Praktisches A–Z
Einreise & Visum
EU-Bürger & Schweizer
Als EU-Bürger oder Schweizer brauchst du kein Visum für Ecuador. Bei Einreise erhältst du automatisch eine Aufenthaltsgenehmigung für 90 Tage. Voraussetzungen:
- Reisepass — Mindestens 6 Monate über das Reisedatum hinaus gültig. Ein Personalausweis reicht NICHT.
- Rückflugticket — Theoretisch verlangt, wird aber selten kontrolliert. Sicherheitshalber ein Rück- oder Weiterflugticket dabeihaben.
- Nachweis finanzieller Mittel — Selten verlangt, aber möglich.
Galápagos-Sonderregeln
Für die Galápagos-Inseln gelten zusätzliche Einreisebestimmungen:
- Transit Control Card (TCT) — 20 USD, am Abflughafen (Quito oder Guayaquil) vor dem Check-in kaufen.
- Nationalparkgebühr — 100 USD (Ausländer), bar bei Ankunft auf Galápagos zahlen. Ecuadorianer: 6 USD.
- Gepäckkontrolle — Strenge Kontrolle auf eingeschleppte Arten: keine frischen Lebensmittel, Pflanzen oder Tiere mitbringen.
- Rückflugticket von Galápagos — Pflicht. Ohne Rückflug kein Boarding.
Zoll
Persönliche Gegenstände zollfrei. Alkohol: 1 Liter, Zigaretten: 300 Stück. Keine illegalen Drogen, keine Waffen, keine frischen Lebensmittel tierischer Herkunft.
Gesundheit & Höhenkrankheit
Impfungen
Pflichtimpfung: Gelbfieberimpfung wird empfohlen, wenn du in den Amazonas reist (unter 2.300 m). Einige Länder verlangen den Nachweis bei Weiterreise aus Ecuador. Impfung mindestens 10 Tage vor Reise.
Empfohlene Impfungen: Hepatitis A und B, Typhus, Tollwut (bei Dschungelaufenthalt). Standard-Impfungen (Tetanus, Diphtherie, Polio, Masern) auffrischen.
Höhenkrankheit (Soroche)
Die größte Gesundheitsgefahr in Ecuador ist die Höhenkrankheit. Quito liegt auf 2.850 m, viele Attraktionen im Hochland noch höher (Cotopaxi: 5.897 m, Chimborazo: 6.263 m). Symptome: Kopfschmerzen, Übelkeit, Kurzatmigkeit, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit.
- Prävention: Die ersten 1–2 Tage in Quito ruhig angehen. Viel Wasser trinken (3–4 Liter/Tag). Keinen Alkohol in den ersten 24 Stunden. Leicht essen.
- Hausmittel: Mate de coca (Kokablättertee) hilft bei leichten Symptomen — in Hotels und Restaurants überall erhältlich. Völlig legal und nicht berauschend.
- Medikamente: Acetazolamid (Diamox) kann prophylaktisch eingenommen werden — vorab mit dem Arzt besprechen. Ibuprofen gegen Kopfschmerzen.
- Warnsignal: Bei schwerem Kopfschmerz, Verwirrtheit, Atemnot oder Husten: sofort absteigen! Die einzige wirksame Behandlung bei schwerer Höhenkrankheit ist der Abstieg.
Malaria & Dengue
Malaria existiert in tiefliegenden Regenwaldgebieten (unter 1.500 m), ist aber bei Touristen extrem selten. Prophylaxe mit Tropenmediziner besprechen, wenn du tief in den Amazonas gehst. Im Hochland und an der Küste: kein Risiko. Dengue-Fieber kommt an der Küste und im Tiefland vor — bester Schutz: Mückenschutz (DEET, lange Kleidung, besonders morgens und abends).
Trinkwasser
Leitungswasser in Ecuador ist nicht trinkbar. Immer abgefülltes Wasser kaufen (1 USD für 6 Liter im Supermarkt, 0,50 USD für 0,5l-Flasche) oder Wasser filtern (LifeStraw, SteriPen). Eiswürfel in Restaurants sind in der Regel aus aufbereitetem Wasser und sicher.
Reisekrankenversicherung
Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist Pflicht. Die medizinische Versorgung in Quito und Guayaquil ist gut (Privatstädte wie Hospital Metropolitano, Hospital de los Valles), auf dem Land und auf Galápagos deutlich eingeschränkter. Bei Bergsteigerunfällen oder Dschungel-Notfällen kann eine Evakuierung per Hubschrauber nötig sein — das kostet ohne Versicherung Tausende Dollar.
Achtung
Die Höhenkrankheit ist keine Befindlichkeit, sondern kann lebensbedrohlich werden. Nimm die Symptome ernst: Bei schwerem Kopfschmerz, Verwirrtheit, Atemnot oder bläulichen Lippen sofort absteigen und ärztliche Hilfe suchen. Nie allein in große Höhen aufsteigen.
Sicherheit
Allgemeine Lage
Ecuador ist für Touristen grundsätzlich sicher, erfordert aber ein höheres Maß an Aufmerksamkeit als Europa. Die Sicherheitslage hat sich in den letzten Jahren verschlechtert — hauptsächlich durch den Drogenhandel, der besonders die Hafenstädte (Guayaquil, Esmeraldas) und die kolumbianische Grenzregion betrifft. Touristische Gebiete (Quito-Altstadt, Baños, Otavalo, Cuenca, Galápagos) sind deutlich sicherer und von den Problemen kaum betroffen.
| Region | Sicherheit | Hinweis |
|---|---|---|
| Quito Centro/Nord | Gut | Nachts Vorsicht in der Altstadt (La Mariscal) |
| Baños, Otavalo | Sehr gut | Kaum Kriminalität |
| Cuenca | Sehr gut | Eine der sichersten Städte Ecuadors |
| Galápagos | Sehr gut | Praktisch keine Kriminalität |
| Küste (Montañita, Puerto López) | Gut | Stranddiebstahl möglich, nachts aufpassen |
| Guayaquil | Mittel | Touristenviertel sicher, Randgebiete meiden |
| Esmeraldas | Eingeschränkt | Nur touristische Stranddörfer empfohlen |
| Kolumbianische Grenze | Meiden | Vom Auswärtigen Amt abgeraten |
Praktische Sicherheitstipps
- Taschendiebstahl ist das häufigste Problem — besonders in Quitos Altstadt, auf Märkten und in öffentlichen Bussen. Wertsachen eng am Körper tragen (Bauchtasche unter der Kleidung), kein teures Schmuck oder Uhren zeigen.
- Express-Entführung (secuestro express): Selten, aber möglich in Quito und Guayaquil. Nachts nur mit Taxi-Apps (Uber, Cabify) oder Hotel-Taxis fahren, nie auf der Straße ein Taxi heranwinken.
- Nacht: In der Altstadt von Quito und in La Mariscal (Ausgehviertel) nach Mitternacht mit Uber/Taxi fahren, nicht zu Fuß gehen.
- Kopien: Nur Kopien von Pass und Kreditkarten dabeihaben, Originale im Hotelsafe.
- Notruf: 911 (Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst). Touristenpolizei in Quito und Guayaquil: Englischsprachig und hilfsbereit.
Packliste & Kleidung
Die Zwiebel-Strategie
Ecuador erfordert eine Zwiebel-Packliste, denn du durchquerst möglicherweise an einem einzigen Tag vier Klimazonen. In Quito morgens eine Fleecejacke, mittags T-Shirt, am Vulkan Daunenjacke, im Regenwald Shorts. Hier die Essentials:
Hochland (Quito, Cotopaxi, Cuenca)
- Warme Schichten: Fleecejacke oder leichte Daunenjacke für Abende und Höhenlagen (ab 3.500 m wird es empfindlich kalt).
- Regenjacke: Auch in der Trockenzeit kann es nachmittags regnen.
- Sonnenschutz: Die UV-Strahlung am Äquator und in der Höhe ist extrem — Sonnencreme SPF 50, Sonnenbrille, Hut.
- Bequeme Wanderschuhe: Für Kopfsteinpflaster in der Altstadt und Vulkan-Trails.
Küste & Galápagos
- Leichte, luftige Kleidung: Shorts, T-Shirts, Sandalen.
- Schnorchelausrüstung: Eigene Maske und Schnorchel sind komfortabler (Galápagos-Touren stellen welche, aber die Passform ist oft schlecht).
- Rash Guard / UV-Shirt: Gegen die extreme Sonne beim Schnorcheln.
- Wasserschuhe: Für vulkanische Strände auf Galápagos.
Regenwald
- Langärmlige Kleidung: Gegen Insekten, leicht und schnelltrocknend.
- Gummistiefel: Werden von Lodges meist gestellt.
- DEET-Insektenspray: 30% oder höher.
- Dry Bag: Für Elektronik.
Universell
- Reiseadapter: Ecuador nutzt Typ A/B (US-Stecker, 110V). Europäische Geräte benötigen einen Adapter — und ggf. einen Spannungswandler für empfindliche Geräte.
- Sonnencreme SPF 50: Am Äquator und in der Höhe unverzichtbar.
- Kopie des Reisepasses: Immer dabei, Original im Safe.
- Medikamente: Ibuprofen (Höhenkopfschmerz), Durchfallmittel, Sonnenbrand-Gel, Mückenstich-Salbe.
Tipp
Die UV-Strahlung in Ecuador ist brutal — am Äquator und in der Höhe doppelt so stark wie in Deutschland. Auch bei bewölktem Himmel bekommst du schnell einen Sonnenbrand. SPF 50, Hut und Sonnenbrille sind Pflicht, besonders auf Galápagos und im Hochland.
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