sein Haus nicht regelmäßig blau anstreicht, bekommt Ärger mit der Gemeinde.
Haschisch
Chefchaouen liegt im Rif-Gebirge, dem historischen Zentrum des marokkanischen Cannabisanbaus. In der Medina wird man mit einiger Wahrscheinlichkeit angesprochen — ein höfliches „Nein, danke" reicht. Besitz ist illegal und kann zu Problemen mit der Polizei führen, auch wenn die Praxis in der Region geduldet wird.
💡 Tipp
Chefchaouen ist am schönsten in den frühen Morgenstunden (vor 8 Uhr), wenn das Licht warm ist und die Gassen leer. Die meisten Tagestouristen kommen gegen 10 Uhr und sind um 17 Uhr wieder weg — plane mindestens eine Übernachtung ein! Riads in der Medina ab 30€/Nacht.