Kultur & Essen · Abschnitt 2/4

Isländische Küche

🇮🇸 Reykjavik Reiseführer

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Isländische Küche

Die isländische Küche ist geprägt von Überleben — Jahrhunderte lang mussten die Isländer mit dem auskommen, was die karge Insel und das kalte Meer hergaben. Das Ergebnis: eine Küche der Konservierung (fermentieren, räuchern, trocknen, salzen) und der Ehrlichkeit. Kein Schnickschnack, kein Fusion — sondern großartige Zutaten, einfach zubereitet.

Must-Try

  • Isländisches Lamm: Das beste Lamm der Welt — kein Superlativ, sondern Konsens unter Köchen. Die Schafe grasen den ganzen Sommer frei auf Bergwiesen, ernähren sich von Wildkräutern, Moos und Gras und entwickeln ein unglaublich zartes, aromatisches Fleisch. In jedem guten Restaurant als Lammkeule, Lamm-Suppe (kjötsúpa) oder gegrilltes Rack of Lamb.
  • Pylsur (Hotdog): Islands Nationalsnack — und kein gewöhnlicher Hotdog. Die Würstchen bestehen aus einer Mischung aus Lamm, Schwein und Rind, serviert mit rohen und knusprigen Röstzwiebeln, Ketchup, süßem Senf (pylsusinnep) und Remoulade. „Eina með öllu" (eine mit allem) bestellen. Der berühmteste Stand: Bæjarins Beztu Pylsur am Hafen — dort hat auch Bill Clinton bestellt (und den Senf runtertropfen lassen).
  • Fisch: Frischer geht es nicht — der Fang vom Morgen liegt mittags auf dem Teller. Plokkfiskur (zerstampfter Fisch mit Kartoffeln und Zwiebeln), Harðfiskur (getrockneter Fisch — Islands Beef Jerky, mit Butter bestreichen!) und frischer Lachs, Kabeljau und Seeteufel in jeder Qualitätsstufe.
  • Kjötsúpa: Islands Comfort-Food — eine kräftige Lammsuppe mit Kartoffeln, Karotten, Kohl und frischen Kräutern. In fast jedem Restaurant und Café für 10–15€ — das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in ganz Reykjavik.
  • Skyr: Islands berühmtestes Milchprodukt — technisch ein Frischkäse, geschmacklich wie extrem cremiger Joghurt. Seit über 1.000 Jahren Teil der isländischen Ernährung. Mit Blaubeeren und Sahne ein perfektes Dessert.
  • Hákarl (fermentierter Hai): Die berüchtigtste Spezialität Islands — Grönlandhai, der monatelang fermentiert wird und nach Ammoniak riecht. Der Geschmack ist... eine Erfahrung. Anthony Bourdain nannte es „das Schlimmste, das er je gegessen hat". Probiere ein kleines Stück im Kolaportið-Flohmarkt — du darfst es danach für immer hassen.

Wo essen?

  • Budget: Bæjarins Beztu (Hotdog, 5€), Noodle Station (Nudelsuppe, 12€), Hlöllabátar (Subs, 10€), Grandi Mathöll (Foodhalle, 15–25€).
  • Mittelklasse: Messinn (Fisch in der Pfanne, sensationell), Café Loki (traditionelle isländische Küche neben der Hallgrímskirkja), Sægreifinn (Hummer-Suppe am Hafen).
  • Fine Dining: Grillið (isländisches Tasting-Menü mit Blick über die Stadt), Dill (Islands einziges Michelin-Stern-Restaurant), Íslenski Barinn (moderne isländische Küche).

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