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Geschichte · Abschnitt 3/3

Von Jugoslawien zur Unabhängigkeit

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Von Jugoslawien zur Unabhängigkeit

Im jugoslawischen Staat (1918–2003)

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Montenegro 1918 — gegen den Willen vieler Montenegriner — mit dem Königreich Serbien vereinigt. König Nikola ging ins Exil nach Frankreich, wo er 1921 starb. Die Montenegriner waren tief gespalten: Die „Weißen" (Bjelaši) wollten die Unabhängigkeit bewahren, die „Grünen" (Zelenaši) befürworteten die Union mit Serbien.

Im Zweiten Weltkrieg war Montenegro Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen deutschen und italienischen Besatzern, Partisanen, Tschetniks und Ustascha. Podgorica wurde 70 Mal bombardiert und fast vollständig zerstört. Nach dem Krieg wurde Montenegro eine der sechs Teilrepubliken Jugoslawiens unter Tito. Die sozialistische Ära brachte Industrialisierung, Bildung und Infrastruktur — aber auch politische Unterdrückung.

Die 1990er Jahre

Als Jugoslawien in den 1990er Jahren zerfiel, blieb Montenegro zunächst in einer Staatenunion mit Serbien (ab 2003: „Serbien und Montenegro"). Während der Jugoslawienkriege war Montenegro nicht direkt Kriegsschauplatz, aber die wirtschaftlichen Sanktionen und die NATO-Bombardierung 1999 (gegen Serbien-Montenegro) trafen das Land hart. Podgorica wurde erneut bombardiert.

Unabhängigkeit (2006)

Am 21. Mai 2006 stimmten 55,5% der Montenegriner in einem Referendum für die Unabhängigkeit — knapp über der erforderlichen 55%-Hürde. Am 3. Juni 2006 wurde Montenegro der jüngste Staat Europas. Seitdem hat das Land erhebliche Fortschritte gemacht:

  • 2010: EU-Beitrittskandidat
  • 2017: NATO-Mitglied
  • Euro als Währung (einseitig eingeführt, ohne EZB-Mitgliedschaft)
  • Wachsender Tourismus als wichtigster Wirtschaftszweig

Der EU-Beitrittsprozess läuft, aber Reformen in Justiz und Rechtsstaatlichkeit bleiben Herausforderungen. Montenegro ist ein Land im Wandel — zwischen Tradition und Moderne, zwischen Balkan und Westeuropa, zwischen Bergen und Meer.

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