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Praktisch · Kapitel 13

Indien: Praktische Infos A–Z

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PraktischKapitel 13: Praktische Infos A–Z

Praktisch · Kapitel 13

Von der HolidayGenie-Redaktion ·

Alles, was du für deine Indien-Reise wissen musst — alphabetisch sortiert, von Visum über Gesundheit bis Handeln. Ausdrucken, abspeichern, mitnehmen.

Visum & Einreise

Wie beantragt man ein Visum für Indien?

Deutsche, Österreicher und Schweizer benötigen ein Visum für Indien. Die gute Nachricht: Seit 2014 gibt es das e-Tourist Visa (eTV), das den Prozess erheblich vereinfacht hat.

e-Tourist Visa (empfohlen)

  • Beantragung: Online unter indianvisaonline.gov.in, mindestens 4 Tage vor Reise (besser 1–2 Wochen)
  • Gültigkeit: 30 Tage (25 USD), 1 Jahr (40 USD) oder 5 Jahre (80 USD) — jeweils ab Einreisedatum
  • Aufenthalt: Max. 90 Tage am Stück (bei 1-Jahr- und 5-Jahres-Visa), max. 30 Tage beim 30-Tage-Visa
  • Einreise: An 28 ausgewiesenen Flughäfen und 5 Seehäfen
  • Benötigt: Reisepass (6+ Monate gültig, 2 freie Seiten), digitales Passfoto, Kreditkarte für Gebühr

Reguläres Visum (für längere Aufenthalte)

Bei der indischen Botschaft/dem Konsulat beantragen. Bearbeitungszeit: 5–15 Werktage. Nötig für Aufenthalte über 90 Tage, Arbeits- oder Studienaufenthalte.

Bei der Einreise

Am Flughafen: e-Visa-Inhaber gehen zum speziellen Counter (oft kürzer als die reguläre Schlange). Fingerabdrücke und Foto werden genommen. Die Einreise ist unkompliziert — die Beamten sind professionell, wenn auch manchmal langsam.

Tipp

Drucke dein e-Visa-Bestätigungsdokument aus (nicht nur digital speichern!). Die Website indianvisaonline.gov.in ist die EINZIGE offizielle Seite — es gibt viele Drittanbieter, die deutlich mehr verlangen. Fülle das Formular sorgfältig aus — Fehler beim Namen oder Passnummer führen zur Ablehnung.

Achtung

Das e-Visa wird manchmal ohne Angabe von Gründen abgelehnt (besonders bei Pakistan-stämmigen Namen oder vorherigen Reisen nach Pakistan). In diesem Fall: Reguläres Visum bei der Botschaft beantragen. Keine Panik — das ist ein bekanntes Problem und kein persönliches Sicherheitsrisiko.

Geld & Währung

Welche Währung hat Indien und wie ist der Kurs?

Die Währung Indiens ist die Indische Rupie (INR / ₹). Aktueller Kurs (Stand 2026): ca. 1 € ≈ 88–92 ₹.

Geldautomaten (ATM)

ATMs gibt es überall — in Städten an jeder Ecke, auf dem Land in den meisten Kleinstädten. Die zuverlässigsten: SBI (State Bank of India), HDFC, ICICI und Axis Bank.

  • Abhebungslimit: Meist 10.000–20.000 ₹ pro Transaktion
  • Gebühren: Indische Banken erheben meist 200–250 ₹ pro Abhebung (plus Gebühren deiner Heimatbank)
  • Beste Karten: Wise (ehemals TransferWise), DKB, Comdirect — keine Fremdwährungsgebühren
  • Tipp: „Dynamic Currency Conversion" am ATM IMMER ablehnen — der Kurs ist deutlich schlechter

Bargeld vs. Digital

Indien hat eine digitale Zahlungsrevolution erlebt: Das UPI-System (Unified Payments Interface) ermöglicht kontaktlose Zahlungen per QR-Code — selbst der kleinste Straßenverkäufer hat einen QR-Code. Allerdings funktionieren die meisten UPI-Apps (Google Pay, PhonePe, Paytm) nur mit indischem Bankkonto. Für Touristen bleibt Bargeld daher König:

  • Trage immer 2.000–5.000 ₹ in kleinen Scheinen bei dir (100er und 500er)
  • Große Scheine (2.000 ₹) werden von Straßenverkäufern und Rikscha-Fahrern oft nicht gewechselt
  • Kreditkarten werden in Hotels, gehobenen Restaurants und Geschäften akzeptiert, aber nicht im Alltag

Tipp

Wechsle am Flughafen nur einen kleinen Betrag (2.000–3.000 ₹ für Taxi/SIM-Karte) — der Kurs am Airport ist schlecht. In der Stadt bekommst du bei Thomas Cook oder autorisierten Money Changers bessere Kurse. Oder hebe einfach am ATM ab.

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Gesundheit & Impfungen

Welche Impfungen sind für Indien empfohlen?

Indiens größte Gesundheitsherausforderung für Reisende ist der Magen — der berüchtigte „Delhi Belly" erwischt die Mehrheit der Besucher mindestens einmal. Vorbereitung und Hygiene reduzieren das Risiko erheblich.

Impfungen (empfohlen)

  • Hepatitis A & B: Dringend empfohlen
  • Typhus: Empfohlen, besonders bei längerem Aufenthalt oder Reisen abseits der Touristenpfade
  • Tollwut: Bei engem Tierkontakt (viele Straßenhunde!) oder Aufenthalten fern von medizinischer Versorgung
  • Japanische Enzephalitis: Bei Aufenthalten in ländlichen Gebieten während des Monsuns
  • Tetanus/Diphtherie/Polio: Auffrischung prüfen
  • Malaria: Prophylaxe nur in bestimmten Gebieten nötig (Nordosten, ländliches Rajasthan im Monsun). Delhi, Mumbai, Goa, Kerala sind in der Trockenzeit weitgehend malariafrei.

Delhi Belly vermeiden

  • Wasser: NIEMALS Leitungswasser trinken. Nur versiegelte Flaschen (Siegel prüfen!) oder abgekochtes Wasser. Auch zum Zähneputzen.
  • Eis: In einfachen Restaurants/Straßenständen oft aus Leitungswasser. In gehobenen Restaurants meist sicher (zylindrische Eiswürfel = industriell = sicher).
  • Essen: „Cook it, peel it, boil it — or forget it." Frittiertes und frisch Gekochtes ist sicherer als Salate und geschnittenes Obst.
  • Hände: Desinfektionsgel immer dabei. Hände vor jedem Essen waschen.

Wenn es dich erwischt

Leichter Durchfall: ORS (Oral Rehydration Salts, in jeder Apotheke für 20 ₹) und leichte Kost (Reis, Bananen, Toast). Bei Fieber, Blut im Stuhl oder Symptomen über 48 Stunden: Arzt aufsuchen. Private Krankenhäuser (Apollo, Max, Fortis) bieten gute Versorgung in allen größeren Städten. Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist Pflicht!

Achtung

Streunende Hunde sind in Indien allgegenwärtig — und Tollwut ist ein reales Risiko. Streichele NIEMALS Straßentiere. Bei einem Biss oder Kratzer: Wunde sofort 15 Minuten mit Seife waschen und innerhalb von 24 Stunden eine Tollwut-Postexpositionsprophylaxe im nächsten Krankenhaus erhalten.

Sicherheit & Scams

Wie sicher ist Indien für Touristen?

Indien ist für Touristen grundsätzlich sicher — Gewaltkriminalität gegen Ausländer ist selten. Die Hauptrisiken sind Betrug, Taschendiebstahl und für alleinreisende Frauen sexuelle Belästigung.

Die häufigsten Scams

  • „The Taj/Temple is closed today": Der Klassiker. Vor jeder Sehenswürdigkeit stehen Touts, die behaupten, sie sei geschlossen — und bieten stattdessen eine Tour zu Schmuck-/Teppich-/Gewürzläden an. IGNORIEREN und direkt zum Eingang gehen.
  • Überteuerter Rikscha-/Taxi-Preis: Verhandele IMMER vorher oder bestehe auf dem Taxameter. Besser: Uber/Ola zu Festpreisen.
  • Prepaid-Taxi-Scam am Flughafen: Der offizielle Prepaid-Taxi-Schalter ist INNEN im Terminal (nicht draußen). Draußen lauern Fahrer, die 3–5x den normalen Preis verlangen.
  • Geldwechsel-Betrug: Langsames Nachzählen, versteckte Scheine, „Rechenfehler". Immer selbst nachzählen, vor den Augen des Wechslers.
  • Schmuck-/Teppich-/Gewürzshop: Rikscha-Fahrer bringen dich zu Geschäften, die ihnen Provision zahlen. Dort wird enormer Verkaufsdruck ausgeübt. Bestehe auf deinem Ziel.
  • Drugged Food/Drink: Extrem selten, aber kommt vor — nimm keine Speisen/Getränke von Fremden im Zug an.

Frauen allein in Indien

Alleinreisende Frauen sind in Indien nicht ungewöhnlich — viele tun es und haben großartige Erfahrungen. Aber die Realität ist, dass sexuelle Belästigung (Starren, Anmachen, Berühren in Menschenmengen) häufiger vorkommt als in Europa. Strategien:

  • Kleidung: Knie und Schultern bedecken, besonders in konservativen Regionen (Rajasthan, ländliche Gebiete). In Goa und Kerala sind die Normen lockerer.
  • Meide nachts einsame Straßen und Parks. Nimm Uber/Ola statt Straßen-Rikschas nach Einbruch der Dunkelheit.
  • In Zügen und Metro: Nutze die reservierten Frauenabteile.
  • Hotel: Buche über bekannte Plattformen und wähle Hotels mit guten Bewertungen von Solo-Reisenden.
  • Vertraue deinem Bauchgefühl — wenn sich eine Situation unwohl anfühlt, verlasse sie.

Tipp

Die wichtigste Sicherheitsregel in Indien: NIEMALS von der Straße einladen lassen. Wähle deine Restaurants, Geschäfte und Guides selbst aus. Informiere dich vorab über faire Preise (Uber/Ola als Referenz). Und: Ein bestimmtes, höfliches „Nein, danke" wirkt in 95 % der Fälle.

SIM-Karten & Internet

Wie bekomme ich eine SIM-Karte in Indien?

Eine lokale SIM-Karte ist in Indien unentbehrlich — für Uber/Ola, Navigation, Zugbuchungen und Kommunikation. Das Mobilfunknetz ist gut ausgebaut und extrem günstig.

Die besten Anbieter

  • Jio: Größtes 4G-Netz, beste Abdeckung, günstigste Tarife. Prepaid-Plan: 299 ₹ (~3,40 €) für 28 Tage mit 2 GB/Tag + unbegrenzte Anrufe. Perfekt für Touristen.
  • Airtel: Zweitgrößtes Netz, marginal teurer, aber etwas bessere Qualität in städtischen Gebieten. Tourist-SIM: 599 ₹ für 30 Tage mit 1,5 GB/Tag.
  • Vi (Vodafone Idea): Dritter Anbieter, ähnliche Preise, aber schwächere Abdeckung auf dem Land.

SIM-Karte kaufen

Am einfachsten: Am Flughafen (Delhi T3, Mumbai T2 haben offizielle Jio/Airtel-Schalter). Benötigt: Reisepass + Visum (Kopie wird gemacht) + Passfoto (manchmal — zur Sicherheit eines mitnehmen). Aktivierung dauert 2–24 Stunden.

In der Stadt: Jio- oder Airtel-Shops in jedem Viertel. Aber: Die Aktivierung für Ausländer ist am Flughafen deutlich unkomplizierter als in der Stadt, wo oft Dokument-Probleme auftreten.

WLAN

Kostenloses WLAN gibt es in den meisten Hotels und Cafés (Qualität variabel), an allen indischen Bahnhöfen (Railwire — Google-Initiative, gut) und in Shopping Malls. Die Geschwindigkeit ist in Städten akzeptabel, auf dem Land und in Bergregionen oft frustrierend langsam.

Tipp

Kaufe die SIM-Karte SOFORT am Flughafen — du brauchst sie für Uber/Ola (sonst bist du den Taxi-Touts ausgeliefert), für die Registrierung bei Restaurants und für Navigation. Jio am Flughafen Delhi T3: Stand in der Ankunftshalle, 10 Minuten Prozess, 2–4 Stunden bis zur Aktivierung.

Strom, Kleidung & Handeln

Was sollte man über Strom und Adapter in Indien wissen?

Im Überblick: Strom, Kleidung & Dresscode, Handeln & Feilschen und Trinkgeld. Die Einzelheiten zu jedem Punkt stehen in den folgenden Absätzen.

Strom

Indien verwendet 230V/50Hz (wie Europa). Die Steckdosen sind meist dreipolig (Typ D/M — drei runde Stifte), aber viele akzeptieren auch europäische Zweipolstecker. Zur Sicherheit einen Universaladapter mitnehmen. Stromausfälle sind auf dem Land und in kleinen Städten häufig — eine Stirnlampe oder Powerbank ist Gold wert.

Kleidung & Dresscode

  • Tempel: Knie und Schultern bedeckt, Schuhe ausziehen (oft auch Socken). In manchen Tempeln müssen Männer Hemden tragen (kein Tank Top).
  • Moscheen: Lange Hosen/Rock, Schultern bedeckt. Frauen: Kopftuch (wird oft am Eingang verteilt).
  • Allgemein: Indien ist konservativer als es manchmal scheint. Außerhalb von Goa und Mumbai sind Shorts und ärmellose Tops für Frauen unpassend. Leichte, lange Baumwollkleidung ist ideal: schützt vor Sonne, Mücken und kulturellen Fauxpas.

Handeln & Feilschen

In Indien wird überall gehandelt — auf Märkten, in Geschäften ohne Preisschilder, mit Rikscha-Fahrern, sogar in manchen Hotels. Nicht gehandelt wird in Supermärkten, Kettenrestaurants und Geschäften mit Festpreisen (Fabindia, Anokhi).

  • Starte bei 40–50 % des genannten Preises
  • Arbeite dich lächelnd nach oben — Handeln ist ein Spiel, keine Konfrontation
  • Weggehen ist die stärkste Verhandlungswaffe — du wirst oft zurückgerufen
  • Wenn ein Preis akzeptiert wird: Du MUSST kaufen. Ein akzeptiertes Angebot zurückziehen ist ein Affront
  • Bei sehr günstigen Artikeln (unter 50 ₹) um 10 ₹ zu feilschen ist unangemessen

Trinkgeld

In Restaurants: 10 % (wenn kein Service Charge berechnet wird). Hotelportier: 50–100 ₹ pro Gepäckstück. Rikscha-Fahrer: Aufrunden. Guide: 200–500 ₹ pro Tag. Hotelangestellte (Zimmerreinigung): 50–100 ₹ pro Tag.

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