Praktisches A–Z
Einreise & Bezahlen
Einreise (Post-Brexit)
Seit dem Brexit gelten neue Regeln für EU-Bürger:
- Reisepass: Ein gültiger Reisepass ist PFLICHT. Personalausweise werden seit Oktober 2021 NICHT mehr akzeptiert.
- Visum: Für touristische Aufenthalte bis 6 Monate NICHT erforderlich.
- Passkontrolle: Bei der Ankunft am Flughafen durchläufst du eine Grenzkontrolle (eGates für EU-Passinhaberüber 12 Jahre). Rückfragen zum Reisezweck sind möglich, aber selten.
- Zoll: Freigrenzen für Alkohol und Tabak beachten (2 Liter Wein, 1 Liter Spirituosen).
Währung & Bezahlen
Die Währung ist das Britische Pfund (£). Besonderheit: Schottische Banken (Bank of Scotland, Clydesdale Bank, Royal Bank of Scotland) drucken eigene Pfundnoten, die anders aussehen als die Bank-of-England-Noten. Sie sind in ganz Großbritannien gültig, werden aber in England manchmal skeptisch beäugt oder abgelehnt — am besten vor der Rückreise ausgeben.
- Kontaktlos bezahlen: Überall möglich — Visa, Mastercard, Apple Pay, Google Pay. Kaum ein Ort in Edinburgh, wo du nicht mit Karte bezahlen kannst.
- Bargeld: In vielen Pubs und kleinen Läden bevorzugt. Geldautomaten (ATMs) überall, keine Gebühr bei den meisten Bankautomaten.
- Wechselkurs: Ca. 1 £ = 1,15–1,20 €. Am besten vor Ort am ATM abheben (günstiger als Wechselstube).
Trinkgeld
In Restaurants: 10–12,5% auf die Rechnung (oft als „service charge" bereits enthalten — vor dem Bezahlen prüfen!). Im Pub: Kein Trinkgeld, wenn du an der Bar bestellst. Im Taxi: Auf das nächste Pfund aufrunden.
Sicherheit
Edinburgh ist eine sichere Stadt — deutlich sicherer als London und vergleichbar mit anderen mitteleuropäischen Hauptstädten. Gewaltkriminalität gegen Touristen ist extrem selten.
Worauf achten
- Taschendiebe: Wie in jeder touristischen Stadt: an den Hotspots (Royal Mile, Princes Street, Waverley Station) aufpassen. Rucksack nach vorne, keine Wertsachen in der Gesäßtasche.
- Cowgate nachts: Die Cowgate (Partymeile unter der George IV Bridge) kann am Wochenende ab 2 Uhr rau werden — betrunkene Gruppen, gelegentliche Konflikte. Normale Aufmerksamkeit genügt.
- Arthurs Seat: Die Wanderung ist ungefährlich, aber bei Nässe können die Felsen rutschig sein. Keine Flipflops, feste Schuhe, bei Sturm die Gipfelpassage meiden.
- Wetter als Gefahr: Der Wind kann überraschend stark sein — besonders auf Calton Hill, Arthurs Seat und den Brücken. Kinder an der Hand halten.
Notruf: 999 (Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst) oder 112. Nicht dringend: 101 (Polizei).
Sprache & Kommunikation
Englisch — mit Charakter
In Edinburgh spricht man Englisch — aber mit einem schottischen Akzent, der von leicht bis unverständlich reichen kann. Im Stadtzentrum und in touristischen Bereichen wirst du problemlos verstanden und verstehst alles. In Leith oder bei Einheimischen nach dem dritten Pint kann es schwieriger werden. Keine Sorge — die Schotten sind warmherzig und geduldig mit Besuchern.
Scots
Scots ist keine Mundart, sondern eine eigene germanische Sprache — eng verwandt mit Englisch, aber mit eigenem Vokabular. Du wirst einige Wörter hören und lesen:
- Aye — Ja
- Wee — Klein (allgegenwärtig! „A wee dram" = ein kleiner Whisky)
- Braw — Großartig, schön
- Loch — See (nicht „Lock" aussprechen!)
- Ken — Wissen/Kennen (you know = ye ken)
- Canny — Klug, vorsichtig
- Bonnie — Schön (bonnie Scotland!)
- Cheers — Prost / Danke / Tschüss (das vielseitigste Wort Schottlands)
- Auld Reekie — „Die alte Rauchige" — Edinburghs Spitzname
Packliste
Ganzjährig
- Regenjacke: Unverzichtbar. Edinburgh ist nicht extrem regnerisch (weniger als Glasgow), aber Schauer kommen ohne Vorwarnung. Leicht, packbar, immer dabeihaben.
- Feste Schuhe: Edinburgh ist HÜGELIG. Kopfsteinpflaster in der Old Town, Felsen auf Arthurs Seat, Treppen überall. Bequeme Wanderschuhe oder robuste Sneaker. Keine Absätze!
- Schichten: Das Wetter wechselt ständig — morgens frisch, mittags mild, abends windig. Pullover + Jacke + T-Shirt als Basis.
- Schal/Buff: Gegen den Wind auf Castle Rock, Calton Hill und Arthurs Seat. Ganzjährig nützlich.
- Steckdosenadapter: Britischer Typ-G-Stecker (die großen mit drei Pins). NICHT vergessen — deutsche Stecker passen NICHT.
- Wiederverwendbare Wasserflasche: Schottisches Leitungswasser ist exzellent — nie Wasser kaufen.
- Kleiner Rucksack: Für Tagestouren, Kamera, Regenjacke und die spontane Whisky-Flasche.
Sommer (Juni–August)
- Sonnencreme & Sonnenbrille: Wenn die Sonne scheint (und sie scheint im Sommer öfter als man denkt), kann sie bei den langen Tagen überraschen.
- Festival-Outfit: Im August ist die Stadt eine einzige Party — bequeme Kleidung, die dich vom Nachmittags-Comedy-Gig zum Abend-Pub-Crawl bringt.
Winter (November–Februar)
- Warme Jacke: Edinburgh im Winter ist kalt (1–7°C) UND windig — die gefühlte Temperatur liegt oft deutlich niedriger.
- Mütze & Handschuhe: Besonders für Arthurs Seat, Calton Hill und die Hogmanay-Straßenparty.
- Thermoschicht: Wenn du bei Hogmanay draußen stehst, brauchst du alles an Wärme, was du kriegen kannst.
Tipp
Edinburgh ist eine lockere Stadt — Dresscode ist casual. In Pubs, Cafés und den meisten Restaurants reichen Jeans und Sneaker. Nur für Fine-Dining-Restaurants (The Kitchin, Number One) und das Military Tattoo ist Smart Casual angebracht. Und ein schottischer Tipp: In Edinburgh sagt man „It's a bit dreich" (trüb/nass) — das ist der Normalzustand, kein Grund zur Sorge.
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