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Verstehen · Kapitel 10

Essen & Trinken

Ecuador Reiseführer

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VerstehenKapitel 10: Essen & Trinken
Verstehen · Kapitel 10

Essen & Trinken

Die ecuadorianische Küche ist ein Fest der Vielfalt — von der herzhaften Hochlandküche mit Kartoffeln und Meerschweinchen über die Fisch-und-Kokosnuss-Küche der Pazifikküste bis zu den exotischen Früchten des Amazonas. Jede Region hat ihre eigene kulinarische Identität, und das Essen ist überall frisch, aromatisch und erstaunlich günstig.

Ecuadors regionale Küche

Sierra — Hochlandküche

Die Küche des Hochlands ist deftig, wärmend und kartoffelbasiert. Ecuador ist eines der Ursprungsländer der Kartoffel, und die Vielfalt ist überwältigend — über 400 Sorten werden im Hochland angebaut. Zu fast jeder Mahlzeit gibt es Reis (arroz), auch wenn es dazu Kartoffeln gibt. Die wichtigsten Gerichte:

  • Locro de papas — Dicke Kartoffelsuppe mit Käse und Avocado. DAS Comfort Food des Hochlands. In jedem Restaurant und an jedem Marktstand.
  • Cuy (Meerschweinchen) — Das ikonischste Gericht Ecuadors. Ganzes Meerschweinchen, gegrillt oder frittiert, serviert mit Kartoffeln. Schmeckt ähnlich wie Kaninchen — knusprige Haut, zartes Fleisch. Kulturell wichtig und ein Muss für Mutige. Ab 15 USD.
  • Hornado — Ganzes Spanferkel, stundenlang im Ofen gegart. Knusprige Haut, saftiges Fleisch, serviert mit Llapingachos (Kartoffelpuffer) und Mote (gekochte Maiskörner). Die Marktfrauen in Cuenca und Ambato machen den besten.
  • Llapingachos — Kartoffelpuffer mit Käse gefüllt, angebraten und mit Erdnusssauce serviert. Allgegenwärtig und immer gut.
  • Fritada — Gebratenes Schweinefleisch mit Mote, Llapingachos und Curtido (Zwiebelsalat). Herzhaft und sättigend.

Costa — Küstenküche

An der Küste dreht sich alles um Fisch, Meeresfrüchte und Kochbanane. Die Küche ist leichter, würziger und stärker von Kokosmilch geprägt:

  • Ceviche ecuatoriano — Shrimps oder Fisch in einer Tomatensauce mit Limette, Koriander und Zwiebeln. Serviert mit Patacones (frittierten grünen Kochbananen) und — typisch ecuadorianisch — Popcorn zum Reinstreuen. Ganz anders als peruanisches Ceviche, aber mindestens so gut.
  • Encebollado — Herzhafter Thunfischeintopf mit Yuca, Zwiebeln und Tomaten. Das Nationalfrühstück der Küste und das beste Katermittel des Landes. 3–5 USD.
  • Encocado — Fisch oder Shrimps in Kokosmilchsauce, typisch für Esmeraldas. Cremig, aromatisch, hervorragend.
  • Bolón de verde — Zerstampfte grüne Kochbanane, gebraten und mit Käse oder Chicharrón gefüllt. Das Frühstück der Küste.

Oriente — Dschungelküche

Die Küche des Amazonas ist einfach und exotisch: Flussfisch (Tilapia, Piranha), Yuca, Kochbanane und exotische Früchte. Das typischste Getränk ist Chicha de Yuca — fermentierter Yuca-Saft, den die indigenen Frauen kauen und ausspucken, um die Fermentation einzuleiten. Mutige probieren es auf Gemeinschaftsbesuchen. Geschmack: leicht sauer, trüb, erstaunlich erfrischend.

Trinken & Schokolade

Getränke

  • Jugos (frische Säfte) — An jeder Ecke gibt es frisch gepresste Säfte für 50 Cent bis 2 USD: Maracuja (maracuyá), Guanábana (Stachelannone), Naranjilla (ein einzigartiger Andenfrucht), Tomate de Árbol (Baumtomate), Mora (Brombeere). Die Vielfalt ist ein Traum.
  • Pilsener & Club — Die beiden beliebtesten Biermarken Ecuadors. Leichte Lager, perfekt für die Hitze. 1–3 USD im Restaurant, 1 USD im Supermarkt.
  • Canelazo — Heißes Getränk aus Zuckerrohrschnaps (aguardiente), Zimtwasser und Naranjilla-Saft. Das Wintergetränk des Hochlands, besonders bei Festen und auf dem Markt. Wärmt von innen.
  • Aguardiente — Zuckerrohrschnaps, die Basis des Canelazo. Rein getrunken: nur für Hartgesottene.
  • Guayusa-Tee — Ein koffeinhaltiger Tee aus dem Amazonas, von den Kichwa seit Jahrhunderten als morgendliches Ritual getrunken. Milder als Kaffee, aber genauso wachmachend. Ecuadors Antwort auf Yerba Mate.
  • Kaffee — Ecuador produziert exzellenten Kaffee, besonders in der Region Loja (Vilcabamba) und im Intag-Tal. Leider wird in vielen Restaurants nur Instant-Kaffee serviert (Nescafé). Für guten Kaffee: spezialisierte Cafés in Quito, Cuenca oder Vilcabamba aufsuchen.

Schokolade — Ecuadors braunes Gold

Ecuador produziert den besten Kakao der Welt. Die Sorte Cacao Nacional Fino de Aroma gilt unter Chocolatiers als heiliger Gral — ein komplexes Aromaprofil mit Noten von Jasmin, Zitrus und tropischen Früchten. Ecuador ist der größte Exporteur von Edelkakao weltweit und Schokoladen-Marken wie Pacari, República del Cacao und Kallari haben internationale Preise gewonnen.

Für Schokoladenliebhaber ist Ecuador ein Paradies:

  • Bean-to-Bar-Touren in Mindo, Tena oder am Río Muchacho: von der Kakaofrucht über das Fermentieren und Rösten bis zur fertigen Tafel — alles in wenigen Stunden.
  • Schokoladen-Shops in Quito (República del Cacao an der Reina Victoria, Pacari-Shop in der Mariscal) und Cuenca.
  • Preise: Eine Premium-Schokoladentafel (Pacari, 72%) kostet in Ecuador 3–5 USD — ein Bruchteil des europäischen Preises. Perfektes Mitbringsel.

Tipp

Probiere unbedingt Naranjilla-Saft (jugo de naranjilla) — eine einzigartige ecuadorianische Frucht, die wie eine Mischung aus Limette, Tomate und Ananas schmeckt. Gibt es nur in Ecuador und Kolumbien.

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