Von der Fremdherrschaft zur Unabhängigkeit
Norwegische und dänische Herrschaft
1262 unterwarf sich Island der norwegischen Krone, 1380 ging es mit Norwegen unter dänische Herrschaft. Es folgten Jahrhunderte des Niedergangs: Vulkanausbrüche (die Laki-Eruption 1783 tötete ein Viertel der Bevölkerung und verursachte eine Hungersnot in ganz Europa), Epidemien, Piratenüberfälle (1627 entführten algerische Piraten 400 Isländer in die Sklaverei) und das dänische Handelsmonopol, das Island wirtschaftlich ausblutete.
Die Unabhängigkeitsbewegung
Im 19. Jahrhundert erwachte der isländische Nationalismus. Der Dichter und Politiker Jón Sigurðsson (sein Geburtstag, der 17. Juni, ist heute Nationalfeiertag) führte den Kampf um Selbstverwaltung an. 1918 erhielt Island Souveränität unter der dänischen Krone, und am 17. Juni 1944 — während Dänemark von Nazi-Deutschland besetzt war — rief Island in Þingvellir die Republik aus. 40.000 Menschen feierten im Regen — bei einer Bevölkerung von 120.000.
Das moderne Wunder
Innerhalb weniger Jahrzehnte verwandelte sich Island von einem der ärmsten Länder Europas in eines der reichsten. Die Schlüssel: Fischerei, Geothermie, Aluminium und Tourismus. Die Finanzkrise 2008 traf Island härter als fast jedes andere Land — alle drei Großbanken kollabierten an einem einzigen Wochenende, die Krone stürzte ab. Aber Island erholte sich bemerkenswert schnell, auch weil die Isländer als einziges Volk ihre Bankermanager tatsächlich vor Gericht stellten und verurteilten.