Ulcinj — Der andere Süden
Ulcinj (ca. 11.000 Einwohner) ist Montenegros südlichste Stadt und eine Welt für sich. Nur 25 km von der albanischen Grenze entfernt, ist Ulcinj mehrheitlich albanisch besiedelt und hat eine ganz andere Atmosphäre als der Rest der Küste: Moscheen statt Kirchen, albanische Küche, osmanische Architektur und eine raue, authentische Energie, die an die Türkei erinnert.
Strände
- Velika Plaža (Großer Strand) — Mit 13 Kilometern der längste Sandstrand der Adria. Feiner, dunkler Sand, flaches Wasser (ideal für Familien), kitesurftauglicher Wind und eine Weite, die an Nordafrika erinnert. Am nördlichen Ende: Beach Bars und Restaurants. Am südlichen Ende (nahe der albanischen Grenze): fast menschenleer und wild. Hier finden sich auch FKK-Bereiche und die Ada Bojana.
- Ada Bojana — Eine dreieckige Flussinsel an der Mündung des Bojana in die Adria. Die Insel ist berühmt für ihre Fischrestaurants auf Stelzen (Kalimera), FKK-Tourismus und Kitesurfen. Die Restaurants servieren den frischesten Fisch Montenegros — direkt aus dem Fluss und dem Meer. Ein einzigartiger Ort.
- Mala Plaža (Kleiner Strand) — Der Stadtstrand unterhalb der Altstadt. Klein, aber charmant, mit Blick auf die Festungsmauern.
Altstadt (Stari Grad)
Die Altstadt von Ulcinj thront auf einem Felsvorsprung über dem Meer und ist eine der ältesten an der Adria (gegründet im 5. Jh. v. Chr. als griechische Kolonie, dann illyrisch, römisch, byzantinisch, venezianisch, osmanisch). Die massiven Mauern, die Kirche-zur-Moschee-umgebaute Hauptmoschee und der Blick über das offene Meer erzählen Geschichten von Piraten, Sklaven und Eroberern. Der Legende nach war Miguel de Cervantes hier als Sklave gefangen — und ließ sich von Ulcinj zu Figuren in Don Quijote inspirieren.
Ulcinj ist auch ein wichtiger Ort für die Solana Ulcinj — eine große Salzpfanne südlich der Stadt, die eines der bedeutendsten Vogelschutzgebiete der Adria ist. Über 250 Vogelarten rasten hier, darunter Flamingos, Pelikane und Schwarzstörche. Am besten im Frühling und Herbst zu beobachten.
💡 Tipp
Ulcinj und die Velika Plaža sind der Geheimtipp für alle, die den Massen in Budva und Kotor entfliehen wollen. Die Preise liegen 30–50% unter dem Küstendurchschnitt, die Strände sind auch im Hochsommer nicht überlaufen, und die albanische Küche (Byrek, Flija, frischer Fisch) ist eine willkommene Abwechslung.