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Regionen · Kapitel 7

Südindien

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RegionenKapitel 7: Südindien
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Südindien

Südindien jenseits von Kerala ist ein Universum für sich: die surrealen Granitlandschaften von Hampi, die koloniale Eleganz von Mysore und Pondicherry, dravidische Tempel von überwältigender Pracht und Bergstationen mit britischem Charme. Weniger besucht als der Norden, aber mindestens ebenso faszinierend.

Hampi — Vergessene Hauptstadt★★★

Hampi, Bellary District, Karnataka 583239
Virupaksha-Tempel: 6:00–18:00 | Vittala-Tempel: 8:30–17:30
Kombi-Ticket alle Denkmäler: 600 ₹ (Ausländer) | Virupaksha separat: 40 ₹

Hampi ist einer der außergewöhnlichsten Orte der Welt — und einer der am meisten unterschätzten. Die Ruinen des Vijayanagara-Reiches (14.–16. Jahrhundert), verstreut über eine surreale Landschaft aus gigantischen Granitfelsblöcken, Bananenplantagen und dem Fluss Tungabhadra, bilden ein UNESCO-Welterbe von atemberaubender Schönheit. Auf dem Höhepunkt seiner Macht war Vijayanagara die zweitgrößte Stadt der Welt nach Peking — mit über 500.000 Einwohnern.

Das Herzstück ist der Virupaksha-Tempel, der als einziger Tempel Hampis noch aktiv betrieben wird — seit über 1.000 Jahren ununterbrochen. Der 50 Meter hohe Gopuram (Tempelturm) dominiert die Skyline und der Tempelelefant Lakshmi segnet Besucher für eine kleine Münze. Der Vittala-Tempel ist Hampis Meisterwerk: Der berühmte Steinwagen (Stone Chariot), ein aus einem einzigen Granitblock gemeißelter Tempelwagen, ist das Wahrzeichen von Hampi und auf der 50-Rupien-Note abgebildet. Die 56 musikalischen Säulen im Innenhof erzeugen beim Anschlagen verschiedene Töne — ein architektonisches Wunder.

Die Royal Enclosure (Königsbezirk) zeigt die Überreste der weltlichen Macht: die Lotus Mahal (ein eleganter Pavillon, der hinduistische und islamische Architektur verschmilzt), die Elephant Stables (Elefantenställe mit 11 gewölbten Kammern) und die Stufen des Stepped Tank (königliches Bad). Der Hemakuta Hill zwischen Virupaksha-Tempel und Krishna-Tempel bietet den besten Sonnenuntergangs-Blick über die gesamte Ruinenlandschaft.

Auf der anderen Flussseite liegt Anegundi, das ältere Dorf, das als Geburtsort des mythischen Affenkönigs Hanuman gilt. Hier kann man Felsmalereien besichtigen, durch Bananenplantagen wandern und die entspannte Hippie-Atmosphäre in den Guesthouses am Flussufer genießen. Die Überfahrt mit dem Coracle (rundes Korbboot) kostet 20 ₹ — ein Erlebnis für sich.

Tipp

Miete ein Fahrrad (150–200 ₹/Tag) oder Moped (300–400 ₹/Tag) — die Ruinen sind weit verstreut (25 km² Fläche). Plane mindestens 2–3 volle Tage ein. Sonnenaufgang vom Matanga Hill (30 Minuten Aufstieg) ist spektakulär — die ersten Sonnenstrahlen über den Felsen und Tempelruinen. Bringe genug Wasser mit, Schatten ist rar!

Achtung

Hampi ist eine geschützte UNESCO-Stätte. In den letzten Jahren wurden illegale Bauten auf der Hippie-Seite (Virupapur Gaddi) abgerissen. Die indische Regierung plant weitere Schutzmaßnahmen. Respektiere die Ruinen — kein Klettern auf Tempeln oder Graffiti auf Felsen.

Mysore — Stadt der Paläste★★

Mysore (Mysuru), Karnataka 570001
Mysore Palace: 10:00–17:30 | Beleuchtung: So & Feiertage 19:00–19:45
Mysore Palace: 200 ₹ (Ausländer) | Chamundi Hill Tempel: Eintritt frei

Mysore (offiziell Mysuru) ist Südindiens eleganteste Stadt — eine ehemalige Maharaja-Residenz, die ihren königlichen Charme bewahrt hat. Saubere Boulevards, Parks, Märkte voller Sandelholz und Jasmin und einer der prächtigsten Paläste Indiens machen Mysore zu einem angenehmen, entspannten Stopp.

Der Mysore Palace (Amba Vilas Palace) ist das Highlight: Ein indo-sarazenisches Meisterwerk, erbaut 1912 nach einem Brand des Vorgängerbaus. Von außen beeindruckend, von innen überwältigend — Säle mit Buntglasfenstern, Goldsäulen, bemalten Decken, königlichen Hochzeitsthronen und einem Boden aus schottischem Gusseisen. Am Sonntag und an Feiertagen wird der Palast von 97.000 Glühbirnen beleuchtet — ein magischer Anblick, der Zehntausende Besucher anzieht (19:00–19:45 Uhr).

Mysore ist auch das Zentrum der Ashtanga-Yoga-Tradition. Der legendäre Sri K. Pattabhi Jois lehrte hier jahrzehntelang, und sein Shala (Studio) zieht Yoga-Praktizierende aus aller Welt an. Zahlreiche Yogaschulen bieten Intensivkurse von einer Woche bis drei Monate an.

Der Devaraja Market im Stadtzentrum ist einer der farbenprächtigsten Märkte Südindiens: Berge von Blumengirlanden (vor allem Jasmin — Mysores Duftmarke), frisches Obst, Sandelholzprodukte (Mysore ist berühmt für Sandelholzseife und -öl) und Gewürze. Der Chamundi Hill (13 km, 1.008 Stufen oder Autofahrt) bietet eine Panoramaaussicht und den Chamundeshwari-Tempel an der Spitze. Auf halbem Weg steht der Nandi-Bulle — eine 5 Meter hohe Granitskulptur aus dem 17. Jahrhundert.

Tipp

Mysore ist der perfekte Ausgangspunkt für Tagesausflüge: Srirangapatna (Tipu Sultans Festungsinsel, 16 km), Ranganathittu Bird Sanctuary (Vogelparadies am Kaveri-Fluss, 18 km) und die Brindavan Gardens (Staudamm mit beleuchteten Springbrunnen-Shows am Abend, 22 km). Alle per Bus oder Rikscha erreichbar.

Pondicherry — Frankreich in Indien★★

Puducherry (Pondicherry) 605001
Auroville Visitors Centre: 9:00–17:00 | Matrimandir: 9:30–12:30 & 14:00–16:00 (nur mit Buchung)
Auroville: Eintritt frei | Matrimandir-Meditation: kostenlos (Voranmeldung nötig)

Pondicherry (offiziell Puducherry) ist eine Zeitkapsel — ein Stück Frankreich an der südindischen Küste. Das ehemalige Unionsterritorium war bis 1954 französische Kolonie, und das French Quarter (Ville Blanche) hat seinen Charme bewahrt: pastellfarbene Kolonialhäuser mit Bougainvillea-bedeckten Balkonen, schattige Boulevards mit französischen Straßennamen, Boulangerien, Crêperien und Straßencafés. Die Promenade am Meer erinnert eher an Nizza als an Tamil Nadu.

Die Strandpromenade (Goubert Avenue / Beach Road) ist das Herz des Touristenviertels — eine autofreie Zone am Abend, perfekt zum Flanieren. Die Basilique du Sacré Cœur de Jésus (Herz-Jesu-Basilika) erinnert an französische Gotik, und das French Institute of Pondicherry (Institut Français) zeigt wechselnde Ausstellungen zur französisch-indischen Geschichte.

Jenseits des Kanals liegt die Tamil Town (Ville Noire) — das „echte" Pondicherry mit bunten Tempeln, geschäftigen Märkten und dem Goubert Market, wo Tamil-Nadu-Leben in voller Intensität stattfindet. Der Kontrast zwischen den beiden Vierteln ist faszinierend.

Zehn Kilometer nördlich liegt Auroville, die „Stadt der Morgenröte" — ein 1968 von der Französin Mirra Alfassa (bekannt als „The Mother") gegründetes utopisches Gemeinschaftsprojekt, in dem heute über 3.000 Menschen aus 60 Nationen leben. Das goldene Matrimandir (Meditationskugel) ist das Zentrum — Besucher können nach Voranmeldung meditieren. Die umliegende Zone ist ein beeindruckendes Aufforstungsprojekt: Aus erodierter Ödlandschaft wurde ein grüner Wald.

Tipp

Pondicherry ist perfekt für 2–3 entspannte Tage. Miete ein Fahrrad (100 ₹/Tag) und erkunde das French Quarter in deinem Tempo. Zum Frühstück: „Baker Street" oder „Le Café" an der Promenade. Für Auroville: Melde dich mindestens einen Tag vorher im Visitors Centre an, um Zugang zum Matrimandir zu bekommen — ohne Anmeldung darfst du es nur von außen sehen.

Ooty — Queen of Hill Stations★★

Ooty (Udhagamandalam), Nilgiris District, Tamil Nadu 643001
Botanical Garden: 8:00–18:30 | Tea Museum: 9:00–17:00
Botanical Garden: 30 ₹ | Nilgiri Railway: 30–300 ₹ | Doddabetta: 30 ₹

Ooty (Ootacamund, offiziell Udhagamandalam) ist die „Königin der Bergstationen" — auf 2.240 Metern in den Nilgiri-Bergen gelegen und von den Briten als Sommerresidenz gegründet, um der unerträglichen Hitze der Ebene zu entfliehen. Die Temperaturen bleiben ganzjährig bei angenehmen 10–25 °C.

Das größte Erlebnis ist die Anfahrt: Die Nilgiri Mountain Railway (UNESCO-Welterbe) ist eine der letzten Zahnradbahnen Asiens. Die 46 km lange Strecke von Mettupalayam nach Ooty führt über 16 Tunnel und 250 Brücken durch nebelverhangene Teeplantagen und dichte Wälder. Die Fahrt dauert 5 Stunden und ist eine der spektakulärsten Zugstrecken der Welt. Tickets: 30 ₹ (2. Klasse) bis 300 ₹ (1. Klasse) — monatelang im Voraus ausgebucht!

In Ooty selbst lohnt sich der Botanical Garden (gegründet 1848, 30 ₹), ein üppiger Garten mit über 1.000 Pflanzenarten, fossilisierten Baumstämmen und dem jährlichen Flower Show im Mai. Der Ooty Lake bietet Bootsfahrten (100 ₹, 30 Min.), und der Doddabetta Peak (2.637 m, höchster Punkt der Nilgiris, 8 km von Ooty) bietet bei klarer Sicht ein Panorama über die gesamte Bergkette.

Die Teeplantagen rund um Ooty produzieren einige der besten Tees Indiens. Die Tea Factory & Museum in Dodabetta bietet Führungen und Verkostungen (200 ₹). Die Umgebung eignet sich hervorragend für Wanderungen: der Avalanche Lake Trail (24 km von Ooty), die Upper Bhavani Region und der Mudumalai-Nationalpark (am Fuß der Nilgiris) mit Tigern, Elefanten und Gaur.

Tipp

Die Nilgiri Mountain Railway-Tickets für die volle Strecke (Mettupalayam–Ooty) sind extrem begehrt — buche 90 Tage im Voraus auf IRCTC. Alternative: Die Strecke Ooty–Coonoor (kürzerer Abschnitt, leichter verfügbar) bietet die schönsten Ausblicke. In Coonoor: Besuche die Sim's Park Gardens und die Dolphin's Nose Aussicht.

Madurai — Meenakshi-Tempel★★★

Sri Meenakshi Temple, Madurai, Tamil Nadu 625001
Tempel: 5:00–12:30 & 16:00–21:30 | Nayak Palace: 9:00–17:00
Tempel: Eintritt frei (Kamera: 50 ₹) | Nayak Palace: 100 ₹ | Sound & Light Show: 50 ₹

Madurai ist eine der ältesten durchgehend bewohnten Städte der Welt — seit über 2.500 Jahren ein Zentrum tamilischer Kultur. Und in ihrem Herzen steht eines der überwältigendsten Bauwerke Indiens: der Sri Meenakshi Amman Temple.

Der Meenakshi-Tempel ist kein einzelner Tempel, sondern eine Stadt in der Stadt: 14 Gopurams (Türme), von denen die größten über 50 Meter hoch sind, bedeckt mit Tausenden bunt bemalter Götterfiguren, Dämonen und mythologischen Kreaturen. Im Inneren: verschlungene Korridore, der Goldene Lotus-Teich (in dem Gläubige baden), der Tausend-Säulen-Halle (mit 985 kunstvoll gemeißelten Säulen) und Schreine für die Göttin Meenakshi (eine Form Parvatis) und ihren Gemahl Sundareswarar (Shiva). Jeden Abend wird in einer feierlichen Prozession die Statue Sundareswars zum Schlafgemach Meenakshis gebracht — eine „göttliche Hochzeitsnacht", die seit Jahrhunderten täglich wiederholt wird.

Der Tempel ist kein Museum — er ist ein lebendiger Ort der Anbetung, an dem täglich 15.000 Menschen beten. Priester führen Rituale durch, Blumenverkäufer bieten Jasmingirlanden an, und Pilger umrunden die heiligen Schreine. Als nicht-hinduistischer Besucher darfst du den Großteil des Tempels betreten (die innersten Schreine sind nur für Hindus). Die Atmosphäre ist elektrisierend.

Rund um den Tempel liegt die Altstadt mit ihren konzentrischen Straßenringen (die Straßennamen enden alle auf „Masi", „Chitrai", „Avani" — benannt nach Tamil-Monaten). Der Thirumalai Nayak Palace (1636) ist ein beeindruckender Palast im indo-sarazenischen Stil mit einem gewaltigen Innenhof und Stuckarbeiten. Abends findet hier eine Sound-and-Light-Show statt (50 ₹).

Tipp

Besuche den Meenakshi-Tempel morgens (6:00–12:30) und abends (16:00–21:30) — zwischen 12:30 und 16:00 ist der Tempel für Nicht-Hindus geschlossen. Die abendliche Schlafzeremonie (Nachtzeremonie um 21:00) ist besonders atmosphärisch. Schuhe am Eingang abgeben (Schließfächer 5 ₹). Kamera-Gebühr: 50 ₹. Kleidung: Schultern und Knie bedeckt.

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