Bürgerkrieg, Franco & Moderne
Anarchismus & Bürgerkrieg (1936–1939)
Barcelona war das Zentrum des spanischen Anarchismus und der Arbeiterbewegung. Im Bürgerkrieg (1936–1939) war die Stadt eine Hochburg der Republik. George Orwell kämpfte hier und schrieb „Mein Katalonien" über seine Erfahrungen. Die Stadt wurde von Francos Truppen bombardiert — die Einschusslöcher auf der Plaça Sant Felip Neri erinnern bis heute daran. Am 26. Januar 1939 fiel Barcelona an Franco.
Franco-Diktatur (1939–1975)
Unter Franco wurde Katalanisch erneut verboten — in Schulen, in der Verwaltung, in der Öffentlichkeit. Die katalanische Flagge (Senyera) durfte nicht gezeigt werden. Der FC Barcelona wurde zum Symbol des stillen Widerstands: Das Camp Nou war einer der wenigen Orte, an denen Katalanisch gesprochen werden durfte. „Més que un club" — mehr als ein Club — wurde zum Motto einer unterdrückten Nation.
Demokratie & Olympiade (1975–1992)
Nach Francos Tod 1975 begann die Transición (Übergang zur Demokratie). Katalonien erhielt 1979 ein Autonomiestatut mit eigenem Parlament und eigener Regierung. Katalanisch wurde wieder Amtssprache. Die Olympischen Spiele 1992 transformierten Barcelona: Der Strand wurde geschaffen (vorher waren dort Fabriken und Gleise), der Montjuïc wurde umgestaltet, das Fischerviertel Barceloneta saniert. Barcelona wurde zur Weltstadt.
Die Unabhängigkeitsbewegung
Seit den 2010er Jahren wuchs die katalanische Unabhängigkeitsbewegung stark an. Das (illegale) Referendum am 1. Oktober 2017 und die anschließenden Bilder von Polizeigewalt gegen Wähler erschütterten Spanien und Europa. Die katalanische Regierung erklärte einseitig die Unabhängigkeit, Madrid setzte die Autonomie aus, Regierungschef Carles Puigdemont floh ins Exil. Die Frage der katalanischen Unabhängigkeit ist bis heute ein emotionales und komplexes Thema — als Besucher solltest du dich informieren, aber keine vorschnellen Urteile fällen.