Praktisches A–Z
Visum & Einreise
e-Visa (empfohlen)
Deutsche, Österreicher und Schweizer benötigen ein Visum für Kambodscha. Die einfachste Option ist das e-Visa, das du online beantragst:
- Website: evisa.gov.kh (offizielle Seite — Vorsicht vor Drittanbieter-Seiten, die Aufpreise berechnen!)
- Kosten: 36 USD (30 USD Visum + 6 USD Bearbeitungsgebühr)
- Gültigkeit: 30 Tage ab Einreise, einmalige Einreise
- Bearbeitungszeit: 3 Werktage (manchmal schneller)
- Benötigt: Reisepass (mind. 6 Monate gültig), digitales Passfoto, Kreditkarte
- Einreise: Gültig an den Flughäfen Phnom Penh, Siem Reap und einigen Landgrenzübergängen (Poipet, Bavet)
Visa on Arrival (Alternative)
Am Flughafen oder an den meisten Landgrenzen erhältlich:
- Kosten: 30 USD (bar, in USD — passend mitbringen!)
- Benötigt: Reisepass, 1 Passfoto, Einreiseformular (am Schalter)
- Wartezeit: 15–45 Minuten (Flughafen), an Landgrenzen manchmal länger
Verlängerung
Das 30-Tage-Visum kann einmal um 30 Tage verlängert werden (45 USD, bei einer Agentur in Phnom Penh, 3 Werktage). Überziehung: 10 USD Strafe pro Tag — wird bei der Ausreise berechnet.
Achtung
Beantrage das e-Visa NUR über die offizielle Website evisa.gov.kh! Drittanbieter-Seiten verlangen 50–80 USD für das gleiche Visum. Am Grenzübergang Poipet verlangen Grenzbeamte manchmal „Bearbeitungsgebühren" von 5–10 USD extra — das ist inoffiziell. Du kannst ablehnen, aber sei höflich.
Geld & Währung
Das Zwei-Währungen-System
Kambodscha hat eine der ungewöhnlichsten Währungssituationen der Welt: Es gibt eine Landeswährung (Riel, KHR), aber im Alltag wird fast ausschließlich mit US-Dollar bezahlt. Beide Währungen zirkulieren parallel:
- US-Dollar: Akzeptiert überall — Hotels, Restaurants, Tuk-Tuks, Supermärkte. Preise werden in USD angegeben.
- Riel: Für Kleinbeträge unter 1 USD. Wechselgeld wird oft in Riel gegeben (1 USD = 4.100 KHR). Auch auf Märkten und bei Streetfood-Ständen üblich.
USD — Wichtige Regeln
- Bringe USD-Bargeld mit! Am besten frische, unbeschädigte Scheine. Zerrissene, beschriebene oder stark abgenutzte Scheine werden ABGELEHNT.
- Kleine Scheine: 1-, 5- und 10-Dollar-Scheine sind Gold wert. 50- und 100-Dollar-Scheine sind schwer zu wechseln, außer in Hotels und Banken.
- Münzen: US-Münzen werden NICHT akzeptiert — nur Scheine.
Geldautomaten (ATM)
ATMs gibt es in allen Städten und touristischen Gebieten. Die meisten geben USD aus (manche auch Riel):
- Abhebungslimit: Meist 200–500 USD pro Transaktion
- Gebühren: 4–5 USD pro Abhebung (plus Gebühren deiner Heimatbank)
- Empfohlene Banken: ABA Bank (niedrigste Gebühren, zuverlässig), ACLEDA Bank, Canadia Bank
Kreditkarten
In gehobenen Hotels und Restaurants in Phnom Penh und Siem Reap akzeptiert (oft mit 2–3% Aufschlag). Auf den Inseln, in Kampot, Battambang und im Nordosten: nur Bargeld!
Tipp
Nimm mindestens 200–300 USD in kleinen Scheinen mit (1er, 5er, 10er). Das reicht für die ersten Tage und gibt dir Flexibilität. Für längere Reisen: An ABA-Bank-ATMs abheben — die haben die niedrigsten Gebühren (4 USD) und geben bis zu 500 USD auf einmal.
Gesundheit & Impfungen
Impfungen
Keine Pflichtimpfungen für die Einreise aus Deutschland. Empfohlen werden:
- Standard-Impfungen: Tetanus, Diphtherie, Polio, Masern (auffrischen lassen)
- Hepatitis A: Dringend empfohlen (Übertragung durch Lebensmittel/Wasser)
- Hepatitis B: Empfohlen bei längerem Aufenthalt
- Typhus: Empfohlen bei Reisen in ländliche Gebiete
- Tollwut: Empfohlen bei engem Tierkontakt oder Reisen in abgelegene Gebiete (Mondulkiri, Ratanakiri). Streunende Hunde sind allgegenwärtig!
- Japanische Enzephalitis: Bei längerem Aufenthalt in ländlichen Gebieten während der Regenzeit
Malaria & Dengue
- Malaria: Risiko in abgelegenen Waldgebieten (Mondulkiri, Ratanakiri, Grenzgebiete). In Phnom Penh, Siem Reap und an der Küste kein Risiko. Prophylaxe (Malarone, Doxycyclin) nur bei Reisen in den Nordosten nötig — Reisemediziner konsultieren!
- Dengue: Landesweit, besonders in der Regenzeit (Mai–November). Kein Impfstoff, kein Prophylaxe-Medikament. Mückenschutz ist die einzige Prävention: DEET-haltiges Repellent (mind. 30%), lange Kleidung in der Dämmerung, Mückennetz nachts.
Leitungswasser & Magen
Leitungswasser NIEMALS trinken — auch nicht zum Zähneputzen in einfachen Unterkünften. Flaschenwasser ist überall günstig (0,25–0,50 USD). Eis in Touristenrestaurants ist in der Regel sicher (industriell hergestellt). Streetfood ist generell sicher — achte auf hohen Umsatz.
Medizinische Versorgung
In Phnom Penh gibt es gute private Kliniken (Royal Phnom Penh Hospital, SOS International). In Siem Reap: Royal Angkor International Hospital. Außerhalb der großen Städte: sehr eingeschränkte Versorgung. Bei schweren Notfällen: Evakuierung nach Bangkok (1h Flug). Reisekrankenversicherung mit Rücktransport ist PFLICHT!
Wichtig: Apotheken
In Phnom Penh und Siem Reap sind Apotheken gut sortiert. Außerhalb: nur Basismedikamente. Bringe mit: Imodium, Elektrolytpulver, Schmerzmittel, Pflaster, Desinfektionsmittel, Malariaprophylaxe (wenn nötig).
Sicherheit & Landminen
Allgemeine Sicherheit
Kambodscha ist für Touristen grundsätzlich sicher. Gewaltkriminalität gegen Ausländer ist selten. Was vorkommt:
- Taschendiebstahl: In Phnom Penh (Riverside, Märkte) und Siem Reap (Pub Street). Rucksack vorne tragen, Handy nicht in der Außentasche.
- Handtaschen-Raub: In Phnom Penh reißen Motorradfahrer Taschen von der Schulter. Taschen IMMER zur Hauswand hin tragen, nie zur Straßenseite. Oder: Crossbody-Tasche verwenden.
- Betrug: Überhöhte Tuk-Tuk-Preise, falsche Angkor-Guides, „mein Restaurant hat geschlossen, komm zu meinem Freund"-Tricks. Preise vorher vereinbaren, bei deiner Linie bleiben.
- Nachtleben: Pub Street in Siem Reap und die Bars in Phnom Penh sind sicher, aber achte auf deine Getränke (Spiking kommt selten vor, aber es gibt Berichte).
Landminen — Die unsichtbare Gefahr
Kambodscha ist eines der am stärksten verminten Länder der Welt. Zwischen 1970 und 1998 wurden Millionen Landminen und Streubomben gelegt — von allen Seiten des Konflikts (Rote Khmer, Vietnamesen, Kambodschanische Armee, US-Bombardierungen). Geschätzt 4–6 Millionen Minen liegen noch im Boden.
Die gute Nachricht: Alle touristischen Gebiete sind entmint. Angkor, Phnom Penh, die Küste, Hauptstraßen — alles sicher. Die Minen liegen in abgelegenen ländlichen Gebieten, Grenzregionen und abseits der Wege im Nordwesten.
Goldene Regel
Bleibe auf markierten Wegen! Gehe niemals in unbekanntes Gelände, besonders nicht abseits der Wege in ländlichen Gebieten. Rote und weiße Minenschilder (Totenkopf-Symbol) markieren verminte Gebiete — sie sind kein Dekoration, sondern tödlich ernst.
Landmine Museum (Siem Reap)
Das Cambodia Landmine Museum (16 km nördlich von Siem Reap, auf dem Weg nach Banteay Srei) ist ein eindrucksvolles kleines Museum, gegründet von Aki Ra — einem ehemaligen Kindersoldaten der Roten Khmer, der sein Leben der Minenräumung gewidmet hat. 5 USD Eintritt, der direkt in die Minenräumung fließt.
Achtung
Verlasse NIEMALS markierte Wege in ländlichen Gebieten, besonders nicht im Nordwesten (Battambang, Banteay Meanchey, Pailin) und an der thailändischen Grenze. Landminen sind kein abstraktes Problem — noch 2023 gab es über 50 Opfer. Die Minenräumung wird noch Jahrzehnte dauern.
Internet & Kommunikation
SIM-Karte & Mobile Daten
Eine lokale SIM-Karte ist spottbillig und unverzichtbar:
- Anbieter: Smart (bestes Netz, empfohlen), Cellcard (gute Abdeckung), Metfone (günstigste Tarife)
- Preis: 1–3 USD für die SIM + 2–5 USD für 5–15 GB Daten (30 Tage)
- Kauf: Am Flughafen (Schalter direkt nach der Gepäckausgabe), in Handyläden oder an Straßenständen. Reisepass erforderlich!
- Netzabdeckung: 4G in Phnom Penh, Siem Reap, Sihanoukville und Hauptstädten. 3G auf den Inseln. Im Nordosten (Mondulkiri, Ratanakiri): lückenhaft bis nicht vorhanden.
WLAN
Kostenloses WLAN in fast allen Hotels, Guesthouses, Restaurants und Cafés. Die Geschwindigkeit ist in den Städten akzeptabel (5–20 Mbit/s), auf dem Land und den Inseln manchmal quälend langsam.
Strom
230V, verschiedene Steckdosentypen (A, C, G — alles gemischt!). Ein Universaladapter ist Pflicht. Stromausfälle kommen vor, besonders auf den Inseln und in ländlichen Gebieten. Auf Koh Rong und Koh Rong Samloem haben manche Unterkünfte nur stundenweise Strom (Generator).
Kleidung & Trinkgeld
Kleidung
Kambodscha ist heiß und feucht — leichte, atmungsaktive Kleidung ist ein Muss:
- Angkor-Tempel: Schultern und Knie MÜSSEN bedeckt sein (wird kontrolliert!). Leichte lange Hose und T-Shirt. Keinen Minirock, kein Tanktop.
- Pagoden: Gleiche Regeln wie bei Tempeln. Schuhe ausziehen beim Betreten.
- Strand: Bikini/Badehose am Strand normal. Topless ist nicht üblich und wird nicht gern gesehen.
- Abends: In Phnom Penh und Siem Reap ist alles entspannt — Shorts und T-Shirt reichen.
- Dschungel (Nordosten): Lange Hose, feste Schuhe, Mückenschutz. Die Blutegel in der Regenzeit sind Real Talk.
Trinkgeld
Trinkgeld ist in Kambodscha nicht traditionell üblich, wird aber im Tourismus zunehmend erwartet:
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Restaurant | Aufrunden oder 5–10% bei gutem Service |
| Tuk-Tuk-Fahrer (Tagestour) | 2–3 USD extra |
| Angkor-Guide (ganzer Tag) | 10–15 USD |
| Hotelzimmerreinigung | 1 USD/Tag |
| Massage (1h, 5–10 USD) | 1–2 USD |
| Bootsführer (Delfine, Tonle Sap) | 1–2 USD |
Nützliche Packliste
- Moskito-Repellent (DEET 30%+) — in Kambodscha teuer, mitbringen!
- Sonnencreme LSF 50+ (teuer vor Ort)
- Universalstecker-Adapter
- Taschenlampe/Stirnlampe (für Inseln und Stromausfälle)
- Regenponcho oder leichte Regenjacke (Regenzeit)
- Kopie des Reisepasses (digital + Papier)
- Kleine USD-Scheine (1er, 5er, 10er)
War dieses Kapitel hilfreich?
