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Geschichte & Kultur · Abschnitt 2/3

Habsburger, Revolution & Moderne

🇭🇺 Ungarn Reiseführer

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Habsburger, Revolution & Moderne

Habsburger Herrschaft & 1848er Revolution

Nach der Vertreibung der Osmanen wurde Ungarn Teil des Habsburgerreichs — aber nie freiwillig. Die Spannungen gipfelten in der Revolution von 1848, angeführt vom Dichter Sándor Petőfi (dessen „Nationallied" — Nemzeti dal — am 15. März 1848 die Revolution auslöste) und dem Politiker Lajos Kossuth. Die Revolution wurde mit russischer Hilfe niedergeschlagen, aber der Widerstand führte 1867 zum Ausgleich (Kiegyezés): Ungarn wurde gleichberechtigter Partner in der Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie.

Die Zeit von 1867 bis 1918 war Budapests goldene Ära: Das Parlament wurde gebaut, die Andrássy út angelegt, die U-Bahn eröffnet (1896, die erste auf dem europäischen Festland!), die Thermalbäder in Neobarock gehüllt, die Kaffeehauskultur erblühte. Budapest wurde zur sechstgrößten Stadt Europas.

Trianon — Die nationale Wunde

Der Vertrag von Trianon (1920) nach dem Ersten Weltkrieg ist das traumatischste Ereignis der modernen ungarischen Geschichte: Ungarn verlor zwei Drittel seines Territoriums und ein Drittel seiner magyarischen Bevölkerung an die Nachbarstaaten (Rumänien, Tschechoslowakei, Jugoslawien, Österreich). Von 325.000 km² blieben 93.000 km². Das Trauma wirkt bis heute nach — Trianon-Karten und -Aufkleber sind überall zu sehen, und das Thema ist politisch nach wie vor hochsensibel.

Zweiter Weltkrieg & Kommunismus

Ungarn verbündete sich im Zweiten Weltkrieg mit Nazi-Deutschland, was 1944 zur deutschen Besatzung und der Deportation von über 500.000 ungarischen Juden führte — eines der dunkelsten Kapitel. Die Schuhe am Donau-Ufer in Budapest (60 Paar eiserne Schuhe am Kai) erinnern an die Opfer, die hier erschossen und in die Donau geworfen wurden.

Nach dem Krieg wurde Ungarn sowjetischer Satellit. Der Ungarnaufstand von 1956 — ein spontaner Volksaufstand gegen die sowjetische Herrschaft — wurde von sowjetischen Panzern brutal niedergeschlagen (2.500 Tote, 200.000 flohen ins Ausland). Es dauerte bis 1989, als Ungarn als erstes Land des Ostblocks den Eisernen Vorhang öffnete — beim Paneuropäischen Picknick bei Sopron.

Ungarn heute

Seit 1990 ist Ungarn eine parlamentarische Demokratie, seit 2004 EU-Mitglied und seit 2007 im Schengen-Raum. Das Land hat sich wirtschaftlich rasant entwickelt — Budapest ist ein Tech-Hub und Startup-Zentrum geworden. Politisch ist Ungarn unter Ministerpräsident Viktor Orbán (seit 2010) ein kontrovers diskutiertes Land in Europa. Für Reisende spielt das im Alltag kaum eine Rolle — die Gastfreundschaft ist unverändert warmherzig.

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