1714 — Das Jahr, das alles veränderte
Am 11. September 1714 fiel Barcelona nach 14-monatiger Belagerung im Spanischen Erbfolgekrieg. König Philipp V. von Bourbon schaffte die katalanischen Institutionen ab: kein Parlament mehr, kein eigenes Recht, Katalanisch wurde als offizielle Sprache verboten. Das Viertel La Ribera (heute El Born) wurde zerstört, um Platz für die Militärzitadelle zu schaffen.
Der 11. September ist deshalb Kataloniens Nationalfeiertag (Diada) — kein Siegesfest, sondern ein Tag des Gedenkens und des Widerstands. Jedes Jahr demonstrieren Hunderttausende für die katalanische Identität.
19. Jahrhundert — Industrielle Revolution & Renaixença
Barcelona wurde zur industriellen Hauptstadt Spaniens: Textilfabriken, eine aufstrebende Bourgeoisie und ein kulturelles Erwachen, die Renaixença (Renaissance), die die katalanische Sprache, Literatur und Kultur wiederbelebte. In dieser Ära entstanden die großen Bauprojekte:
- 1859: Der Plan Cerdà — Ildefons Cerdàs revolutionärer Stadtplan für das Eixample: ein Schachbrettmuster mit abgeschrägten Ecken, das bis heute Barcelonas Stadtbild prägt.
- 1882: Baubeginn der Sagrada Família.
- 1888: Weltausstellung im Parc de la Ciutadella — Barcelonas Debüt auf der Weltbühne.