East London & Shoreditch
Shoreditch & Hoxton
Shoreditch ist Londons kreatives Epizentrum — das, was Berlin-Mitte in den 2000ern war. Aus einem heruntergekommenen Industrieviertel im East End ist eine Hochburg für Streetart, Tech-Startups, Rooftop-Bars und Independent-Design geworden. Die Gentrifizierung ist in vollem Gange, aber der kreative Geist lebt noch.
Streetart
Shoreditch hat die beste Streetart Londons — vielleicht sogar Europas. Ganze Häuserfassaden sind von internationalen Künstlern bemalt, und die Werke wechseln ständig. Die wichtigsten Spots:
- Rivington Street & Great Eastern Street: Die Hauptachsen der Streetart — hier findest du Werke von Banksy-Nachfolgern, Stik, Ben Eine und internationalen Künstlern.
- Brick Lane: Jede Oberfläche ist bemalt, beklebt oder besprüht — Garagen, Rollläden, Mauern.
- Village Underground: Die ikonischen Tube-Waggons und Container auf dem Dach eines Kulturzentrums in der Holywell Lane — eins der meistfotografierten Motive Londons.
Nachtleben
Shoreditch hat Londons dichteste Konzentration an Bars und Clubs: Rooftop-Bars (Netil360, Queen of Hoxton), versteckte Cocktail-Bars (Callooh Callay, Happiness Forgets), Live-Musik-Venues (Cargo, XOYO) und late-night Spots. Am Wochenende ist die Gegend rund um die Curtain Road und Kingsland Road bis in die Morgenstunden lebendig.
Tipp
Eine kostenlose Streetart Walking Tour (trinkgeldbasiert) durch Shoreditch ist die beste Art, das Viertel kennenzulernen — die Guides kennen die Geschichten hinter den Werken und zeigen versteckte Pieces in Hinterhöfen. Mehrere Anbieter starten täglich am Shoreditch High Street Bahnhof.
Brick Lane
Die Brick Lane ist eine der faszinierendsten Straßen Londons — ein lebendiges Zeugnis der Immigration, die London geformt hat. Die Straße war nacheinander Heimat von Hugenotten (17. Jh.), Juden aus Osteuropa (19./20. Jh.) und der bengalischen Gemeinde (ab 1970er). Heute: Banglatown — die größte bangladeschische Gemeinde Europas, mit Dutzenden Curry-Häusern, aber auch Vintage-Shops, Galerien und Streetfood.
Highlights
- Curry Mile: Über 50 Curry-Restaurants auf einem Kilometer. Die Qualität variiert — die besten sind nicht die mit den aufdringlichsten Werbern vor der Tür. Empfehlung: Aladin (132 Brick Lane, authentisch bengalisch, BYOB — Bring Your Own Bottle!) und Tayyabs (nahe Whitechapel, pakistanisch, legendär gut, oft Schlange).
- Vintage-Shopping: Brick Lane und die Seitenstraßen (Cheshire Street, Sclater Street) sind das Vintage-Paradies Londons: Beyond Retro, Rokit, Blitz und Dutzende unabhängiger Läden mit Second-Hand-Mode aus allen Jahrzehnten.
- Beigel Bake: Die berühmteste Bäckerei Londons — 24 Stunden geöffnet, seit 1974. Die Salt Beef Bagels (ab 4,50£) sind legendär: ofenwarme Bagels mit dickem, zartem Pökelfleisch und Senf. Immer eine Schlange, immer schnell, immer gut.
- Old Truman Brewery: Die ehemalige Brauerei ist heute ein riesiger Komplex aus Märkten, Galerien, Pop-ups und Veranstaltungsräumen. Am Sonntag: der Backyard Market (Vintage, Handwerk), der Up Market (Streetfood aus aller Welt) und der Sunday Market in den Hallen.
Docklands & Olympiapark
Canary Wharf & Docklands
Die Docklands — Londons ehemaliger Hafen — haben sich in den letzten 30 Jahren von einer verfallenen Industriebrache in ein glitzerndes Finanzzentrum verwandelt. Canary Wharf mit seinen Wolkenkratzern ist Londons zweites Geschäftsviertel (nach der City). Für Touristen interessant: die unterirdischen Shopping-Malls, die Architektur der Hochhäuser, das Museum of London Docklands (kostenlos! — Geschichte des Hafens und des Sklavenhandels) und die Fahrt mit der DLR (Docklands Light Railway) — eine führerlose Hochbahn mit spektakulärem Blick über die Skyline.
Queen Elizabeth Olympic Park
Das Gelände der Olympischen Spiele 2012 im Osten Londons ist heute ein weitläufiger Park mit dem ArcelorMittal Orbit (115 Meter hoher Aussichtsturm und Rutsche! — die längste Tunnelrutsche der Welt, 40 Sekunden, 17£), dem London Stadium (West Ham United), dem London Aquatics Centre (Schwimmen im Zaha-Hadid-Bau, ab 5,40£) und weitläufigen Gärten. Der Park liegt in Stratford, erreichbar per Jubilee Line oder Central Line.
Columbia Road Flower Market
Jeden Sonntag von 8 bis 15 Uhr verwandelt sich die Columbia Road in Bethnal Green in ein Blumenmeer. Hunderte Stände mit Schnittblumen, Topfpflanzen, Sukkulenten und Kräutern — die Preise sinken gegen 14 Uhr dramatisch, wenn die Händler ihre Restbestände loswerden wollen. Drumherum: hübsche Cafés, Keramikläden und Vintage-Boutiquen. Einer der fotogensten Märkte Londons.
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