Tétouan★★
Tétouan ist Marokkos andalusische Stadt — und ein UNESCO-Welterbe, das kaum ein Tourist besucht. Im 15. und 16. Jahrhundert siedelten sich hier muslimische und jüdische Flüchtlinge aus dem spanischen Al-Andalus an und brachten ihre Architektur, ihre Handwerkskunst und ihre Kultur mit. Das Ergebnis: eine Medina, die wie ein Stück Granada in Nordafrika wirkt.
★★ Medina (UNESCO-Welterbe)
Tétouans Medina ist eine der besterhaltenen in ganz Marokko — und eine der authentischsten, weil sie praktisch ohne Tourismus funktioniert. Die weißen Häuser mit ihren schmiedeeisernen Balkonen, die gefliesten Innenhöfe, die Souks voller Handwerker (Gerber, Silberschmiede, Weber) — alles wirkt wie vor 200 Jahren. Anders als in Marrakesch gibt es hier keine Schlepperei, keine falschen Guides, keine überhöhten Preise. Man kann einfach durch die Gassen schlendern und das Alltagsleben beobachten.
Königspalast & Place Hassan II
Der Place Hassan II am Rand der Medina ist ein eleganter Platz mit dem prachtvollen Königspalast (nur von außen), der im spanisch-maurischen Stil glänzt. Die Arkaden ringsum beherbergen Cafés, in denen man stundenlang sitzen und den Platz beobachten kann.
Archäologisches Museum
Kleines, aber feines Museum mit Funden aus der nahen römischen Stadt Lixus und der Region — Mosaike, Skulpturen, Keramik. Es zeigt, wie tief die Geschichte dieser Region reicht.
Spanisches Erbe
Tétouan war Hauptstadt des spanischen Protektorats (1913-1956), und die Ensanche (spanische Neustadt) südlich der Medina ist ein Stück Spanien in Marokko: Art-déco-Gebäude, eine Kathedrale, spanische Schulen und Straßennamen auf Spanisch. In den Cafés wird noch immer Spanisch gesprochen — neben Arabisch und Berberisch die dritte Alltagssprache.
💡 Tipp
Tétouan liegt nur 60 km von Chefchaouen entfernt und lässt sich perfekt als Halbtagesausflug einbauen. Die Fahrt durch das Rif-Gebirge ist landschaftlich grandios. Grand Taxi ab Chefchaouen: 35 MAD, 1,5 Stunden.