Essen & Trinken
Ecuadors regionale Küche
Sierra — Hochlandküche
Die Küche des Hochlands ist deftig, wärmend und kartoffelbasiert. Ecuador ist eines der Ursprungsländer der Kartoffel, und die Vielfalt ist überwältigend — über 400 Sorten werden im Hochland angebaut. Zu fast jeder Mahlzeit gibt es Reis (arroz), auch wenn es dazu Kartoffeln gibt. Die wichtigsten Gerichte:
- Locro de papas — Dicke Kartoffelsuppe mit Käse und Avocado. DAS Comfort Food des Hochlands. In jedem Restaurant und an jedem Marktstand.
- Cuy (Meerschweinchen) — Das ikonischste Gericht Ecuadors. Ganzes Meerschweinchen, gegrillt oder frittiert, serviert mit Kartoffeln. Schmeckt ähnlich wie Kaninchen — knusprige Haut, zartes Fleisch. Kulturell wichtig und ein Muss für Mutige. Ab 15 USD.
- Hornado — Ganzes Spanferkel, stundenlang im Ofen gegart. Knusprige Haut, saftiges Fleisch, serviert mit Llapingachos (Kartoffelpuffer) und Mote (gekochte Maiskörner). Die Marktfrauen in Cuenca und Ambato machen den besten.
- Llapingachos — Kartoffelpuffer mit Käse gefüllt, angebraten und mit Erdnusssauce serviert. Allgegenwärtig und immer gut.
- Fritada — Gebratenes Schweinefleisch mit Mote, Llapingachos und Curtido (Zwiebelsalat). Herzhaft und sättigend.
Costa — Küstenküche
An der Küste dreht sich alles um Fisch, Meeresfrüchte und Kochbanane. Die Küche ist leichter, würziger und stärker von Kokosmilch geprägt:
- Ceviche ecuatoriano — Shrimps oder Fisch in einer Tomatensauce mit Limette, Koriander und Zwiebeln. Serviert mit Patacones (frittierten grünen Kochbananen) und — typisch ecuadorianisch — Popcorn zum Reinstreuen. Ganz anders als peruanisches Ceviche, aber mindestens so gut.
- Encebollado — Herzhafter Thunfischeintopf mit Yuca, Zwiebeln und Tomaten. Das Nationalfrühstück der Küste und das beste Katermittel des Landes. 3–5 USD.
- Encocado — Fisch oder Shrimps in Kokosmilchsauce, typisch für Esmeraldas. Cremig, aromatisch, hervorragend.
- Bolón de verde — Zerstampfte grüne Kochbanane, gebraten und mit Käse oder Chicharrón gefüllt. Das Frühstück der Küste.
Oriente — Dschungelküche
Die Küche des Amazonas ist einfach und exotisch: Flussfisch (Tilapia, Piranha), Yuca, Kochbanane und exotische Früchte. Das typischste Getränk ist Chicha de Yuca — fermentierter Yuca-Saft, den die indigenen Frauen kauen und ausspucken, um die Fermentation einzuleiten. Mutige probieren es auf Gemeinschaftsbesuchen. Geschmack: leicht sauer, trüb, erstaunlich erfrischend.
Trinken & Schokolade
Getränke
- Jugos (frische Säfte) — An jeder Ecke gibt es frisch gepresste Säfte für 50 Cent bis 2 USD: Maracuja (maracuyá), Guanábana (Stachelannone), Naranjilla (ein einzigartiger Andenfrucht), Tomate de Árbol (Baumtomate), Mora (Brombeere). Die Vielfalt ist ein Traum.
- Pilsener & Club — Die beiden beliebtesten Biermarken Ecuadors. Leichte Lager, perfekt für die Hitze. 1–3 USD im Restaurant, 1 USD im Supermarkt.
- Canelazo — Heißes Getränk aus Zuckerrohrschnaps (aguardiente), Zimtwasser und Naranjilla-Saft. Das Wintergetränk des Hochlands, besonders bei Festen und auf dem Markt. Wärmt von innen.
- Aguardiente — Zuckerrohrschnaps, die Basis des Canelazo. Rein getrunken: nur für Hartgesottene.
- Guayusa-Tee — Ein koffeinhaltiger Tee aus dem Amazonas, von den Kichwa seit Jahrhunderten als morgendliches Ritual getrunken. Milder als Kaffee, aber genauso wachmachend. Ecuadors Antwort auf Yerba Mate.
- Kaffee — Ecuador produziert exzellenten Kaffee, besonders in der Region Loja (Vilcabamba) und im Intag-Tal. Leider wird in vielen Restaurants nur Instant-Kaffee serviert (Nescafé). Für guten Kaffee: spezialisierte Cafés in Quito, Cuenca oder Vilcabamba aufsuchen.
Schokolade — Ecuadors braunes Gold
Ecuador produziert den besten Kakao der Welt. Die Sorte Cacao Nacional Fino de Aroma gilt unter Chocolatiers als heiliger Gral — ein komplexes Aromaprofil mit Noten von Jasmin, Zitrus und tropischen Früchten. Ecuador ist der größte Exporteur von Edelkakao weltweit und Schokoladen-Marken wie Pacari, República del Cacao und Kallari haben internationale Preise gewonnen.
Für Schokoladenliebhaber ist Ecuador ein Paradies:
- Bean-to-Bar-Touren in Mindo, Tena oder am Río Muchacho: von der Kakaofrucht über das Fermentieren und Rösten bis zur fertigen Tafel — alles in wenigen Stunden.
- Schokoladen-Shops in Quito (República del Cacao an der Reina Victoria, Pacari-Shop in der Mariscal) und Cuenca.
- Preise: Eine Premium-Schokoladentafel (Pacari, 72%) kostet in Ecuador 3–5 USD — ein Bruchteil des europäischen Preises. Perfektes Mitbringsel.
Tipp
Probiere unbedingt Naranjilla-Saft (jugo de naranjilla) — eine einzigartige ecuadorianische Frucht, die wie eine Mischung aus Limette, Tomate und Ananas schmeckt. Gibt es nur in Ecuador und Kolumbien.
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