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Regionen · Kapitel 4

Old Town & Royal Mile

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RegionenKapitel 4: Old Town & Royal Mile
Regionen · Kapitel 4

Old Town & Royal Mile

Edinburghs Old Town ist ein mittelalterliches Labyrinth auf einem Vulkanrücken — komprimierte Geschichte, aufgetürmte Häuser, verwinkelte Gassen und mehr Geschichten pro Quadratmeter als fast jeder andere Ort der Welt. Die Royal Mile ist ihr Rückgrat, Edinburgh Castle ihre Krone.

Edinburgh Castle

Castlehill, Edinburgh EH1 2NG
Tägl. 9:30–17 Uhr (Sommer bis 18 Uhr)
Erwachsene: £19,50 (ca. 23€), online günstiger

Edinburgh Castle ist Schottlands meistbesuchte Attraktion — und eine der ältesten bewohnten Festungen Europas. Die Burg thront auf dem Castle Rock, einem 340 Millionen Jahre alten Basaltschlot eines erloschenen Vulkans, und dominiert die Skyline Edinburghs aus jeder Himmelsrichtung. Seit mindestens dem 12. Jahrhundert steht hier eine Festung, und die Burg war Schauplatz zahlloser Belagerungen, Schlachten und Intrigen.

Was du sehen musst

  • Crown Jewels (Honours of Scotland): Die schottischen Kronjuwelen — Krone, Zepter und Schwert — sind älter als die englischen und gehören zu den ältesten Insignien Europas. Daneben liegt der Stone of Destiny (Stone of Scone), auf dem seit Jahrhunderten schottische (und später britische) Monarchen gekrönt werden. 1996 aus Westminster Abbey zurückgeholt, in einer Zeremonie, die ganz Schottland bewegte.
  • Mons Meg: Eine riesige Belagerungskanone aus dem 15. Jahrhundert — sechs Tonnen schwer, konnte 150-kg-Steinkugeln über 3 km weit feuern. Ein Ingenieurswunder ihrer Zeit.
  • One O'Clock Gun: Jeden Tag um Punkt 13 Uhr (außer sonntags und an Feiertagen) feuert eine Kanone auf den Battlements — eine Tradition seit 1861, die ursprünglich den Schiffen im Hafen zur Kalibrierung ihrer Chronometer diente. Der Knall ist in der halben Stadt zu hören und lässt Touristen regelmäßig zusammenzucken.
  • St Margaret's Chapel: Das älteste erhaltene Gebäude Edinburghs (ca. 1130) — eine winzige romanische Kapelle auf dem höchsten Punkt des Castle Rock. Schlicht, aber ergreifend.
  • National War Museum: Im Castle-Komplex, kostenlos mit Burgticket. Schottische Militärgeschichte von den Highlands-Clans bis zum Zweiten Weltkrieg.

Tipp

Kaufe Tickets ONLINE vorab — an der Kasse stehst du oft 30–60 Minuten. Das erste Zeitfenster (9:30 Uhr) ist am ruhigsten. Plane mindestens 2 Stunden ein. Und um 12:55 Uhr auf die Battlements stellen: Die One O'Clock Gun live zu erleben, während du über die Stadt blickst, ist ein Edinburgh-Moment.

Die Royal Mile

Die Royal Mile ist Edinburghs historische Hauptachse — eine exakt eine schottische Meile (1,8 km) lange Straße, die vom Edinburgh Castle im Westen zum Palace of Holyroodhouse im Osten führt. Technisch besteht sie aus vier Straßen (Castlehill, Lawnmarket, High Street, Canongate), aber alle sagen einfach „Royal Mile".

Was macht sie besonders?

Die Royal Mile ist eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Straßen Europas. Im Mittelalter wuchs Edinburgh nur innerhalb seiner Stadtmauer, und da die Stadt auf einem schmalen Vulkanrücken liegt, konnte man nur in die Höhe bauen. Das Ergebnis: Häuser mit bis zu 14 Stockwerken — die ersten „Wolkenkratzer" der Welt. Die Ärmsten wohnten oben, die Reichsten unten. Zwischen den Häusern führen schmale Gassen (Closes) und Treppen in die Tiefe — jede mit ihrer eigenen Geschichte.

Highlights entlang der Royal Mile

  • St Giles' Cathedral: Edinburghs Hauptkirche (14. Jh.) mit der berühmten Distelkapelle (Chapel of the Thistle) — so prunkvoll geschnitzt, dass sie den Atem stocken lässt. Eintritt frei, Spende erbeten.
  • The Real Mary Kings Close: Eine unterirdische Straße, die im 17. Jahrhundert überbaut wurde und jetzt unter der Royal Mile liegt. Geführte Touren (£18) führen durch die historischen Räume — ein Blick in das Edinburgh des 17. Jahrhunderts. Gruselig und faszinierend.
  • John Knox House: Das älteste erhaltene Wohnhaus der Royal Mile (15. Jh.), benannt nach dem Reformator John Knox. Das Fachwerk-Gebäude ragt in die Straße hinein wie ein Relikt aus der Vergangenheit.
  • Museum of Edinburgh: Im Huntly House (16. Jh.) an der Canongate — Stadtgeschichte in einem der schönsten historischen Gebäude der Mile. Kostenlos.
  • Canongate Kirk: Die Kirche am unteren Ende der Royal Mile, in der sich Adam Smith begraben ließ. Ruhig und friedlich, abseits des Trubels.

Greyfriars Kirkyard & Victoria Street

Greyfriars Kirkyard

Der Greyfriars Kirkyard (seit 1562) ist Edinburghs berühmtester Friedhof — und einer der atmosphärischsten Orte der Stadt. Schiefe Grabsteine, verwitterte Mausoleen, uralte Bäume und die Silhouette der George Heriot's School im Hintergrund. Zwei Geschichten machen ihn legendär:

  • Harry Potter: J.K. Rowling spazierte hier, als sie die ersten Romane schrieb. Auf den Grabsteinen finden sich die Namen Tom Riddell (Voldemorts Geburtsname), William McGonagall (Professor McGonagall) und Elizabeth Moodie. Die George Heriot's School hinter dem Friedhof — ein Internat mit Türmen und Zinnen — war die visuelle Inspiration für Hogwarts.
  • Greyfriars Bobby: Ein Skye Terrier, der nach dem Tod seines Herrchens John Gray 14 Jahre lang (1858–1872) an dessen Grab auf dem Greyfriars Kirkyard wachte. Seine Bronzestatue vor dem Friedhof ist eines der meistfotografierten Denkmäler Edinburghs. Die Geschichte ist rührselig, wahrscheinlich etwas übertrieben — aber Edinburghs Herz gehört Bobby.

Victoria Street & Grassmarket

Die Victoria Street ist eine geschwungene, steil abfallende Straße mit bunten Fassaden, die von der Royal Mile zum Grassmarket hinunterführt — und die Inspiration für die Winkelgasse (Diagon Alley) in Harry Potter. Antiquariate, Souvenir-Shops, Restaurants und die Farbenpracht der Fassaden machen sie zu einem der meistfotografierten Orte der Stadt.

Der Grassmarket am Fuß ist ein historischer Marktplatz im Schatten des Castle Rock — einst Ort öffentlicher Hinrichtungen (ein Galgenkreuz markiert die Stelle), heute eine lebhafte Mischung aus Pubs, Restaurants und Boutiquen. Die Pubs am Grassmarket (The Last Drop, Maggie Dickson's) gehören zu den stimmungsvollsten der Stadt.

Tipp

Der Greyfriars Kirkyard ist bei Tageslicht schon atmosphärisch — aber bei Dämmerung oder einer abendlichen Ghost Tour wird er unvergesslich. Die Ghost Tours (ab £12) starten meist an der Royal Mile und führen durch die Vaults und den Friedhof. Für Harry-Potter-Fans: Die Free Walking Tour „Harry Potter Edinburgh" ist überraschend gut und kostet nur Trinkgeld.

National Museum of Scotland

Chambers Street, Edinburgh EH1 1JF
Tägl. 10–17 Uhr
Kostenlos (Sonderausstellungen kostenpflichtig)

Das National Museum of Scotland ist Edinburghs Überraschungshit — ein Museum, das dich stundenlang fesselt, obwohl du eigentlich nur kurz reinschauen wolltest. Und das Beste: Der Eintritt ist kostenlos.

Was dich erwartet

Das Museum besteht aus zwei verbundenen Gebäuden: dem viktorianischen Royal Museum (1866, spektakuläre Glashalle) und dem modernen Museum of Scotland (1998). Die Sammlung umspannt Milliarden Jahre — von der Entstehung des Universums bis zur Gegenwart:

  • Dolly das Klonschaf: Das berühmteste Schaf der Wissenschaftsgeschichte — 1996 am Roslin Institute bei Edinburgh geklont, heute ausgestopft im Museum.
  • Lewis Chessmen: Schachfiguren aus dem 12. Jahrhundert, geschnitzt aus Walross-Elfenbein, gefunden auf den Äußeren Hebriden. Winzig, ausdrucksstark, weltberühmt.
  • Naturgeschichte: Von T-Rex-Skeletten über Mineralien bis zu einer interaktiven Ausstellung über die Tiere Schottlands.
  • Technologie & Design: Dampfmaschinen, Formel-1-Autos, Uhren, Instrumente — Schottlands Beitrag zur industriellen Revolution.
  • Schottische Geschichte: Von den Pikten über Robert the Bruce und Mary Queen of Scots bis zur Moderne — Schottlands dramatische Geschichte in Objekten erzählt.

Dachterrasse

Der Rooftop Terrace bietet einen fantastischen 360-Grad-Blick über Edinburgh — Castle, Arthurs Seat, Firth of Forth. Kostenlos zugänglich, auch ohne Museumsbesuch. Einer der besten Aussichtspunkte der Stadt, den viele Touristen nicht kennen.

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