Mönche im Alltag
Thailand hat rund 300.000 Mönche (Bhikkhu) in über 40.000 Tempeln. Mönche genießen höchsten sozialen Respekt — sie stehen in der gesellschaftlichen Hierarchie direkt unter dem König. Praktisch jeder thailändische Mann wird mindestens einmal im Leben für eine Zeit Mönch (üblicherweise drei Monate während der Regenzeit), um seinem Karma und dem seiner Familie zu dienen.
Der Almosen-Rundgang (Tak Bat)
Jeden Morgen bei Sonnenaufgang ziehen Mönche in safrangelben Roben barfuß durch die Straßen und sammeln Almosen — meist Reis, Obst und Fertiggerichte, die ihnen von knienden Gläubigen in die Bettelschale gelegt werden. Dies ist eines der eindrucksvollsten Rituale Thailands, besonders in kleineren Städten und in Chiang Mai. Mönche bedanken sich nicht — das Geben ist das Verdienst des Gebenden, nicht des Nehmenden.
Regeln im Umgang mit Mönchen
- Frauen: Dürfen Mönche unter keinen Umständen berühren. Auch keinen zufälligen Kontakt — im Bus aufstehen, wenn sich ein Mönch nähert. Gegenstände auf ein Tuch oder den Boden legen, nie direkt übergeben.
- Respekt: Der Kopf eines Mönchs ist heilig, den Rücken nie zukehren. Beim Sitzen die Füße nie in Richtung des Mönchs zeigen.
- Fotografieren: Fragen! Viele Mönche posieren gern für Fotos, andere nicht. Respektiere ihre Privatsphäre.
- Gespräche: Mönche, besonders jüngere, freuen sich oft über Gespräche mit Ausländern und sprechen häufig passables Englisch. In einigen Tempeln gibt es sogar „Monk Chat"-Programme (z. B. Wat Chedi Luang in Chiang Mai).
💡 Tipp
Monk Chat in Chiang Mai: Im Wat Chedi Luang und Wat Suan Dok kannst du dich nachmittags mit jungen Mönchen unterhalten, die ihr Englisch üben möchten. Eine wunderbare Möglichkeit, den Buddhismus und das Klosterleben aus erster Hand kennenzulernen — kostenlos und bereichernd.