Viñales, Playas del Este & Umgebung
Viñales — Das schönste Tal Kubas
Das Valle de Viñales ist Kubas Postkartenmotiv: smaragdgrüne Tabakfelder, durchbrochen von Mogotes — imposanten Kalksteinfelsen, die wie riesige Hügelgräber aus der Ebene ragen. Das Tal ist UNESCO-Welterbe und liegt 180 km westlich von Havanna in der Provinz Pinar del Río. Ein Tagesausflug ist möglich (2,5 Stunden Fahrt), aber eine Übernachtung lohnt sich — das Tal bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ist unvergleichlich.
Was erleben?
- Tabakfarm besuchen: Ein Tabak-Bauer (veguero) erklärt dir den Anbau, die Ernte und das Rollen einer Zigarre — und du darfst selbst probieren. Die ehrlichste Zigarre Kubas kommt nicht aus der Fabrik, sondern direkt vom Feld.
- Mogotes wandern: Wanderungen durch das Tal bieten spektakuläre Aussichten — der Mirador del Valle (Hotel Los Jazmines) hat den besten Panoramablick. Geführte Touren: 10–20 CUC.
- Reiten: Zu Pferd durch die Tabakfelder und zu versteckten Höhlen und Aussichtspunkten — die romantischste Art, das Tal zu erkunden. 2–3 Stunden: 15–25 CUC.
- Cueva del Indio: Eine Tropfsteinhöhle mit unterirdischem Fluss — die letzten 400 Meter fährt man mit dem Boot durch die beleuchtete Höhle. Touristisch, aber beeindruckend. Eintritt: 5 CUC.
- Mural de la Prehistoria: Ein 120 Meter langes Wandgemälde an einer Mogote-Felswand — gemalt in den 1960ern im Auftrag von Fidel Castro. Kitschig? Ja. Spektakulär in seiner Größe? Auch ja.
Tipp
Der beste Tagesausflug: Taxi collectivo von Havanna nach Viñales (25–30 CUC pro Person, 2,5 Stunden). Vor Ort eine geführte Tour zu Fuß oder zu Pferd buchen (über deine Casa Particular). Mittags frisches Schweinefleisch bei einem Bauern, nachmittags Tabakfarm. Zurück mit dem Collectivo am späten Nachmittag.
Playas del Este — Karibikstrand vor der Haustür
Nur 25 Minuten östlich von Havanna liegen die Playas del Este — ein 15 Kilometer langer Küstenstreifen mit weißem Sand und türkisfarbenem Karibikwasser. Der Beweis, dass Havanna nicht nur Geschichte und Kultur kann, sondern auch Traumstrand.
Die Strände
- Playa Santa María del Mar: Der beliebteste und am besten erschlossene Strand — breiter, weißer Sand, einige Strandbars und Sonnenliegen. Am Wochenende kommen die Habaneros hierher. Unter der Woche oft fast leer.
- Playa Guanabo: Weiter östlich, etwas ruhiger und lokaler. Hier gibt es einfache Casas Particulares direkt am Strand — perfekt für eine Nacht am Meer.
- Playa Bacuranao: Der erste Strand nach Havanna — klein, hübsch und bei Einheimischen beliebt. Einfache Strandbar, wenig Infrastruktur, viel Charme.
Wie hinkommen?
Bus oder Taxi von Havanna: 25–30 Minuten. Der HaBaBus (Hop-on/Hop-off) fährt stündlich vom Parque Central zu den Playas del Este. Alternativ: Taxi (15–25 CUC hin und zurück, Preis verhandeln). Ein Oldtimer-Cabrio an den Strand? Pures Kuba-Feeling.
Finca Vigía & Cojímar
Finca Vigía — Hemingways Zuhause
Die Finca Vigía (Aussichtsfarm) in San Francisco de Paula, 15 km südöstlich von Havanna, war Ernest Hemingways Zuhause von 1939 bis 1960. Hier schrieb er „Der alte Mann und das Meer", „Über den Fluss und in die Wälder" und Teile von „Paris — ein Fest fürs Leben". Das Haus steht im Originalzustand: 9.000 Bücher in den Regalen, Jagdtrophäen an den Wänden, seine Schreibmaschine auf dem Tisch, leere Rum-Flaschen und Zeitschriften — als hätte er gerade den Raum verlassen.
Man schaut durch die offenen Fenster hinein — das Betreten des Hauses ist nicht erlaubt, um die Einrichtung zu schützen. Im Garten: sein Boot Pilar (auf dem er fischte und den Stoff für „Der alte Mann und das Meer" sammelte), sein Schwimmbecken und die Gräber seiner Katzen.
Cojímar — Das Fischerdorf aus dem Roman
Cojímar, 10 km östlich von Havanna, war Hemingways Fischerhafen und die Vorlage für den Hafen in „Der alte Mann und das Meer". Sein Freund Gregorio Fuentes — Fischer, Bootskapitän und das reale Vorbild für den alten Fischer Santiago — lebte hier bis zu seinem Tod 2002 (er wurde 104 Jahre alt). Am Hafen steht eine Hemingway-Büste, gegossen aus Schiffsbeschlägen, die die Fischer zusammengetragen haben. Das Restaurant La Terraza de Cojímar war angeblich Hemingways Stammlokal — frischer Fisch und Meerblick.
Regla & Guanabacoa — Afro-kubanische Tradition
Für einen tieferen Einblick in die afro-kubanische Kultur lohnt sich ein Ausflug nach Regla und Guanabacoa — zwei Vororte am Ostufer der Bucht von Havanna.
Regla
Per Fähre vom Hafen in 5 Minuten erreichbar (fast kostenlos!). Regla ist das Zentrum der Santería — der Iglesia de Nuestra Señora de Regla ist gleichzeitig der Yemayá (Meeresgöttin der Yoruba-Religion) geweiht. Am 7. September finden hier große Prozessionen statt. Die Atmosphäre ist völlig anders als in Habana Vieja — rauer, authentischer, spiritueller.
Guanabacoa
Wenige Kilometer weiter: ein verschlafenes Städtchen mit dem Museo Municipal de Guanabacoa, das die afro-kubanischen Religionen (Santería, Palo Monte, Abakuá) erklärt — mit Altären, Trommeln, Ritualobjekten und einer hervorragenden Einführung in eine Glaubenswelt, die für viele Kubaner Alltag ist.
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