Arthur's Seat & Holyrood
Arthur's Seat — der Vulkan
Arthurs Seat ist ein 251 Meter hoher erloschener Vulkan mitten in Edinburgh — und einer der Gründe, warum die Stadt so einzigartig ist. Wo sonst auf der Welt kann man von einer mittelalterlichen Altstadt aus einen Vulkan besteigen und vom Gipfel eine Großstadt, das Meer und die Highlands gleichzeitig sehen?
Die Wanderung
Der Aufstieg zum Gipfel ist moderat und für jeden machbar — keine Kletterausrüstung nötig, aber festes Schuhwerk empfohlen (Felsen können rutschig sein). Die Hauptroute vom Palace of Holyroodhouse dauert 45–60 Minuten und führt über steinige Pfade mit zunehmend spektakulärem Blick.
- Hauptroute (von Holyrood): Am Palast starten, an den Salisbury Crags vorbei, dann den Bergrücken hinauf. Der direkteste Weg, aber steil am Ende.
- Dunsapie-Route (von Osten): Sanfterer Anstieg vom Dunsapie Loch. Familienfreundlicher, etwas länger.
- Salisbury Crags Walk: Wenn du nicht zum Gipfel willst — der Weg entlang der Klippen bietet atemberaubende Blicke über die Stadt, ohne die volle Wanderung.
Der Blick vom Gipfel
360-Grad-Panorama: Edinburgh Castle und die Old Town im Westen, das Pentland Hills im Süden, der Firth of Forth und das Meer im Norden, und bei klarer Sicht die Highlands am Horizont. Bei Sonnenaufgang ist der Gipfel am magischsten — die Stadt erwacht unter dir, während das erste Licht die Türme vergoldet.
Tipp
Komm zum Sonnenaufgang — du hast den Gipfel fast für dich allein, und das Licht über Edinburgh ist unbeschreiblich. Im Sommer bedeutet das allerdings 4:30 Uhr aufstehen (Sonnenaufgang um 5 Uhr!). Alternativ: Sonnenuntergang, aber dann ist es voller. Bei starkem Wind: Die letzte Passage zum Gipfel kann unangenehm sein — Sturmwarnung auf der Met-Office-App checken.
Palace of Holyroodhouse
Der Palace of Holyroodhouse ist die offizielle schottische Residenz des britischen Monarchen — am unteren Ende der Royal Mile, am Fuß von Arthurs Seat gelegen. Seit dem 15. Jahrhundert Sitz schottischer Könige, ist der Palast vor allem mit einer Figur verbunden: Mary, Queen of Scots.
Was du siehst
- Mary's Chambers: Die Gemächer, in denen Mary Stuart lebte — und in denen ihr Privatsekretär David Rizzio 1566 vor ihren Augen ermordet wurde (angeblich mit 56 Messerstichen, durch eine Gruppe Adliger, angeführt von ihrem eigenen Ehemann Lord Darnley). Der Blutfleck auf dem Boden ist legendär — ob echt oder nachgemalt, weiß niemand mehr.
- The Great Gallery: 44 Meter lang, mit 96 Porträts schottischer Könige (real und legendär), gemalt von Jacob de Wet im 17. Jahrhundert. Viele der Porträts sind frei erfunden — aber sie erzählen die Geschichte, die Schottland sich selbst erzählen wollte.
- Holyrood Abbey: Die Ruine der angrenzenden Augustinerabtei (gegründet 1128) ist atmosphärisch und fotogen — das offene Dach gibt den Blick auf den Himmel frei, die gotischen Bögen stehen wie Skelette. Kostenlos im Palastticket enthalten.
- Queens Gallery: Wechselnde Ausstellungen aus der Royal Collection — Kunst, die die Monarchie über Jahrhunderte gesammelt hat.
Calton Hill
Der Calton Hill (103 m) am östlichen Ende der Princes Street ist Edinburghs schönster Aussichtspunkt — und der Ort für DEN klassischen Edinburgh-Blick, den du von jeder Postkarte kennst. Der Aufstieg dauert nur 10 Minuten über Treppen von der Waterloo Place.
Was du auf dem Gipfel findest
- National Monument: Die unvollendeten Säulen eines griechischen Tempels (1826, nach dem Vorbild des Parthenons) — das Geld ging aus, und so steht er bis heute als Fragment. Die Einheimischen nennen ihn liebevoll „Edinburghs Disgrace" (Edinburghs Schande) oder „Scotlands Folly". Tatsächlich ist er wunderschön, besonders bei Sonnenuntergang.
- Nelson Monument: Ein Turm zu Ehren von Admiral Nelson, mit Blick über die Stadt. Besteigbar für einen kleinen Eintritt (£8).
- Dugald Stewart Monument: Der runde Tempel, der den meistfotografierten Edinburgh-Blick rahmt: Castle, Old Town und Arthurs Seat im Hintergrund. DAS Foto-Motiv.
- City Observatory: Das historische Observatorium (1818) ist heute ein Kunstzentrum und Café — Ausstellungen und Kaffee mit Aussicht.
Sonnenuntergang
Calton Hill ist DER Sonnenuntergangs-Spot Edinburghs. Im Sommer (Juni/Juli) geht die Sonne hinter dem Castle unter, und die gesamte Old Town wird in goldenes Licht getaucht. Bring eine Jacke (der Wind ist oben stärker als unten) und eine Kamera. Der Moment, wenn die Sonne hinter den Türmen der Old Town versinkt und das National Monument golden leuchtet, ist unvergesslich.
Tipp
Komm 30 Minuten vor Sonnenuntergang und such dir einen Platz am Dugald Stewart Monument — das ist der Spot für DAS Edinburgh-Foto. Im Sommer (Juni/Juli) ist Sonnenuntergang gegen 21:30–22:00 Uhr, im Winter gegen 15:30–16:00 Uhr. Weniger bekannt: Auch der Sonnenaufgang über dem Meer im Osten ist spektakulär.
Schottisches Parlament
Das Scottish Parliament (eröffnet 2004) am Fuß der Royal Mile, gegenüber dem Palace of Holyroodhouse, ist eines der kontroversesten und faszinierendsten Gebäude Großbritanniens. Entworfen vom katalanischen Architekten Enric Miralles (der vor der Fertigstellung starb), sollte es „aus dem Land wachsen" — eine Verbindung von Architektur und schottischer Landschaft.
Die Architektur
Das Gebäude ist ein architektonisches Statement: organische Formen, Beton, Stahl, Granit und Eichenholz. Die Fassade ist inspiriert von umgedrehten Booten (die schottische maritime Tradition), die Fenster von Henry Raeburns Gemälde „The Skating Minister". Die Baukosten explodierten von geschätzten £40 Mio. auf über £414 Mio. — ein Skandal, der das Gebäude jahrelang in der Kritik hielt. Heute wird es weitgehend als architektonisches Meisterwerk anerkannt.
Besichtigung
- Geführte Touren: Kostenlose 45-minütige Führungen durch das Gebäude, den Debating Chamber und die Garden Lobby. Vorher anmelden!
- Debattentage: Wenn das Parlament tagt (Mi–Do während der Sitzungsperioden), kannst du von der öffentlichen Galerie aus den Debatten zuhören — kostenlos. Schottische Politik live.
- Ausstellung: Eine permanente Ausstellung zur Geschichte des schottischen Parlaments — von der Gründung 1235 über die Auflösung 1707 bis zur Wiederherstellung 1999.
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