Die kretische Küche
In den 1960er Jahren untersuchte die Seven Countries Study die Ernährungsgewohnheiten in sieben Ländern — und stellte fest, dass die Bewohner Kretas die höchste Lebenserwartung und die niedrigsten Raten an Herzerkrankungen hatten. Die Ursache: die kretische Diät, die heute als Urform der mediterranen Ernährung gilt. Ihre Basis ist einfach und genial: hervorragendes Olivenöl in großen Mengen, wildes Gemüse und Kräuter, Hülsenfrüchte, Vollkornbrot, Käse, Joghurt und mäßig Fleisch und Fisch.
Die Essentials
- Olivenöl: Kreta produziert einiges des besten Olivenöls der Welt — die Koroneiki-Olive liefert ein goldgrünes, intensiv fruchtiges Extra Vergine, das auf Kreta nicht Dressing ist, sondern Grundnahrungsmittel. Man schätzt, dass ein Kreter pro Jahr 25 Liter Olivenöl konsumiert — das Zehnfache eines Deutschen.
- Dakos: Das kretische Nationalgericht: Paximadi (Gerstenzwieback) wird mit Wasser befeuchtet, dann mit geriebener Tomate, Mizithra-Käse (weicher Ziegenmolkenkäse), Olivenöl, Oregano und Kapern belegt. Einfach, genial, süchtig machend.
- Graviera Kritis: Kretischer Hartäse aus Schaf- und Ziegenmilch, mild und nussig. Wird pur, gebraten (Saganaki) oder gerieben gegessen. Einer der besten Käse Griechenlands.
- Chochlioi Bourbouristoi: Gebratene Weinbergschnecken mit Rosmarin und Essig — die kretische Antwort auf Escargots. Klingt gewöhnungsbedürftig, schmeckt fantastisch.
- Kalitsounia: Kleine gefüllte Teigtaschen mit Mizithra-Käse und Kräutern (herzhaft) oder mit Mizithra und Honig (süß). Jede kretische Großmutter hat ihr eigenes Rezept.
- Lammfleisch: Kretisches Lamm (vom Berghang, mit wilden Kräutern gefüttert) ist unvergleichlich. Am Spieß (Antikristo — vor dem offenen Feuer, Spezialität der Sfakia-Region), als Stifado (Schmoreintopf) oder als einfache Koteletts vom Grill (Paidakia).
- Horta: Gekochte Wildkräuter (Löwenzahn, Endivie, Amaranth) mit Olivenöl und Zitrone — das kretische Superfood. In jeder Taverne als Beilage erhältlich.