Besteigung des Pico do Fogo
Die Besteigung des Pico do Fogo (2.829 m) ist das ultimative Abenteuer auf den Kapverden — und eine Herausforderung, die man sich verdienen muss. Der Aufstieg führt über lose Vulkanasche, Lavabrocken und steile Flanken zum Kraterrand, von wo aus man an klaren Tagen den gesamten Archipel überblickt. Der Abstieg über die Ascheflanke — in riesigen Sprüngen durch den weichen Untergrund rutschend — ist ein adrenalingeladenes Erlebnis, das an Sandboarding erinnert.
Die Tour im Detail
- Startpunkt: Chã das Caldeiras (ca. 1.700 m). Alle Touren starten im Morgengrauen (5:00–6:00 Uhr), um den Gipfel vor der Mittagshitze zu erreichen.
- Aufstieg: 3–5 Stunden über zunehmend steiles Terrain. Die ersten Kilometer führen über relativ flache Lavafelder, dann wird es steil: Vulkanasche, in der man bei jedem Schritt ein Stück zurückrutscht. Die letzten 200 Höhenmeter sind der härteste Teil — steile Flanke, dünne Luft, loser Untergrund.
- Gipfel: Der Kraterrand bietet einen atemberaubenden 360°-Blick. Bei klarer Sicht sieht man Santiago, Brava, São Vicente und die anderen Inseln. Im Krater selbst dampft es aus Fumarolen — ein Zeichen, dass der Vulkan schläft, aber lebt. Schwefelgeruch liegt in der Luft.
- Abstieg: 1–2 Stunden — und der spaßige Teil. Die steile Ascheflanke wird in großen Sprüngen hinuntergelaufen/gerutscht. Gamaschen oder lange Hosen schützen vor dem Asche-Sand in den Schuhen. Manche Guides bringen Bretter mit, auf denen man die Flanke wie auf einem Snowboard heruntergleitet.
- Gesamtdauer: 5–7 Stunden
- Höhenmeter: ca. 1.130 m (Auf- und Abstieg)
- Schwierigkeit: Anspruchsvoll — keine technische Kletterei, aber Kondition und Trittsicherheit erforderlich. Die Höhe (fast 3.000 m) macht sich bemerkbar.
Was du brauchst
- Lokaler Guide: Pflicht! Unbegleitete Besteigungen sind offiziell nicht erlaubt. Ein Guide kostet 40–70€ pro Gruppe (bis 4 Personen). Die Guides sind Einheimische aus Chã das Caldeiras, die den Berg in- und auswendig kennen.
- Ausrüstung: Feste Wanderschuhe (knöchelhoch), Windjacke (am Gipfel weht es stark und es ist kalt: 0–5°C!), Sonnenschutz, 2–3 Liter Wasser, Snacks, Stirnlampe (für den frühen Start).
- Fitness: Du brauchst keine Bergsteiger-Erfahrung, aber eine gute Grundkondition. Wer regelmäßig wandert oder Sport treibt, schafft es. Bei Höhenkrankheit (Kopfschmerzen, Übelkeit ab 2.500 m) umkehren.
Achtung
Der Pico do Fogo ist ein aktiver Vulkan. Die Besteigung ist bei vulkanischer Aktivität, schlechtem Wetter oder starkem Wind untersagt. Informiere dich vor Ort bei den lokalen Guides über die aktuelle Lage. In der Regenzeit (August–Oktober) sind die Bedingungen am unsichersten.