Vorbereitung & Akklimatisierung
Akklimatisierung — Der Schlüssel zum Erfolg
Die Höhenkrankheit (Acute Mountain Sickness, AMS) ist der Hauptgrund für gescheiterte Besteigungen. Ab ca. 2.500 m kann sie auftreten, unabhängig von Fitness, Alter oder Erfahrung. Die einzige Vorbeugung: langsam aufsteigen und dem Körper Zeit geben.
- Symptome mild: Kopfschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Schläfrigkeit. Normal ab 3.000 m.
- Symptome ernst: Starke Kopfschmerzen, Erbrechen, Verwirrtheit, Atemnot in Ruhe. SOFORT absteigen!
- Regel: Nicht mehr als 500–700 Höhenmeter pro Schlaftag zulegen. „Walk high, sleep low" — tagsüber höher steigen, zum Schlafen tiefer gehen.
Diamox (Acetazolamid)
Viele Bergsteiger nehmen Diamox als Prophylaxe (125–250 mg, 2× täglich, ab 24h vor dem Aufstieg). Es beschleunigt die Akklimatisierung, ist aber kein Wundermittel. Vorher vom Arzt beraten lassen! Nebenwirkungen: Kribbeln in Händen und Füßen, häufiges Wasserlassen, Geschmacksveränderung bei kohlensäurehaltigen Getränken.
Körperliche Vorbereitung
Der Kilimanjaro ist technisch einfach, aber körperlich fordernd: 5–8 Tage wandern, 4–8 Stunden täglich, mit Gipfelnacht von 12–16 Stunden. Empfohlene Vorbereitung:
- 3–6 Monate vorher: Regelmäßiges Ausdauertraining (Joggen, Radfahren, Schwimmen, Treppensteigen). 3–4× pro Woche, 45–60 Min.
- Wandertraining: Lange Wanderungen mit Rucksack (10–15 kg) in hügeligem Gelände. Mindestens 3–4 Tageswanderungen vor der Reise.
- Treppensteigen: Hervorragendes Training! 30–45 Min. Treppensteigen mit Rucksack simuliert den Aufstieg gut.
- Keine Hochleistungssportler nötig: Durchschnittliche Fitness reicht. Die größte Herausforderung ist die Höhe, nicht die Strecke.
Ausrüstung
Die meisten Veranstalter stellen Zelte, Küche und große Ausrüstung. Du musst mitbringen:
| Kategorie | Was |
|---|---|
| Kleidung | Zwiebelprinzip! Thermounteräsche, Fleece, Daunenjacke, wasserdichte Außenschicht, lange Hose, warme Mütze, Handschuhe (Finger + Fäustlinge), Buff/Halstuch |
| Schuhe | Eingelaufene Bergstiefel (knöchelhoch, wasserdicht!), Sandalen für Camp, dicke Wandersocken |
| Schutz | Sonnencreme LSF 50+, Sonnenbrille (Gletscherbrille!), Kopflampe (für die Gipfelnacht!), Trinkflasche (min. 3L Kapazität) |
| Schlafen | Schlafsack (-15°C Komfort!), Isomatte (wenn nicht gestellt) |
| Sonstiges | Trekkingrucksack (30–40L Tagesrucksack), Trekkingstöcke (unbedingt!), Erste-Hilfe-Set, Diamox |
Achtung
Unterschätze die Kälte nicht! Am Gipfel herrschen nachts Temperaturen von -15 bis -25°C. Die Gipfelnacht (Start gegen Mitternacht) ist bitterkalt und dauert 12–16 Stunden. Investiere in gute Thermounterwäsche und eine warme Daunenjacke.