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Habana Vieja — Die Altstadt

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Habana Vieja — Die Altstadt

Habana Vieja ist Havannas historisches Herz — ein UNESCO-Welterbe mit vier prachtvollen Plazas, Kolonialpalästen, barocken Kirchen und bröckelnden Fassaden. Hier konzentrieren sich 500 Jahre Geschichte auf wenigen Quadratkilometern, und hinter jeder Ecke wartet eine Überraschung.

Die vier Plazas — Havannas Kronjuwelen

Das Herz von Habana Vieja sind vier koloniale Plazas, die im 16.–18. Jahrhundert angelegt wurden und heute teilweise prächtig restauriert sind. Zusammen bilden sie den Kern des UNESCO-Welterbes — jeder Platz hat seinen eigenen Charakter.

Plaza de la Catedral

Der eleganteste Platz Havannas: die barocke Catedral de San Cristóbal (1748) mit ihren asymmetrischen Türmen dominiert die Nordseite. Kopfsteinpflaster, Kolonialpaläste mit Arkaden, Cafés unter Sonnenschirmen und abends Live-Musik. Hier beginnen die meisten Spaziergänge durch die Altstadt. Der Platz ist abends stimmungsvoller als tagsüber.

Plaza de Armas

Havannas ältester Platz (1519) — einst der Exerzierplatz der spanischen Garnison, heute ein schattenspendender Park mit dem Palacio de los Capitanes Generales (heute Stadtmuseum). An Wochenenden findet hier ein Bücherflohmarkt statt — Antiquarisches, Che-Biografien, alte Karten und revolutionäre Propaganda. Das kleine Restaurant auf dem Platz, El Templete, markiert die Stelle, an der Havanna 1519 gegründet wurde.

Plaza Vieja

Der bunteste und lebendigste Platz: ein Ensemble aus restaurierten Kolonialhäusern in Pastellfarben — Rosa, Blau, Gelb, Türkis. In der Ecke liegt die Cervecería Antiguo Almacén, Kubas erste Mikrobrauerei (frisches Bier auf der Dachterrasse!). Die Camera Obscura auf dem Platz bietet einen 360°-Blick über die Altstadt. Straßenmusiker, Cafés und spielende Kinder — der Platz, der Habana Vieja am lebendigsten zeigt.

Plaza de San Francisco

Der eleganteste Platz am Hafen: die Basílica Menor de San Francisco de Asís (heute Konzertsaal), der Löwenbrunnen und Blick auf die Kreuzfahrtterminals. Hier befinden sich auch der wunderschöne Convento de San Francisco und das Terminal Sierra Maestra (Kreuzfahrthafen). Weniger touristisch als die anderen Plazas, aber architektonisch beeindruckend.

Tipp

Die vier Plazas liegen nur wenige Gehminuten voneinander entfernt und lassen sich perfekt in einem Rundgang verbinden. Starte an der Plaza de la Catedral (morgens, wenn die Sonne die Fassade der Kathedrale anstrahlt), dann zur Plaza de Armas, weiter zur Plaza Vieja (Pause in der Mikrobrauerei) und ende an der Plaza de San Francisco.

Sehenswürdigkeiten in Habana Vieja

Capitolio Nacional

Havannas beeindruckendstes Gebäude: ein neoklassizistischer Palast von 1929, inspiriert vom US-Capitol, aber nach kubanischem Anspruch noch größer und prächtiger. Die Kuppel ist 91,7 Meter hoch, der Diamant im Boden markiert den Kilometer-Null aller kubanischen Straßen. Bis 1959 Sitz des Parlaments, heute Sitz der Kubanischen Akademie der Wissenschaften. Frisch restauriert und absolut überwältigend — das Highlight von Habana Vieja neben den Plazas.

Gran Teatro de La Habana Alicia Alonso

Direkt neben dem Capitolio: eines der schönsten Theater der Welt. Die barocke Fassade mit Engelsstatuen und Löwen ist spektakulär, das Innere nicht weniger beeindruckend. Heimat des Kubanischen Nationalballetts — Tickets für eine Vorstellung sind spottbillig (3–10 USD) und das Erlebnis unvergesslich.

La Bodeguita del Medio

Die legendäre Bar, angeblich Hemingways Stammkneipe für Mojitos. Die Wände sind über und über mit Unterschriften, Graffiti und Fotos bedeckt. Der Mojito kostet hier mehr als anderswo (5–6 USD), aber die Atmosphäre — Live-Son-Musik, dichtes Gedränge, kubanische Lebensfreude — ist unvergleichlich. Touristenfalle? Ja. Muss man trotzdem hin? Ja.

El Floridita

Die „Wiege des Daiquirí": eine elegante Bar am Eingang der Calle Obispo mit einer Hemingway-Bronzestatue am Tresen. Hier erfand Barkeeper Constante den gefrorenen Daiquirí, und Hemingway trank ihn angeblich doppelt (Papa Doble — ohne Zucker, doppelter Rum). Der Daiquirí kostet 6–7 USD — teuer für Kuba, aber das Erlebnis ist einmalig.

Calle Obispo

Havannas lebendigste Straße: eine Fußgängerzone, die die Plaza de Armas mit dem Parque Central verbindet. Geschäfte, Restaurants, Straßenmusiker, Buchläden, Kunstgalerien und ein ständiger Strom von Habaneros und Touristen. Abends besonders stimmungsvoll mit Live-Musik aus jeder zweiten Tür.

Museo de la Revolución

Im ehemaligen Präsidentenpalast — ein prunkvoller Bau von 1920, dessen Inneres die Geschichte der kubanischen Revolution erzählt: von der Kolonialisierung über Batista bis zu Fidel und Che. Im Garten steht die Yacht Granma, mit der Fidel Castro 1956 von Mexiko nach Kuba übersetzte. Propagandistisch? Ja. Faszinierend? Absolut. Eintritt: 8 CUC.

Hemingway in Havanna

Ernest Hemingway lebte von 1939 bis 1960 in Havanna — länger als irgendwo sonst auf der Welt. Die Stadt wurde zu seiner Muse, seinem Zufluchtsort und dem Schauplatz seines berühmtesten Werks: „Der alte Mann und das Meer" (Pulitzer 1953, Nobelpreis 1954). Hemingways Spuren in Havanna sind überall — und sie sind authentisch, nicht inszeniert.

Die Hemingway-Stationen

  • La Bodeguita del Medio: „My mojito in La Bodeguita" — ob Hemingway das wirklich geschrieben hat, ist umstritten. Sicher ist: Er war oft hier. Der Mojito schmeckt, die Atmosphäre ist einmalig.
  • El Floridita: „My daiquirí in El Floridita" — hier trank Hemingway seinen Papa Doble (doppelter Rum, keine Zucker, Grapefruitsaft). Seine Stammecke am Tresen ist heute mit einer Bronzestatue markiert.
  • Hotel Ambos Mundos: Zimmer 511 — hier wohnte Hemingway, bevor er die Finca Vigía kaufte. Das Zimmer ist ein kleines Museum (Eintritt: 2 USD): Schreibmaschine, Blick über die Altstadt, Originalmöbel.
  • Finca Vigía: Hemingways Haus in San Francisco de Paula (15 km südöstlich). Originalzustand: 9.000 Bücher, Jagdtrophäen, Schreibmaschine, sein Boot Pilar im Garten. Man schaut durch die offenen Fenster hinein — Betreten ist nicht erlaubt. → Kap. Umgebung
  • Cojímar: Das Fischerdorf, das als Vorlage für „Der alte Mann und das Meer" diente. Hemingways Freund Gregorio Fuentes (das Vorbild für Santiago) lebte hier. Eine Hemingway-Büste steht am Hafen.

Tipp

Der beste Hemingway-Tag: Morgens Finca Vigía (früh da sein, weniger Touristen), Mittag in Cojímar (Fisch im La Terraza, angeblich Hemingways Restaurant), nachmittags Hotel Ambos Mundos (Zimmer 511), Mojito in der Bodeguita, Daiquirí im Floridita zum Abschluss.

Kubanische Zigarren

Kubanische Zigarren (Habanos) gelten als die besten der Welt — und Havanna ist ihr Zentrum. Die Marken Cohiba, Montecristo, Partagás, Romeo y Julieta und Bolívar sind Legenden. Alles handgerollt, aus kubanischem Tabak der Region Vuelta Abajo (Pinar del Río).

Wo kaufen?

  • Casa del Habano: Die offiziellen Zigarrenläden mit garantiert echten Produkten, Hologramm-Siegel und Zertifikat. Es gibt mehrere in Havanna — die beste ist im Hotel Nacional (Vedado) und im Hotel Conde de Villanueva (Habana Vieja). Preise: 5–25€ pro Stück je nach Marke und Format.
  • Fábrica de Tabaco Partagás: Die berühmteste Zigarrenfabrik Havannas — Führungen sind möglich (5–10 USD). Du siehst Torcedores (Zigarrenroller) bei der Arbeit und kannst im angeschlossenen Shop kaufen.

Straßenkauf — Finger weg!

Auf der Straße werden dir ständig „echte Cohibas" angeboten — „direkt aus der Fabrik, Freundschaftspreis!" In 99% der Fälle sind es Fälschungen: minderwertiger Tabak, schlecht gerollt, mit gefälschten Banderolen. Selbst wenn sie echt aussehen — das Risiko lohnt nicht. Kauf nur in offiziellen Shops mit Hologramm-Siegel.

Rauchen genießen

In den meisten Casas del Habano gibt es eine Raucher-Lounge mit bequemen Ledersesseln, Rum-Auswahl und kompetenter Beratung. Eine Cohiba Siglo II mit einem Glas Havana Club 7 años — das ist Kuba in seiner konzentriertesten Form.

Achtung

Maximal 50 Zigarren (ohne Kaufbeleg) oder bis zu 5.000 USD Wert (mit Kaufbeleg und Hologramm) dürfen ausgeführt werden. Bewahre den Kaufbeleg auf! Ohne Beleg riskierst du die Beschlagnahmung am Zoll.

Essen in Habana Vieja

Habana Viejas Restaurant-Szene hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Die besten Optionen sind die Paladares — private Restaurants in Wohnungen, Innenhöfen und auf Dachterrassen.

Empfehlungen

  • Doña Eutimia: Direkt an der Plaza de la Catedral — eines der besten Paladares der Altstadt. Ropa Vieja (zartes, geschmortes Rindfleisch) ist hier ein Gedicht. Reservierung empfohlen. Hauptgericht: 8–15€.
  • O'Reilly 304: Hipster-Paladar in der Calle O'Reilly mit exzellenten Cocktails und kreolischer Fusionsküche. Junges Publikum, coole Atmosphäre. Hauptgericht: 6–12€.
  • Cervecería Antiguo Almacén (Plaza Vieja): Kubas erste Mikrobrauerei auf dem Dach — frisches Bier und einfache Snacks mit Blick über die Plaza Vieja.
  • Straßenessen: An den Esquinas (Straßenecken) gibt es Pizza vom Blech (0,50€), Sandwiches und frische Fruchtsäfte. Einfach, aber sättigend und ein authentisches Kuba-Erlebnis.

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