Musik & Literatur
Island hat — gemessen an seiner winzigen Bevölkerung — einen absurd überproportionalen kulturellen Output. Nirgendwo auf der Welt werden pro Kopf mehr Bücher geschrieben, mehr Alben aufgenommen und mehr Instrumente gespielt als in Island.
Musik
Isländische Musik ist unverwechselbar — geprägt von der Weite der Landschaft, der Isolation und einem kreativen Freiheitsdrang:
- Björk: Reykjaviks berühmteste Tochter — Sängerin, Komponistin, Performerin, die seit den 1980ern musikalische Grenzen sprengt.
- Sigur Rós: Atmosphärische Post-Rock-Klanglandschaften, die klingen wie Islands Gletscher und Vulkane. Ihr Album „( )" hat keine Songtitel und wird in einer erfundenen Sprache (Hopelandic) gesungen.
- Of Monsters and Men: Indie-Folk, der über Nacht weltberühmt wurde.
- Ásgeir, Kaleo, GusGus, múm, Sólstafir — die Liste der international erfolgreichen isländischen Musiker ist erstaunlich lang für ein 390.000-Einwohner-Land.
Das Iceland Airwaves-Festival (November) bringt Hunderte Bands in die Bars und Venues der Stadt — von der Kirche bis zum Plattenladen.
Literatur
Island hat die höchste Pro-Kopf-Buchproduktion der Welt. Jeder zehnte Isländer veröffentlicht irgendwann ein Buch. Die Tradition reicht zurück zu den mittelalterlichen Sagas und lebt heute in der Jólabókaflóð (Weihnachtsbücherflut) — einem Brauch, bei dem zu Weihnachten massenhaft Bücher verschenkt werden und das ganze Land am Heiligabend liest. Islands bekannteste moderne Autoren: Halldór Laxness (Literaturnobelpreis 1955, „Sein eigener Herr"), Arnaldur Indriðason (Krimis, international Millionenseller) und Sjón (Romane und Björk-Texte).